• Mittwoch, 08. Januar 2014
  • von Susanna Gotsch

Restaurant "Hafis"

Zu Gast beim Perser

  • Kebab
    Im Hafis wird authentisch persisch gekocht. Foto: iStock

Alt-Moabit - Wird man nach einem authentischen Chinesen oder Italiener in Berlin gefragt, kann man mit Sicherheit mehr als nur eine Location empfehlen. Doch wie sieht es mit einem persischen Restaurant aus? Darauf eine Antwort zu geben, fällt schon schwerer. In Moabit gibt eines, dessen Name allein schon Großes erahnen lässt.

Hafis, der größte Dichter Persiens, ist Namensgeber des Restaurants und Kulturcafés. Er inspirierte schon Goethe, der zu seinen Ehren den Gedichtband "West-östlicher Divan" verfasste. So wundert es nicht, dass Betreiber Majid Vasighi beide Schriftsteller an den Wänden seines Lokals verewigte. Daneben hängen viele weitere Schwarz-Weiß-Bilder von Schauspielern, Künstlern und Politikern - Größen aller Epochen und Genres. Denn zur Philosophie des Hafis' gehört es, jeden Gast willkommen zu heißen, egal welcher Nation. 
 
Seit über zehn Jahren werden in dem Restaurant Spezialitäten der persischen Küche kredenzt. Der Chef des Hauses höchstpersönlich steht an den Kochtöpfen. Aus seiner Küche dringen die köstlichsten Gerüche. Es duftet nach Gegrilltem, exotischen Gewürzen und Kräutern: Lammfleisch, Kreuzkümmel und Koriander sind aus der persischen Küche nicht wegzudenken, auch nicht aus der von Majid Vasighi. 
 

Andere Länder, andere Essgewohnheiten

Daraus zaubert er verschiedenste Kababs, Khoreshs (Schmorgerichte) und Polos (Reisgerichte). Die über Holzkohle gegrillten Kabab-Spieße aus Lammhack und Lammfilet sind die Spezialität des Hauses. Größere Gruppen sollten eine Grillplatte bestellen. So bekommt der Gaumen einen vielfältigen Eindruck und Lammhasser können sich an den Hühnchen-Spießen laben. Als Beilagen werden immer gegrillte Tomaten und ein üppiger Kräuterteller gereicht. 
 
Für neue Besucher mag dies etwas befremdlich sein: "Mit den Kräutern kann doch niemand etwas anfangen, die Sachen sind ja roh" kann man zuweilen vom Nachbartisch vernehmen. Doch wer landestypisch essen geht, sollte sich auf andere Bräuche einstellen. Und tatsächlich werden Basilikum, Petersilie oder Minze, Zwiebelhälften und Radieschen roh verzehrt. Das ist nicht nur gesund, sondern unterstützt den Geschmack der Speisen. Außerdem: Wo hat man schon mal die Möglichkeit, mit den Händen zu essen?! 
 
Reis "Chelo" wird im Hafis zu allen Hauptgerichten serviert. Auch dieser wird nach persischer Art zubereitet: in einem mit Kartoffelscheiben ausgelegten Topf. Darauf dampft der Reis so lange vor sich hin, bis er gar - also locker und körnig, aber auf keinen Fall matschig - ist. Die entstandene Kartoffelkruste ist eine wahre Delikatesse. Gegessen wird der Reis mit Safran und Butter vermengt.  
 

Treue Stammkundschaft 

Wenn nach dem reichhaltigen Essen noch Platz für eine Nachspeise ist, kommt nur das Reis- oder Roseneis infrage. Oder das erfrischende Nationalgetränk der Perser: Dugh - eine mit Salz verfeinerte Mischung aus Mineralwasser, Joghurt und frischer Minze. Bereits im 6. Jahrhundert  vor Christus ließen sich die Achämeniden Dugh schmecken, womit es zu den ältesten bekannten Getränken gehört. 
 
Soviel Authentizität wird von den Gästen im Hafis sehr geschätzt. Viele von ihnen kennt Majid Vasighi persönlich. Etwa die Hälfte sind Landsmänner und gleichzeitig Stammpublikum. Einer von ihnen kommt seit Eröffnung des Restaurants nach Alt-Moabit. Immer wenn es etwas zu feiern gibt, bestellt Sargon einen Tisch für seine Familie. "Das Essen im Hafis schmeckt wie in der Heimat. Besser könnte ich es selber nicht machen", erzählt der Iraner schmunzelnd. "Außer Sabzi, das schmeckt bei mir besser." 

Hafis

Alt-Moabit 47
10555 Berlin

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Quelle: QIEZ
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