Förderungsprojekt Musicboard

Eine Million für die Musikszene

Erst im Februar stand der Club Schokoladen in der Ackerstraße 169 in Mitte stand kurz vor der Schließung. Doch kurz vor dem Termin hieß es seitens des Hauseigentümers, man arbeite an einer Lösung. Eine Schweizer Stiftung möchte den Schokoladen jetzt kaufen.
Erst im Februar stand der Club Schokoladen in der Ackerstraße 169 in Mitte stand kurz vor der Schließung. Doch kurz vor dem Termin hieß es seitens des Hauseigentümers, man arbeite an einer Lösung. Eine Schweizer Stiftung möchte den Schokoladen jetzt kaufen.
Das Musicboard soll Berlin als Musikstadt fördern – ähnlich wie das Medienboard für Film und Fernsehen. Von der Schließung bedrohte Klubs wird es allerdings auch nicht retten können.

Wenn sich Anwohner – wie beim geschlossenen Knaack – durch alle Instanzen klagten, dann seien dem Senat auch die Hände gebunden, erklärte Senatskanzleichef Björn Böhning (SPD) am Montag bei der Vorstellung des Projekts Musicboard. Das Musicboard könne vielleicht den Lärmschutz fördern – allen Anforderungen könne es aber nicht nachkommen.

Das ist mit einer Million Euro im Jahr, die ab 2013 zur Verfügung stehen soll, nicht zu leisten. Zum Vergleich: Das Vorbild Medienboard für Film und Fernsehen bekommt 29 Millionen. Böhning warnte grundsätzlich vor der These des Clubsterbens. Das wäre für die Clubs und deren Wahrnehmung nicht gerade förderlich.

Berlin als wichtiger Popmusikstandort

Bisher sind die Funktionen des Musicboards nur in etwa klar. Es haben erste Gespräche mit den Netzwerken, Plattenfirmen, Musikern stattgefunden, sagte Böhning. In weiteren Gesprächen sollen Struktur und Inhalte definiert werden. Man betrete bundesweit „völliges Neuland“. Das Musicboard soll einen „musikwirtschaftlichen Fokus“ haben und den Popmusikstandort Berlin nach vorne bringen. „Berlin soll international ausstrahlungsfähig bleiben“, erklärte Böhning. Das sei „ein großes Problem“, vor allem weil die Music Week nun ohne Musikmesse Popkomm stattfinde. Die Branche sei ein „gewichtiger Wirtschaftsfaktor“, mache eine Milliarde Euro Umsatz, beschäftige „mehrere zehntausend“ Mitarbeiter.

Das Konzept soll im September stehen

Für bessere Rahmenbedingungen und zur Förderung der Kommunikation zwischen Verwaltung und Musikwirtschaft soll eine zentrale Anlaufstelle her. Geplant ist auch, innerhalb der Branche die Vernetzung zu fördern. Und der Nachwuchs soll unterstützt werden, wenn die Musiker Proberäume, Auftrittsmöglichkeiten oder auch Produzenten suchen. Bis September will man das Konzept fertigstellen, zum Jahreswechsel soll die Arbeit beginnen. Das Musicboard werde nicht die bestehende Musikförderung ersetzen, auch nicht die Liegenschaftspolitik des Landes neu gestalten, erklärte Böhning. Aufgabe des Landes sei, für gute Kommunikation zu sorgen.

Clubcommission-Sprecher Lutz Leichsenring erhofft sich den Aufbau einer Infrastruktur, die Faktoren wie Anwohner, Lärmschutz und Gentrifizierung einbezieht. Das internationale Marketing solle ebenfalls am Musicboard angesiedelt sein.


Quelle: Der Tagesspiegel

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