Villa Oppenheim

Wieder eröffnet

Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf hat in der etwa 130 Jahre alten Villa Oppenheim viel mehr Platz als früher.
Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf hat in der etwa 130 Jahre alten Villa Oppenheim viel mehr Platz als früher. Zur Foto-Galerie
Früher Sommerresidenz der Bankiersfamilien Mendelssohn und Oppenheim, nun neue Herberge des Museum Charlottenburg-Wilmersdorf – in der Villa Oppenheim sind neben der Kunstsammlung Charlottenburg auch viele vernachlässigte Archiv-Schätze zu bestaunen.

Den Namen Heimatmuseum trägt das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf schon seit Jahren nicht mehr. Verstaubt habe die Bezeichnung für viele Leute geklungen, so die Leiterin Birgit Jochens. Charlottenburg sei ja bereits vor der Eingemeindung nach Berlin eine große, reiche und moderne Stadt gewesen. Deren Kunstschätze und Dokumente bilden zusammen mit Beständen aus Wilmersdorf sowie privaten Leihgaben und Schenkungen die Sammlung des Museums, das nun auch angemessene Räume beziehen konnte.

„Das Konzept hat sich verändert“, erklärt Jochens. Noch im Aufbau ist die Dauerausstellung „Von der Residenz zur City West“, für die es am alten Standort gegenüber dem Schloss Charlottenburg zu wenig Platz gegeben hatte. 1987 war das damalige Heimatmuseum Charlottenburg anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins entstanden. Birgit Jochens leitet die Einrichtung seit 1990. Bisher waren viele Exponate eingelagert oder an anderer Stelle zu sehen, im Rathaus Charlottenburg etwa oder in der Kommunalen Galerie am Hohenzollerndamm.

Vom Problem- zum Glücksfall

Letztlich wurde ein Kostenproblem zum Glücksfall für das Museum: Das Land hatte die alten Räume bislang gratis zur Verfügung gestellt, doch bald wäre Miete fällig gewesen. Dafür aber war kein Geld da. Deshalb wurde beschlossen, ein Museum für Gegenwartskunst in der Villa Oppenheim aufzulösen und stattdessen das Bezirksmuseum einzuquartieren. Das Baudenkmal wurde zwei Jahre lang vollständig renoviert und für 1,6 Millionen Euro umgebaut, einen Großteil der Mittel steuerte die Lottostiftung zu. Eine Gegenleistung dafür: Der Bezirk überließ der Sammlung Berggruen einen anderen Altbau – das Kommandantenhaus am Spandauer Damm.

Ein Vorgängerbau der Villa Oppenheim war einst der Sommersitz des Bankiers Alexander Mendelssohn. Später wurde der Jurist Otto Georg Oppenheim zum Namensgeber und Bauherrn des 1881–82 errichteten Hauses im Stil der Neorenaissance. Es bietet nun drei Stockwerke für Ausstellungen, Veranstaltungen und das erweiterte Museumsarchiv.

Eine wichtige Neuerung ist der ehrenamtliche Freundeskreis. 20 Helfer sind Aufrufen zur Mitarbeit bereits gefolgt – darunter Lehrer, Beamte, Medienprofis und Ruheständler. Die Freiwiligen unterstützen die vier Festangestellten, indem sie „durch Ausstellungen führen wollen und ein Halbjahresprogramm erarbeiten“, wie Jochens sagt.

Unterhaltung für jedermann

Die Kunstsammlung Charlottenburg sei in der ersten Etage „erstmals in dieser Gesamtheit“ öffentlich zugänglich, so Jochens, in einem der Säle hängen alte Gemälde. Hinzugekommen sind auch ein Café sowie ein Raum, in dem Grundschulklassen spielerische „Stadterkundungen“ unternehmen können. Dort zeigen Exponate das Lebensumfeld von Kindern in früheren Zeiten – das Spektrum reicht von alten Puppenkisten und Rollschuhen über Entlausungsgeräte bis hin zu Care-Paketen und Mecki-Figuren aus der Nachkriegszeit.

Birgit Jochens will „das ganze Haus bespielen“, unter anderem auch durch Vorlesungen mit Musik. Firmen, Stiftungen und Vereinigungen können Räume für kleinere Events mieten. Da bei der Wiedereröffnung zunächst nur die Planungen für die Dauerausstellung über den Bezirk vorgestellt werden konnten, standen zwei Sonderausstellungen im Vordergrund. Die eine handelt vom Leben der Familien Mendelssohn und Oppenheim in Charlottenburg.

Schwerere Kost dann schon bei der Ausstellung „Die Träume einzig blieben mir in meiner kahlen Zelle“: Hier geht es um Frauen aus dem Widerstand gegen Hitler, die in der Nazizeit im Gerichtsgefängnis Kantstraße 79 inhaftiert waren. Weitere Ausstellungs-Ideen gibt es auch schon: Für die zweite Jahreshälfte plant eine Projektgruppe aus Langzeitarbeitslosen eine Schau über die Geschichte der Wilmersdorfer Straße.

Foto Galerie


Quelle: Der Tagesspiegel

Museum Charlottenburg-Wilmersdorf - Villa Oppenheim, Schlossstr. 55, Zugang über Otto-Grüneberg-Weg, 14059 Berlin

Telefon 030 902924108
Fax 030 902924160

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Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf hat in der etwa 130 Jahre alten Villa Oppenheim viel mehr Platz als früher.

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