Lippenstiftmuseum

Denn zum Küssen sind sie da

Denn zum Küssen sind sie da
Star-Visagist René Koch zeigt angemeldeten Besuchern gern seine Schätze.
Wilmersdorf - Willst du wissen, wie der Kussmund von Mireille Mathieu oder Hildegard Knef aussieht? Möchtest du erfahren, wo der Lippenstift, der über 130 Jahre alt ist, seinen Ursprung hat? Hast du Lust einzutreten in die Welt des wohl berühmtesten Kosmetikutensils? Dann gehört ein Besuch im Lippenstiftmuseum des Star-Visagisten René Koch auf deine Agenda.

1883 präsentierte ein Pariser Parfümhersteller auf der Weltausstellung in Amsterdam einen in Seidenpapier gewickelten Stift aus gefärbtem Rizinusöl, Hirschtalg und Bienenwachs – und der allererste „richtige“ Lippenstift war geboren. Ganz so lange sammelt Star-Visagist René Koch die guten Stücke zwar noch nicht, aber immerhin schon seit dreißig Jahren geht er weltweit auf Flohmärkten sowie Auktionen oder in Foren auf die Suche nach kostbaren Lippenstiften. Seine Sammlung umfasst mittlerweile etwa 300 Lippenstifte aus den verschiedensten Epochen, die er interessierten Besuchern gern in privaten Führungen (nur mit Anmeldung) zeigt. Dazu gibt es in seinem Wilmersdorfer Privatmuseum viele historische Plakate über Lippenstifte sowie 250 Kussabdrücke prominenter Frauen zu sehen.

Dem 1945 in Heidelberg geborenen Kosmetologen und TV-Schönheitsexperten macht in Sachen Beauty so schnell keiner was vor: Er war als Chefvisagist bei Yves Saint Laurent tätig, arbeitete in New York, London und Paris, schminkte Hildegard Knef, Claudia Schiffer & Co. und berät auch heute noch viele Promis.

Zu seinen kostbarsten Exemplaren zählt übrigens ein Stift mit Brillanten, Diamanten und schwarzen Saphiren in Emaillehülse aus den zwanziger Jahren (Art Déco, Wert ca. 1.500 Euro) und einer aus Sterlingsilber mit integrierter Puderdose und Spieluhr (Stummfilmzeit, Wert ca. 750 Euro). Doch trotz seiner beachtlichen Auswahl denkt der Meister nicht daran aufzuhören – ganz im Gegenteil: „Eine so große Lippenstiftsammlung wie meine endet nie und so kaufe ich auch alles ‚Neue‘, was in Sachen Lip Rouge auf den Markt kommt“, erklärt er. „Denn die Neuen von heute sind die Exoten von morgen. Schließlich soll meine Lippenstiftsammlung mich überleben und den Kosmetikinteressierten in 100 Jahren auch zeigen, was Anfang des 21. Jahrhunderts trendy war.“

Lippenstiftmuseum, Helmstedter Straße 16, 10717 Berlin

Telefon 030 8542829

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Besuche & Besichtigungen nur nach vorheriger Terminvereinbarung
telefonisch erreichbar von Mittwoch bis Freitag von 11:00 bis 19:00 Uhr

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