• Dienstag, 30. Juli 2013
  • von Günter Schlepps

QIEZ-Leserreporter

Vergessener Inselbewohner

  • Kohlhas-Eiche Nikolassee
    Gedenktafel an der Kohlhas-Eiche in Nikolassee. Foto: externe Quelle - ©Günter Schlepps

Fischerinsel - Generationen von Schülern, Lehrern und Lesern kennen die Geschichte von "Michael Kohlhaas", die Heinrich von Kleist 1808 über einen streitbaren Kaufmann schrieb, der einst an der Brandenburger Havel lebte. Die meisten von ihnen kennen heute nicht mehr das historische Vorbild, dem Kleist ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Ein Grund, etwas in den Chroniken zu blättern.

Hans Kohlhase war Mitte des 16.Jahrhunderts der bekannteste Bewohner der Fischerinsel im mittelalterlichen Cölln, der Schwesterstadt von Berlin an den Ufern der Spree. Der vermutliche Wohnsitz des vermögenden und aufrichtigen Cöllner Kaufmanns befand sich vermutlich in der Fischerstraße 28. Ein Haus, das nach dem Abriss in den 1960er Jahren nicht mehr existiert.

Hans Kohlhase wurde wegen seiner Fehde mit dem sächsischen Kurfürsten bekannt: Man bezichtigte Kohlhase des Pferdediebstahls und sein eigener Landesherr, der brandenburgische Kurfürst, wollte ihm im Streit gegen den sächsischen Widersacher nicht Recht geben. Für dieses Unrecht überfiel Hans Kohlhase 1539 auf einer Brücke, die einst über die Bäke - den heutigen Teltowkanal - führte, einen Silbertransport des Kurfürsten Joachim II. und versenkte seine Beute im Wasser.

Das Silber wurde nie gefunden, aber Hans Kohlhase wurde seitdem zum Sympathieträger des einfachen Volkes oder anders gesagt zum Robin Hood von Berlin. 1599 findet die damalige Brücke erstmals Erwähnung als "Kohlhasen-Brücke" (nahe der heutigen Boeckmannbrücke). In der Nähe des Tatortes, vor dem Haus im Königsweg 313 in Berlin-Nikolassee, befindet sich eine "Kohlhas-Eiche", die an den Vorfall erinnern soll.

Schade, dass es auf der Berliner Fischerinsel keinen Hinweis auf diesen ehemaligen Inselbewohner gibt. Ein langjähriger Anwohner auf der Fischerinsel erzählte mir, dass es früher eine entsprechende Tafel gegeben habe, diese aber spurlos verschwunden ist. Quo vadis, Hans Kohlhas?

Adresse

Fischerinsel
Berlin

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Quelle: QIEZ
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