• Donnerstag, 16. August 2012

Humboldtforum

Die mit dem Wasser spielen

  • Wettbewerb Freiflächen am Humboldtforum: Alberto Brezigia
    Der Gewinner des Wettbewerbs zur Gestaltung der Freiflächen am Humboldtforum: Alberto Brezigia, Student an der HU Dresden Foto: dapd - ©Michael Gottschalk/dapd

Die Gestaltung der Freiflächen am Humboldtforum war Thema eines Wettbewerbs des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Gewonnen haben Studierende der TU Dresden.

Das Schloss reicht nicht aus. Erst durch die Nähe seiner Nachbarn – der Linden, des Karl-Marx-Forums, des Neuen Museums, des Alexanderplatzes sowie des historischen Schlossplatzes – wird das Schloss seine feste Position in der Stadt erlangen – ob diese Orte nun auf moderne oder auf historische Weise inszeniert werden. Das hat ein Kontest unter Studierenden von fünf Hochschulen beeindruckend gezeigt, nämlich der Wettbewerb des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft zur Gestaltung des Schlosses. Und obwohl keiner der guten Entwürfe Realisierung finden wird, geben sie doch detaillierte Hinweise darauf, was die Teilnehmer des vom Senat angebahnten internationalen Wettbewerbs zur Gestaltung des Umfeldes beachten sollten.

Erster Platz: Lichtsäulen, Fontäne und Wasserkaskaden

Der Chef der Jury Michael Braun, der zugleich der Präsident der Bundesstiftung Baukultur ist, bezeichnete die Arbeiten lobend als "frischen, offenen Blick auf diesen geschichtsträchtigen Ort". Womöglich hatte er dabei den Entwurf von Alberto Brezigia von der Technischen Universität Dresden im Kopf. Der Studierende, der aus Argentinien stammt, hebt Sichtachsen des Schlosses hervor wie Unter den Linden, indem er eine Fontäne und eine  Wasserkaskade einsetzt oder auch das Areal vor dem Hauptportal mit Lichtsäulen betont, was eine visuelle Vernetzung des Einheitsdenkmals mit der geplanten Archäologischen Promenade erzeugt. Brezigias Ziel beim Einsatz der vier Achsen des Schlosses ist es, "vier Szenarien" zu erschaffen. Neuartige Stadträume mit einer individuellen Atmosphäre, die jedoch gleichzeitig das Schloss mit anderen Orten verknüpfen sollen, bis hin zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Der zweite Siegerentwurf, nämlich jener von Franziska Leis (TU Dresden), verfolgt einen ganz anderen Ansatz: In Ihm schlägt sie vor, Wasserbecken vor der Nordfront des Schlüterbaus anzulegen, in deren Wasser sich die barocke Fassade spiegelt. Die Verknüpfung mit anderen geschichtsträchtigen Orten, etwa dem Pariser Platz, dem Dom oder dem Lustgarten, erzeugt sie anhand eines gemeinsamen Bodenbelags: Granitpflaster. Und damit die Verbindung der Museen auf der nördlichen Spreeinsel gestärkt wird, schlägt Leis vor, Wege anzulegen, die den Kfz-Verkehr Unter den Linden abbremsen und mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen.

Langfristig kulturelle Events im Außenraum des Humboldtforums zu erwarten

Leis’ Wasserbecken stellen quasi ein Zitat des Schlossbrunnens dar, den kein Einziger der Teilnehmer wieder an seinem alten Platz auf der Südseite des Barockbaus positioniert. Dort war, bis der Schlüterbau abgerissen wurde, der eigentliche Schlossplatz. Doch darauf nehmen die Entwürfe weniger Rücksicht, stellt Stefan Evers aus der Jury fest, der in der CDU-Fraktion Sprecher für Stadtentwicklung ist. Ein Versäumnis, wie Evers meint, weil der Schlossplatz die Verknüpfung mit dem südlichen Teil der Spreeinsel, der Breiten Straße und dem Petriplatz darstellt, wo in der Zukunft das Archäologische Zentrum zu finden sein wird. Ganz im Gegenteil widmen sich viele Studierende insbesondere der Gestaltung der modernen Ostfront des Schlosses, die auf den Alexanderplatz und das Marx-Engels-Forum weist. Der Vorschlag von Raymond-Valentin Munz und Marius Kühn, die ebenfalls den zweiten Platz belegten, sieht beispielsweise einen terrassenähnlichen Abstieg zum Fluss vor.

Lob dafür gab es von Manfred Rettig, dem Chef der Stiftung Berliner Schloss Humboldtforum. Der Bauherrenvertreter ist interessiert an einer Gestaltung der freien Fläche im Nordwesten des Schlosses. Denn er erwartet "langfristig auch im Außenraum kulturelle Events des Humboldtforums".

Adresse

Schloßplatz 3
10178 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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