• Freitag, 13. April 2018
  • von Stella Hempel

Kiez-Serie

Darum ist es in der Rosenthaler Vorstadt am schönsten

  • Eine Stadtansicht von Berlin Mitte von oben mit Fernsehturm in der Ferne.
    Toller Ausblick vom Turm der Zionskirche auf Berlin-Mitte Foto: QIEZ - ©Stella Hempel

Wenn wir von unserem Lieblingskiez erzählen, der den historischen Namen Rosenthaler Vorstadt trägt, geraten wir sofort ins Schwärmen. Es gibt mehr als hundert gute Gründe, diese wunderbare Ecke der Stadt zu erkunden – hier kommen schon mal die ersten zehn...

1. … weil es in der Brunnenstraße ständig etwas Neues zu entdecken gibt. "Brunnenstraße, wie haste dir verändert!" möchte man immer wieder ausrufen angesichts der regelmäßigen Eröffnungen neuer Shops, Restaurants oder Cafés. Der wilde Mix aus Concept Store, Kunstgalerie, Nagelstudio, Old-School-Frisörsalon, Hipster-Café, Antiquariat, Änderungsschneiderei, Coworking Space und uriger Eckkneipe bietet alles, was das Großstädter-Herz begehrt. Polnische Piroggen? Gibt es hier auch! Koscherer Supermarkt? Na klar!

2. … weil man hier speisen kann wie Gott in Frankreich. In der Rosenthaler Vorstadt haben sich besonders viele kulinarische Top-Adressen für Liebhaber der französischen Küche versammelt. Am Zionskirchplatz werden im Restaurant  Der Hahn ist tot! Coq au Vin, Boeuf á la mode oder Moules Frites serviert – und bei La Bigoudène schräg gegenüber kommen bretonische Spezialitäten wie Crêpes und Galettes auf den Tisch. Im Feinkostladen L’Épicerie in der Brunnenstraße gibt es neben leckerem Käse & Co auch eine charmante Beratung. Und die Pâtisserie Du Bonheur – ebenfalls in der Brunnenstraße – verführt mit Pain au Chocolat, Éclairs und den zweifellos fantastischsten hausgemachten Macarons der Stadt.

3. … weil der Trödelmarkt auf dem Arkonaplatz noch ein echter Kiez-Flohmarkt ist. Klar, der eine oder andere Tourist verirrt sich auf dem Weg zum großen Flohmarkt im Mauerpark schon mal auf den Arkonaplatz. Aber hier ist die Gefahr, von ganzen Busladungen voll schnäppchenwütiger Berlin-Besucher niedergetrampelt zu werden, deutlich geringer. Stattdessen treffen sich Nachbarn, Freunde und Familien auf dem lauschigen Platz zwischen Ruppiner und Wolliner Straße zum gemeinsamen Stöbern und Feilschen.

4. … weil hier auch Filmfans auf ihre Kosten kommen. Die Filmgalerie Berlin in der Invalidenstraße ist eine großartige Alternative zu langweiligem TV-Programm oder Streaming-Stress. Hier findest du Neuheiten, Klassiker, Rares und Skurriles. Die Regale vorne im Laden zeigen nur eine kleine Auswahl des gesamten Angebots, das aus über 26.000 Filmtiteln besteht und somit zu den größten Filmarchiven Deutschlands zählt. In ganz Berlin gibt es keine bessere Videothek. Nichts gegen faule Netflix-Abende auf der Couch, aber mit dieser Film-Vielfalt, den Tipps der kompetenten Mitarbeiter und den netten Begegnungen und Gesprächen vor Ort kann kein Online-Anbieter mithalten.

5. … weil der Turm der  Zionskirche einen spektakulären Ausblick über den ganzen Kiez – und weit über seine Grenzen hinaus – bietet. Zugegeben, die Turmbesteigung (sonntags von 12 bis 17 Uhr, Kostenpunkt: 1 Euro) ist nichts für schwache Nerven. Die enge, steile Wendeltreppe mit ihren schmalen Stufen ist ein Abenteuer. Doch wer die 104 Stufen erklommen hat, kann von einem der kleinen Balkone des Kirchturms den schönsten Kiez der Stadt aus der Vogelperspektive betrachten.

6. … weil die Ackerstraße Berlins Little Italy ist. Es kann sein, dass irgendein anderer Italiener in einem anderen Bezirk eine noch tollere Pizza zubereitet als  Papà Pane. Aber sehr wahrscheinlich ist das nicht. Dazu kommt die authentisch-italienische, familiäre, laute, lebhafte Atmosphäre in den Räumen der historischen Markthalle. An lauen Sommerabenden fühlt man sich am Tischchen unter freiem Himmel auf dem breiten Bürgersteig der Ackerstraße mit einem Glas Spritz in der Hand fast wie in Bella Italia.

7. … weil man hier der Berliner Stadtgeschichte ganz nah ist. Während in anderen Stadtteilen alle Spuren der Mauer verschwunden sind und man oft gar nicht mehr weiß, ob man sich gerade im ehemaligen Ostteil oder Westteil befindet, erinnert die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße eindrucksvoll an die Teilung Berlins. Die Gedenkstätte erstreckt sich auf einer Länge von 1,4 km entlang des ehemaligen Grenzstreifens. Mehr über den Bau unterirdischer Fluchttunnel an der Bernauer Straße erfährst du in einer der spannenden Führungen des Vereins Berliner Unterwelten (Tour M – Unterirdisch in die Freiheit).

8. … weil sich hier Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Die Rosenthaler Vorstadt ist zwar nicht die allergrünste Ecke Berlins, doch es gibt hier neben dem Volkspark am Weinberg und dem Friedhof der Sophienkirchgemeinde noch viele weitere kleine grüne Oasen in Form von Spielplätzen oder Mini-Parks, die in Baulücken entstanden sind. Das gefällt den Anwohnern, aber auch den wilden Tieren, die sich trotz Asphalt und Beton im Großstadt-Dschungel wohl fühlen. Im Frühling wecken Singvögel mit ihrem lauten Gezwitscher die ganze Nachbarschaft. Nachts fliegen Fledermäuse in den Häuserschluchten hin und her. Und Füchse trifft man regelmäßig – ob nun in der Ackerstraße oder der Bernauer Straße.

9. … weil ein Abend im Nola’s wie ein Kurzurlaub in der Schweiz ist. Wie es sich für ein Schweizer Restaurant gehört, befindet sich das Nola’s am Hang eines Berges und verfügt über eine Panoramaterrasse. Der Weinberg ist zwar eher ein Hügel, aber der Ausblick auf den Park und den Kiez ist trotzdem nicht zu verachten. Für das echte Schweizer-Chalet-Feeling bestellst du am besten Käsefondue – gefolgt von der gefährlich leckeren Toblerone Mousse.


10. … weil einige der Einkaufsstraßen Dorfcharakter haben. Großstädtische Anonymität? Davon ist beim Einkaufsbummel in der Invalidenstraße zwischen Brunnenstraße und Bergstraße nichts zu spüren. Hier shoppt die ganze Nachbarschaft und man trifft an jeder Ecke ein bekanntes Gesicht. In der Apotheke berichtet eine ältere Dame einer Nachbarin von ihren Wehwehchen, während sich auf den Bänken vor der Weinhandlung eine ganze Gruppe zur spontanen Weinprobe versammelt hat und schräg gegenüber an der Ketels Grill Bude eine Familie mit drei Kindern in die Wurst beißt und dabei in die Abendsonne blinzelt.

Zionskirche

Zionskirchplatz
10119 Berlin

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Quelle: QIEZ
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