• Mittwoch, 18. Dezember 2013
  • von Nikolaus Triantafillou

Beim Hauptbahnhof

Neue Obdachlosen-Ambulanz eröffnet

  • Kältebus der Berliner Stadtmission
    Jene Obdachlose, die nicht in die Ambulanz kommen können, sucht deren Team nach wie vor mit dem Kältebus auf. Foto: dpa - ©picture alliance / dpa

Hauptbahnhof – Unter der Schirmherrschaft von Medizin-Kabarettist Dr. Eckhart von Hirschhausen wurde heute die neue Ambulanz der Berliner Stadtmission für Obdachlose eröffnet. Sie liegt fünf Fußminuten vom Hauptbahnhof entfernt und leistet jenen Menschen ärztliche Hilfe, die sich keine Behandlung leisten können oder gar keine Krankenversicherung haben.

Die Hauptzielgruppe der neuen Einrichtung in der Lehrter Straße sind Menschen ohne festen Wohnsitz. Ihr Leben auf der Straße ist häufig gekennzeichnet durch witterungsbedingte Krankheiten, Alkoholismus, körperliche Auseinandersetzungen – Umstände, die dazu führen, dass viele von ihnen gesundheitlich angegriffen sind. Doch ein Arztbesuch stellt sich für Obdachlose oft nicht einfach dar: Aufgrund von Scham oder fehlender Krankenversicherung meiden sie gewöhnliche Praxen und lassen beispielsweise schwere Infektionen unbehandelt.

Hier setzt die Berliner Stadtmission mit der Ambulanz an. Sie behandelt auch Patienten ohne Anspruch auf medizinische Hilfe in Berlin. Darunter fallen häufig Osteuropäer – mit Svetlana Krasovski hat die Ambulanz eine Krankenschwester, die Russisch spricht. Krasovski unterstützt ansonsten die Ärzte, etwa durch das Anlegen von Verbänden, Blutdruckmessung oder einfach durch persönliche Ansprache für die Obdachlosen. Denn manchmal wird vor allem Letzteres benötigt – wie die ärztliche Leiterin der Ambulanz Dr. Jutta Herbst-Oehme berichtet: "Oft ist es die nur mangelhaft ausgeprägte Kooperationsfähigkeit der Patienten, die die medizinische Versorgung erschweren. Das Schönste ist, wenn ein kranker Obdachloser sich seiner Lage bewusst wird und mitarbeitet, also zum Beispiel regelmäßig sein Medikament abholt und seine Wunden verbinden lässt."

Kältebus hilft Menschen direkt auf der Straße

Medizinische Hilfe für Obdachlose

Im Notfall auch ohne Papiere

Mitte
Die Räumlichkeiten der Ambulanz umfassen einen Behandlungsraum, Arzt- und Wartezimmer sowie ein Pflegebad. Zum Ärzteteam der Einrichtung gehört auch ein Psychologe, damit die psychischen Probleme obdachloser Menschen angesichts der offensichtlichen körperlichen Gebrechen nicht vernachlässigt werden. Der Psychologe ist auch dabei, wenn das Team mit dem Kältebus einmal pro Woche Hilfe direkt auf der Straße leistet – um jenen zu helfen, die nicht in der Lage sind, ihren Platz zu verlassen.

Unterstützt wurde die Einrichtung der Obdachlosen-Ambulanz durch die Deutsche Bahn Stiftung und Vattenfall. Neben Schirmherr Hirschhausen hatte sich auch Bahnchef Dr. Rüdiger Grube zur Eröffnung am 18. Dezember angekündigt.

Die Sprechzeiten der Ambulanz im Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner Stadtmission sind dienstags von 16 bis 20 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadtmission.

Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner Stadtmission

Lehrter Straße 68
10557 Berlin

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Quelle: QIEZ
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