• Montag, 30. Juni 2014

Berliner Polizei im Stress

Eröffnung der Invalidenstraße verschoben

  • Dauerbaustelle. So kannte man sie jahrelang: die Invalidenstraße. Doch bald rollt es wieder.
    Dauerbaustelle. So kannte man sie jahrelang: die Invalidenstraße. Doch bald rollt es wieder. Foto: Tagesspiegel - ©Doris Spieckermann-Klaas

Eigentlich sollte es am Montag wieder rollen auf der Invalidenstraße in Mitte. Doch weil die Polizei unter Großeinsätzen ächzt, wird die Freigabe verschoben.

Die Straße ist fertig, die Autos dürfen sie aber weiter nicht nutzen. Die für den morgigen Dienstag vorgesehene Freigabe der nördlichen Fahrbahn auf der Invalidenstraße zwischen dem Friedrich-List-Ufer und der Hessischen Straße muss erneut verschoben werden. Grund: Es fehlen Polizisten, die nach den erforderlichen Ampelabschaltungen den Verkehr vorübergehend regeln können. Ursprünglich sollte die Freigabe schon heute erfolgen, der Termin wurde am Wochenende dann aber wegen des Mangels an Beamten bereits um einen Tag verschoben.

Einen neuen Termin wolle die Senatsverkehrsverwaltung nun erst wieder nennen, wenn die Polizei verbindlich zugesagt habe, dass sie genügend Personal für die Umstellung der Verkehrsführung habe, sagte die Sprecherin der Verkehrsverwaltung, Petra Rohland. Wie viele Polizisten benötigt werden, konnte sie nicht sagen.

Nach der Freigabe der nördlichen Fahrbahn kann der Verkehr wieder zweispurig in beide Richtungen rollen. Eine Staustelle auf der Dauerbaustelle Invalidenstraße, wo Gleise für die Straßenbahn gelegt werden, wäre dann beseitigt. Derzeit gibt es in diesem Bereich jeweils nur eine Spur.

Es bleibt eng und staureich

Aus dem Stau kommen die Autofahrer aber weiter nicht. Einen Tag nach der Freigabe der Invalidenstraße soll die Chausseestraße zwischen Invalidenstraße und Zinnowitzer Straße für voraussichtlich ein halbes Jahr komplett gesperrt werden. Dort lässt die BVG die Tunneldichtung der U-Bahn-Linie U 6 (Alt-Tegel–Alt-Mariendorf) erneuern. Anschließend folgt der Gleis- und Straßenbau im Bereich der Kreuzung Invalidenstraße/Chausseestraße. Von der Chausseestraße kann an der Kreuzung mit der Invalidenstraße weiter nur nach rechts Richtung Nordbahnhof abgebogen werden – mit Einbahnstraßen-Regelung. Richtung Hauptbahnhof sind die Bauarbeiten noch voll in Gang. Hier finden nach Angaben der Verkehrsverwaltung Arbeiten an Leitungen statt.

Eng – und staureich – bleibt es auch am Hauptbahnhof. Dort lässt die BVG derzeit auf dem Mittelstreifen der Invalidenstraße die Haltestelle für die Straßenbahn bauen, die von der Kreuzung Invalidenstraße/Chausseestraße bis Alt-Moabit verlängert wird. Querelen zwischen der BVG und der Bahn, die unter der Straßenbahn-Haltestelle an der S-Bahn-Strecke S 21 baut, verzögerten die Arbeiten. Inzwischen werden die Treppen von der künftigen Straßenbahnhaltestelle zum U-Bahnhof der U55 betoniert. Dabei sind Dichtungsarbeiten an den Tunneln der künftigen S-Bahn und der vorhandenen U-Bahn sowie an einem Verbindungstunnel erforderlich.

Die Arbeiten an der Haltestelle, die ein großzügiges Dach erhalten wird, sollen Ende 2014 abgeschlossen sein. Straßenbahnen könnten dann im Sommer 2015 halten. Geplant war dies bereits zur Eröffnung des Hauptbahnhofs Ende Mai 2006.

Gebaut wird an der 2,9 Kilometer "langen" Strecke aber erst seit 2011. Klagen hatten den Bau zunächst verzögert. Anwohner waren vor Gericht gezogen, weil die Verkehrsverwaltung die Invalidenstraße im Schatten der Straßenbahn-Arbeiten auch für den Autoverkehr ausbauen wollten. Die Verwaltung stoppte die Planungen und leitete ein neues Verfahren ein. Inzwischen liegen fast überall die neuen Gleise, nur die Oberleitung fehlt. Sie soll erst zum Schluss installiert werden, damit sie nicht geklaut werden kann.

Eine Großbaustelle ist auch noch der Abschnitt zwischen Caroline-Michaelis-Straße und Gartenstraße. Hier ist die Invalidenstraße voll gesperrt. Die Haltestelle der Straßenbahn-Linie M 8 (Ahrensfelde – Nordbahnhof) vor dem Nordbahnhof ist Ende März hinter die Gartenstraße verlegt worden. Einen Hinweis darauf finden Fahrgäste am Nordbahnhof bis heute jedoch nicht. Dafür hängen in den noch nicht ganz fertigen Wartehallen Richtung Hauptbahnhof bereits die ersten Werbeplakate. Zumindest das geht schnell.

Adresse

Invalidenstraße
Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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