• Montag, 02. Juli 2012

300.000 Besucher im Jahr

Kultur-Pilgerstätte Humboldt-Box

  • Humbodlt-Box
    Die Humboldt-Box hat bis in die Nacht hinein geöffnet. Bis 23 Uhr können Gäste im Restaurant "Humboldt Terassen" im fünften Stock verweilen. Foto: dapd - ©Maja Hitij/dapd

Potthässlich oder schick? Egal, die Humboldtbox gibt es nun mal. Da hilft auch kein Gemecker. Hier die wichtigsten Infos zu dem temporären Klotz.

Ausstellungszentrum mit streitbarer Optik

Immerhin hat man eine nette Aussicht über Berlin, dort oben in 21 Metern Höhe. Am vergangenen Donnerstag eröffnete das Restaurant "Humboldt Terrassen" ganz oben auf diesem Klotz mit Namen Humboldt-Box.

Jeden Tag ist die Gaststätte im fünften Stock geöffnet, sogar bis 23 Uhr. Die Box können Interessierte ohnehin täglich betreten. Da momentan Schulferien sind, laden die Betreiber noch bis zum 15. August zum "Opening Special", bis dahin zahlen Besucher für die Tickets nur 2 anstelle von 4 Euro. Und da sicher viele, ja, extrem viele Hauptstädter dorthin pilgern und unverzagt an der Tageskasse warten werden, können Besucher die Eintrittskarten vorab unkompliziert und praktisch im Internet reservieren.

Das auffällige Aussehen soll zweckmäßig sein

Seit dem 30. Juni, 10 Uhr, sind die Schauen zum Schlossbau zu sehen, an Donnerstagen bis 22 Uhr, sonst bis 18 Uhr. Für junge Besucher unter zwölf Jahren ist der Eintritt kostenlos. Für jedes Jahr werden 300.000 Besucher erwartet.

Der Entwurf für den Bau inmitten der Ödnis stammt vom Architekturbüro Krüger Schuberth Vandreike, dessen Sitz sich am U-Bahnhof Rosenthaler Platz befindet. Doch während so mancher spottet ("Charme einer Mülltonne!") und sich aufregt ("Bausünde!"), finden sich auch zahlreiche Befürworter, die dem weiß-türkisfarbenen Gebilde interessiert gegenüberstehen. "Immerhin tut das Gebäude nicht so, als ob es alt wäre", so Uwe Hameyer, Vorstandsmitglied des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin. Gumbert Salonek (FDP), der im Bezirk Stadtführungen zu Bau-Themen offeriert, sagt: "Wenigstens ist die Humboldt-Box nicht langweilig. Langeweile ist das Schlimmste." Das sehe man ja im Umfeld des Hauptbahnhofs mit den öden Hotelneubauten. Außerdem sei die temporäre Kunsthalle auch kein Meisterwerk der Architektur gewesen. "Für die Box ist es Sinn der Sache, auffällig zu sein, denn sie dient kommerziellen Zwecken. Außerdem ist sie nach ein paar Jahren wieder weg." Wenigstens acht Jahre lang soll sie aber am Schlossplatz bleiben.

Informationen über den Schlossbau für die Bürger

Der Bau, der mit Werbung finanziert wurde, hat 15 Millionen Euro gekostet. Diese Summe soll mit Eintrittsgeldern, Events und der Vermietung von Werbeflächen wieder erwirtschaftet werden; betrieben wird die Humboldtbox vom Unternehmen Megaposter.

Der Stiftungspräsident Hermann Parzinger hat große Erwartungen an das neue Informationscenter: "Die Humboldt-Box ist von zentraler Bedeutung, um einen Ort zu schaffen, an dem die Menschen sich über die Grundidee und die Inhalte des künftigen Humboldt-Forums informieren können und an dem sie sehen, wie dort zentrale Fragen unserer Zeit berührt werden", so Parzinger. Die derzeitige Aufregung betrachtet er mit Gelassenheit. Die Form der Box irritiere, aber das mache auch neugierig. "Je schneller das Schloss entsteht, desto früher wird sie wieder verschwinden."

Wer die Humboldtbox besuchen möchte, kann sich auf www.humboldt-box.com Tickets reservieren lassen.

Humboldt-Box

Schloßplatz 5
10178 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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