• Samstag, 31. Mai 2014
  • von Gerlinde Jänicke

Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Das "Pignut" in der Arminiusmarkthalle

  • Gerlinde Jänicke
    Gerlinde zusammen mit Chris O'Connor, dem sehr netten Herrn vom Service. Foto: externe Quelle - ©Gerlinde Jänicke

Moabit - Gerlinde Jänicke ist eine der bekanntesten Radiomoderatorinnen der Stadt. In ihrer neuen Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch ab sofort jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Zum Start geht es in die Arminiusmarkthalle ...

Ich bin bekennende Fleischfresserin. Ob für immer, weiß ich noch nicht. Vielleicht probiere ich demnächst mal die "22 Tage vegan"- Diät aus, mit der Jennifer Lopez kürzlich wohl gefühlte fünfzig Kilo abgenommen hat und nun zudem aussieht wie Ende 20.

Grundsätzlich aber bin ich mit einem guten Steak sehr glücklich und brauche auch nicht wirklich eine Beilage. Doch, ein kaltes Bier. Im Grunde bin ich wie ein Neandertaler - in High Heels statt mit Keule - immer auf der Suche nach dem nächsten, guten Stück Fleisch.

Impressionen vom Pignut (c)Jänicke Impressionen vom Pignut (c)Jänicke
Meine Nase und der Tipp eines ehemaligen Mitschülers führen mich ins "Pignut" in der Arminiusmarkthalle in Moabit. In die Halle verliebe ich mich sofort! Wurst, Käse, Obst, Fisch - alles frisch verkauft von Berliner Urgesteinen an Ständen und aus kleinen Hüttchen ...so charmant! Berliner Charme. Ein bisschen altbacken und liderlich. Die Halle selbst hat fast etwas Sakrales, die Decken sind hoch und sehen ein bisschen aus, als hätte man eigentlich eine Kirche aus ihr machen wollen. Zwischen den Ständen präsentieren sich die unterschiedlichsten Restaurants. Ohne trennende Wände, die Übergänge sind fließend. Und mittendrin - winzig klein, es gibt hauptsächlich eine Holzbar, an der man bestellt und isst - das Pignut. Der Name ist lustig. Schweinenuss. Pignut Hickory ist, wie ich erfahre, ein Baum, der nur in Nordamerika wächst und dort traditionell zum "Smoken", also Räuchern genutzt wird. Auch hier wird ausschließlich über Hickory Holzfeuer geräuchert. Ich habe Hunger. Die Tafel mit den Gerichten ist übersichtlich. Ribs, chicken wings - und Schenkel, Süßkartoffelfritten, pulled pork. Damit kann ich leben. Gut sogar. Je weniger Gerichte angeboten werden, desto frischer werden sie zubereitet, meine ich. Und ich muss nicht stundenlang überlegen, was ich will. Hier ist es einfach. Von allem etwas. Die Probierplatte.

30 Minuten später.

Ich kugele fast vom Stuhl. Im Grunde möchte ich sofort nach Alabama ziehen, wenn ich gerade genau das hatte, was die Menschen dort essen. Ich bin nicht der größte Fan von Schweinefleisch, deshalb gab es nur ein Häppchen pulled pork für mich. Der Rest musste für den Boyfriend eingepackt werden (er fand es sensationell lecker, und er ist, was Fleisch angeht, der bessere Neandertaler!). Meine neue große Liebe, zumindest für diesen Abend: die Hühnerschenkel. Es werden verschiedenene, selbstgemachte Saucen gereicht, alles Originalrezepte aus Alabama. Eine weiße Sauce ist dabei, die schmeckt ein bisschen nach Ranchdressing, ein bisschen nach Essig, ein wenig nach frischen Kräutern. Ich hatte kurz die Fantasie, in ihr baden zu wollen. Mit den Hühnerschenkeln. Es ist nicht nur das Essen, das stimmt. Das Pignut wird von Amis betrieben, das heißt, die Küche ist eben wirklich amerikanisch, die tun hier nicht nur so. Die Jungs sind unfassbar nett und witzig, schnell und aufmerksam.

Ich schließe die Augen, es ist nach 22 Uhr. Irgendwie bin ich versackt. Wahrscheinlich dank des "pink panty pulldown punches", ein Cocktail aus rosa Limo, Wodka und Berliner Weiße. Ich hatte zwei und schwebe leicht auf rosa Wolken. Die Verkaufsstände sind schon geschlossen, in den Restaurants sitzen die letzten Gäste. Ich rieche das Holz, es läuft leise Johnny Cash.

Ich fühle mich, ohne je dagewesen zu sein, wie ein Mädchen in Alabama. Das auf ihrer weißen Veranda sitzt, in die Abendsonne schaut und auf ihren Cowboy wartet, um noch ein wenig auf der weißen Schaukel, die auf so eine weiße Veranda gehört, über die Zukunft zu philosophieren.


Fazit:
Wer amerikanisches Flair mag, gerne Fleisch isst und ein "mit - den - Händen - Esser" ist, wird sich in dieser kleinen Oase sehr wohlfühlen.

Pignut BBQ

Arminiusstraße 2
10551 Berlin

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Quelle: QIEZ / externe Quelle
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