• Mittwoch, 13. Februar 2013
  • von NicBreyer

QIEZ-Leserreporter

Nick Cave & The Bad Seeds im Admiralspalast

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  • Nick Cave im Admiralspalast
    Ein emotionaler Konzertabend: Nick Cave auf der Bühne des Admiralspalastes. Foto: NicBreyer
  • Nick Cave im Admiralspalast
    Viele Fans wollten sich das Konzert nicht entgehen lassen. Foto: NicBreyer

Das Album-Release-Concert des neuen Albums "Push the sky away" von Nick Cave & The Bad Seeds, mit "Making Of" Film, live übertragen von radioeins aus dem Admiralspalast in der Friedrichstrasse am 13. Februar 2013. Ein Erlebnisbericht.

Lieber Nick Cave, wir beide kennen uns nicht gut. Übertreibung: Du kennst mich gar nicht, ich dich sicherlich nicht gut, sagen wir flüchtig, dafür aber schon ziemlich lange... Deine ganz harten Nummern haben mich immer leicht abgeschreckt, dafür haben mich deine düsteren Titel schon immer gerne in melancholischen Momenten noch tiefer in diese hineingezogen. Wunderbar.

Um es kurz zu machen: Ich habe mich auf ein Wiedersehen gefreut. Es war so eine untergründige, stille Freude - ich meinte, genau zu wissen wie es wäre, nach einigen Jahren der Funkstille ein wenig Zeit mit dir zu verbringen. Und da waren wir also: Du, ich, der Admiralspalast, etwa 1.700 Menschen und - ein Film. Der Film darüber, wie ihr euer Album gemacht habt.

Wo (in einem Landhaus in der Provence, zwischen hunderten von klassischen Vinyl Platten) und wie ("we didn't know what we wanted, we only knew what we didn't want"). Und nun gut, der Film war im 70er Jahre Retro Style und du und deine Bad Seeds ihr seid Rock'n Roll Stars. Aber mal echt: Jünger seid ihr auch nicht geworden. Nein, ich beginne jetzt nicht mit der Litanei, dass ältere Männer mit weniger Haar sich im Nacken keine langen Strippen stehen lassen sollten - die gehören einfach zu dir.

Platzverweis für die Fotografen

Wo waren wir, ach ja. Film aus, Konzert beginnt, alle Hardcore Fans (im Parkett) sind außer sich, die Fotografen stehen in der ersten Reihe. Du wirktest irgendwie nicht happy, Nick, weder über die Fotografen, noch über die Live Übertragung von Radio eins... Was war los? Ich fand es gut, dass du die Knipser in der vordersten Reihe nach dem ersten Song (klar, die erste Single-Auskopplung "We no who u r") weggescheucht hast ("you can go now"), schließlich waren wir ja verabredet, die haben nur gestört.

So ging es dann also los, alle Titel des Albums wurden hintereinander gespielt. Kids in bunten T-Shirts sowie eine Gruppe Streicher komplettierten den Bühnenaufbau. Was heißt Aufbau, die Bühne war einfach voll mit eurem Equipment - und das haben deine Jungs ganz wunderbar bedient, obwohl "Tommy", der Schlagzeuger, fehlte.

Du dünner Mann mit den Spinnenbeinen und -armen standst also da vorne, und irgendwie war mir ganz flau im Magen. Du wirktest so fremd. Aber dann, dann kam er, der Song, der mich mit allem versöhnte. Für mich, lieber Nick, hast du mit dem Beginn von "Mermaids" wieder alles richtig gemacht. Gleich zu Beginn des Songs ging es um eine heiße Affäre und Zurückweisung (nicht jugendfrei, so kennen wir dich), und dann kam die Steigerung.

Erwachsene Freundschaft

Bei "Higgs Boson Blues", dem Song, in dem du dich in deinem Basement Patio nach Geneva, zu Hannah Montana und sicherlich mit diversen chemischen Hilfsmitteln in ferne Weiten und dann doch wieder zurück begeben hast, in dem Moment wusste ich, wir waren wieder Freunde - nur eben erwachsener. Es ist nicht mehr der billige Rotwein zu später Uhrzeit in meiner Studentenzeit, sondern eher der zwölf Jahre alte Whiskey, um 4 Uhr morgens, der zu dieser Stimmung passt.

Das schöne "Push the Sky Away" danach dann noch Balsam auf die leicht angekratzte Seele, schön! Was danach kam, war mir egal. Erst wurde es laut (zu den Kids auf der Bühne: "You're not singing in this one, but you're staying, so watch and learn"), dann sehr poppig... Und dann, lieber Nick, dann bin ich aufgestanden und gegangen, habe die Tür hinter mir zugemacht, in dem Bewusstsein, dass du und ich weiterhin entfernte, aber in bestimmten Momenten doch gute Freunde bleiben werden. Hinter mir tobten die Massen bei den Songs, für die ich schon früher nicht hart genug war. Alles war gut.

P.S.: Chapeau, radioeins für den Sound!!

Admiralspalast

Friedrichstr. 101-102
10117 Berlin

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Quelle: NicBreyer
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