• Mittwoch, 13. November 2013
  • von Eve-Catherine Trieba

Filmgalerie Berlin mit neuer Adresse

Die ganze Filmwelt - auf nur noch 70 Quadratmetern

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  • Filmgalerie Berlin Invalidenstraße
    Weniger Platz - genauso viel Auswahl: Die Filmgalerie Berlin. Foto: QIEZ - ©Trieba
  • Filmgalerie Berlin Invalidenstraße
    Die neuen Räume in der Invalidenstraße. Foto: QIEZ - ©Trieba
  • Filmgalerie Berlin Invalidenstraße
    Raumwunder: Der Bestand der Filmgalerie. Foto: QIEZ - ©Trieba

Rosenthaler Vorstadt - Seit einigen Wochen hat die Filmgalerie 451 nicht nur einen neuen Namen, sondern auch eine neue Adresse: Die "Filmgalerie Berlin" ist mit ihren rund 23.000 Titeln in nur 70 Quadratmeter große Räumlichkeiten in der Invalidenstraße umgezogen. Aus der Platznot macht das cineastische Kleinod kurzerhand eine Tugend.

Lange musste Filmliebhaber Silvio Neubauer nach einem neuen Standort für seine Videothek suchen. Seit Anfang der Nullerjahre hatte sich seine Filmgalerie 451 in der Torstraße 231 zu einer festen Adresse im Stadtplan von Kinoliebhabern entwickelt. Neben einer schier unerschöpflichen Auswahl, die die gesamte Bandbreite der Kinogeschichte von 1907 bis 2013 abdeckt, überzeugte dabei auch der Standort: In der Torstraße hatte Neubauer in einem geschichtsträchtigen, stuckgeschmückten Altbau auf rund 300 Quadratmetern ein liebevoll dekoriertes und hervorragend sortiertes Filmarchiv aufgebaut.

Doch im Herbst 2013 war Schluss. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten sollte die Ladenmiete im angestammten Haus auf einen für eine private Videothek  nicht mehr finanzierbaren Betrag steigen. Doch im Mitte-Kiez etwas Geeignetes zu finden, entpuppte sich als fast unlösbare Aufgabe: "Wir haben monatelang nach einem neuen Laden gesucht", erinnert sich Neubauer. "Entweder, die Miete war von vorneherein viel zu hoch, oder wir passten einfach nicht in die Vorstellung eines 'Büro-oder-Design-Dings' wie es in den modernen Eigentumskomplexen hier im Kiez immer häufiger als Mieter gefragt ist. Schon dass wir bis zwölf Uhr geöffnet haben, war vielen potenziellen Vermietern ein Dorn im Auge."

Fassaden der Friedrichstadt

Doch dann, kurz vor dem ultimativen Auszugs-Termin, kam Neubauer zufällig an leerstehenden Räumlichkeiten in der Invalidenstraße vorbei. Kurzerhand erkundigte er sich im Blumenladen nebenan nach dem Vermieter und dann ging alles - relativ - schnell. Bereits Anfang Oktober war die Filmgalerie 451 mit ihrem gesamten Fundus aus der Torstraße gen Norden umgezogen. In den neuen Räumen war vorher ein Musikgeschäft mit angeschlossener Musikschule untergebracht - ein Fakt, der sich als großer Vorteil für Silvio Neubauer und sein Team entpuppte: "Die beiden Räumlichkeiten wurden bisher immer zusammen vermietet - und so können wir neben unserer öffentlich zugänglichen 70 Quadratmeter großen Videothek nebenan auf 54 Quadratmetern auch noch VHS-Kassetten, Sammlerstücke und ähnliches unterbringen", freut sich Neubauer, für den ein Verlassen seines angestammten Mitte-Kiezes nicht infrage gekommen wäre. "Wir hätten damit unsere gesamte Stammkundschaft verloren und noch einmal bei Null anfangen müssen - für eine Videothek wie uns heutzutage fast ausgeschlossen."

Neben der flexiblen Nutzungsmöglichkeiten der neuen Räume erweist sich auch deren relativ geringe Größe in Neubauers Augen als großer Vorteil: "Die einzige Chance für Läden wie uns ist es, die Fläche - zumindest in Szene-Bezirken wie Mitte - so klein wie möglich zu halten. Schafft man es, aus relativ wenig Platz das Maximum herauszuholen, dann kann man dem Preisdruck damit standhalten." Und das Maximum haben Neubauer und sein Team aus dem Laden in der Invalidenstraße tatsächlich herausgeholt: Trotz der deutlich geringeren Größe werden noch immer 40 Prozent aller vorhandenen Titel ausgestellt - in der Torstraße waren es nur 15 Prozent mehr. Über den gesamten Bestand der Videothek informiert darüber hinaus das Info-Terminal, das in einer gemütlichen Sitzecke zum Stöbern einlädt. Auch die altbekannte, beeindruckende Regiewand - in der rund 150 Regisseure mit ihren Werken vertreten sind - hat in der Invalidenstraße Platz gefunden: "Das war für uns der Lackmustest", schmunzelt der Filmexperte.

Spaziergang durch Mitte

Auch sonst ist in der neuen Videothek fast alles beim Alten geblieben: Die Mitarbeiter helfen bei allen Fragen kompetent weiter, jeder noch so ungewöhnliche Filmwunsch wird kurzerhand erfüllt, scheinbar ganz verschiedene Genres - DEFA-Klassiker, Horror, Asiatisches Kino oder Thriller der 60er bis 80er - stehen in trauter Eintracht nebeneinander und cineastische Überheblichkeit ist nirgendwo in Sicht. Auf die vertraute Zahlenkombination "451" müssen Filmfans künftig allerdings verzichten. "Die '451' steht nur noch für Filmproduktion, Verleih und Label unseres Hauses - wer Filme ausleihen möchte, kommt einfach in der Filmgalerie Berlin vorbei", so Neubauer.

Filmgalerie Berlin - Videoverleih

Invalidenstraße 148
10115 Berlin

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Quelle: QIEZ
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