• Dienstag, 19. September 2017
  • von Viola Blomberg

Berlin-Mitte

Kult-Bar Babette muss schließen

  • Holztor mit rotem Schriftzug "Die Bar ist tot"
    Verdrängung in Berlin: Wenn der Mitvertrag ausläuft, muss mit der Bar Babette ein weiterer Kulturort schließen. Foto: picture-alliance/ dpa - ©picture alliance / dpa

Kultur ohne Happy End: Nach 14 Jahren muss die Bar Babette schließen. Der milliardenschwere Immobilieninvestor Berggruen will den Mietvertrag der Kult-Bar nicht verlängern und verdrängt damit einen der wenigen Szenetreffs in der Karl-Marx-Allee. 

Die Bar Babette in der Karl-Marx-Allee 36 ist nicht einfach nur eine Bar, sie ist ein Kunst-und Kultursalon: Ausstellungen moderner Künstler fanden statt, Musiker aller Genres traten auf und Schriftsteller fanden Raum für Buchvorstellungen und Lesungen. Die Bar ist ein öffentlicher Ort, der seine Türen für jede Art von Veranstaltung öffnet. Ein buntes Publikum aus den verschiedensten Bezirken fand hier regelmäßig zusammen.

Nach 14 Jahren soll nun Schluss sein! Die Immobilienfirma des Milliardärs Nicolas Berggruen will den im Oktober 2018 auslaufenden Mietvertrag mit der Bar Babette nicht verlängern. "Für uns ist das eine Katastrophe. Wir hätten die Bar gerne weiterbetrieben", sagt uns Anne Zunftmeister, eine Mitarbeiterin der Bar Babette. Der im Stil der 1970er Jahre gehaltene Pavillon soll dem Café Moskau , das sich direkt neben der Bar befindet, zur Verfügung gestellt werden. Das Café war früher ein Treffpunkt im Kiez und gehört mittlerweile ebenfalls Berggruen. Er ließ die Räumlichkeiten komplett sanieren und bietet sie seither als multifunktionale Eventlocation an.  

"Kommentarlos wurde uns dieser Beschluss, der in Verhandlungen ohne unsere Anwesenheit gefasst wurde, mitgeteilt", heißt es in der Pressemitteilung der Bar Babette. Zudem zeige das Unternehmen Berggruen Holdings keinerlei Gesprächsbereitschaft. Mit der Schließung der Bar verlieren nicht nur 18 Mitarbeiter ihre Arbeit, auch der Kiez muss sich von einem seiner wenigen Szenetreffpunkte verabschieden. "Für die Kiezkultur der Karl-Marx-Allee ist das eine Katastrophe, denn wirklich belebt ist die Straße noch nicht", so Anne Zunftmeister.    

Das Team der Babette Bar bedankt sich in der Pressemitteilung für 14 Jahre Kunst und Kulturgeschichte, die die Bar schreiben konnte, und fordert auch die Politiker dazu auf, Verdrängungen nicht weiter zuzulassen: "Jetzt sind nicht nur wir gefragt. Wir ermutigen nicht nur die Politik dazu, sich zu positionieren. Privatinvestoren haben eine öffentliche Verantwortung."

Ärger mit Berggruen haben in Berlin viele: Der US-Unternehmer ist vor allem durch die Übernahme der Warenhauskette Karstadt bekannt geworden und gehört zu den größten Hausbesitzern in Berlin. In den letzten Jahren kaufte er Grundstücke in der ganzen Stadt, etwa das Kreuzberger Künstlerhaus Bethanien oder die Buchhandlung  Kisch & Co . Zuletzt war bekannt geworden, dass der Finanzinvestor das Areal der Willner Brauerei verkaufte. Für die Künstler, die auf dem Gelände ihre Ateliers und Werkstätten eingerichtet haben, bedeutet der Eigentümerwechsel das Ende ihrer Arbeit vor Ort.

Bar Babette

Karl-Marx-Allee 36
10178 Berlin

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Quelle: QIEZ
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