• Donnerstag, 31. Mai 2012

Neue Strecke für S-Bahn und Tram

Baustart am Hauptbahnhof

  • Der Berliner Hauptbahnhof
    Die Bauarbeiten am Hauptbahnhof für die S-Bahnstrecke S 21 haben begonnen. Foto: dapd - ©Theo Heimann/dapd

Endlich beginnen die Bauarbeiten für die S-Bahnstrecke, die von Norden an den Hauptbahnhof heranführen soll. Ab 2013 soll der Bahnhof zusätzlich mit einer neuen Straßenbahn aus dem Osten erreichbar sein.

Viele kritische Stimmen hat es zum Hauptbahnhof gegeben, besonders weil er im Niemandsland gelegen sei. Jetzt präsentierten der Senat und die Bahn ihre Planung für eine verbesserte Anbindung des im Mai 2006 eröffneten Bahnhofs. Der Kern der Neuerungen sind die Neubaustrecke für die S 21 Richtung Nordring und eine Tram-Verbindung Richtung Nordbahnhof. "Der Hauptbahnhof steht für das Zusammenwachsen der ehemals geteilten Stadt", äußerte Ingeborg Junge-Reyer (SPD), Stadtentwicklungssenatorin, aus Anlass des symbolischen ersten Spatenstichs an der Invalidenstraße. Auch das Bahnhofsviertel werde so besser erschlossen.

227 Millionen Euro für eine S-Bahnstation im Hauptbahnhof

Preisgünstig werden die Bauarbeiten der neuen S-Bahnstrecke nicht. Schließlich sind für die S 21 laut Angaben der Bahn 227 Millionen Euro eingeplant – für gerade einmal eine neue Station, die im Untergeschoss vom Hauptbahnhof gebaut wird.

Über einen Bau des heiß diskutierten S-Bahn-Stopps an der Perleberger Brücke werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Dies müsse sich schließlich auch rechnen, so Junge-Reyer. Im Jahr 2017 soll die neue S-Bahn-Linie in Betrieb genommen und im Anschluss auch bis zum Potsdamer Platz ausgedehnt werden, der Südring ist das perspektivische Ziel. Die neue Strecke käme vor allem Fahrgästen aus dem Norden der Stadt zugute, die dann ohne Umsteigen am Bahnhof Friedrichstraße und schneller als bisher den Hauptbahnhof erreichten, so der Bahn-Chef für Berlin, Ingulf Leuschel.

BVG erwartet 24.000 neue Fahrgäste

Nicht ohne Ärgernisse verliefen auch die Planungsarbeiten der neuen Invalidenstraße. Eine Klage gegen den Ausbau mit vier Fahrspuren hatte den Beginn der Bauarbeiten hinausgezögert, der Pozess ist noch immer im Gange. Dennoch beginnt nun der Bau, ab 2013 soll die M 6 (aus Hellersdorf) schon Fahrgäste zum Hauptbahnhof bringen. Später sollen dorthin auch die M 10 (aus Friedrichshain) und die M 8 (aus Ahrensfelde) fahren. "Wir rechnen mit 24.000 neuen Fahrgästen", so BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Zwischen Alt-Moabit und Chausseestraße wird die zweigleisige Straßenbahntrasse mit anschließender Wendeschleife weitergeführt. Die 2,3 Kilometer lange Tram-Strecke wird sechs Haltestellen aufweisen.

Claudia Hämmerling, Verkehrsexpertin der Grünen, äußerte Kritik an der gemeinsamen Benutzung der neuen Straße durch Straßenbahn und Autos und sprach von einer "Verkehrspolitik aus der Mottenkiste". Ihrer Ansicht nach werde die neue Linie nur im Schneckentempo befahrbar sein, außerdem habe der Senat die Erschließung des Hauptbahnhofs sechs Jahre blockiert. Junge-Reyers Kommentar zu dieser Äußerung: "Wir hatten eine Sitzung im Verkehrsausschuss – dort habe ich Frau Hämmerling nicht gesehen." Auch einige Anlieger befürchten ständigen Stau und Lärm aufgrund der Bauarbeiten. Anja Mainka, Verwaltungsleiterin im Seniorenheim Invalidenstraße, meint: "Die Strecke ist eine riesige Beeinträchtigung für unsere Bewohner."

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Quelle: Der Tagesspiegel
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