Berlin-Neukölln

Christiane F.: "Das war ein Raubüberfall auf mich"

Christiane F.:
Christiane F., die durch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" bekannt wurde, hatte Ärger am Neuköllner Hermannplatz.
Kreuzkölln - Durch ihre Autobiografie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" wurde sie Deutschlands wohl bekanntester Junkie: Jetzt soll Christiane F. ihren Hund geschlagen und eine Frau angegriffen haben. Sie selbst sagt, sie habe sich verteidigt.

Trubel um Christiane F.: Die Berlinerin, die durch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ weltweite Bekanntheit erlangte, ist derzeit wieder in den Schlagzeilen, weil sie ihren Hund geschlagen und eine Frau, die dazwischengehen wollte, gebissen haben soll. Einem Bericht der B.Z. zufolge ereignete sich der Vorfall am Montag am Hermannplatz in Neukölln; Christiane F. soll die Frau außerdem fremdenfeindlich beleidigt haben. Die Polizei will keine Namen nennen, bestätigt aber, dass es einen solchen Fall gegeben habe. Die gebissene Frau habe oberflächliche Verletzungen erlitten, die aber nicht versorgt werden mussten. Die Angreiferin – also Christiane F. – erhielt Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und schwerer Körperverletzung, kam aber nicht in Gewahrsam.

Christiane F. bestätigte dem Tagesspiegel am Mittwoch, dass es sich bei der 53-Jährigen, von der die Polizei spricht, um sie handelt. Allerdings habe sich alles anders zugetragen als bislang von den Medien beschrieben, betont sie. „Das war ein Raubüberfall und ich habe mich gewehrt“, sagt sie. Sie sei mit ihrem Hund am Hermannplatz unterwegs gewesen, als ihr drei unangeleinte Hunde entgegenkamen. Weil ihr Hund, ein Chow-Chow, andere Hunde gern herausfordere und fixiere, habe sie ihm die Lederleine ein Mal „über den Rücken gezogen“, um ihn von den Hunden abzulenken. „Ich habe ihn weder geschlagen, noch getreten – das würde sich ein Chow-Chow auch nicht gefallen lassen.“

„Wie in einem Mob in Neu-Delhi“

Dann sei eine Frau – selbst mit einem Hund an der Leine – auf sie zugekommen und habe ihr gedroht, die Polizei zu rufen, sollte sie den Hund noch einmal schlagen. „Ich wollte mich von ihr aber nicht belehren lassen“, erzählt F., die ihren Hund seit zehn Jahren hat. Daraufhin habe die Frau versucht, ihr die Leine zu entreißen, weitere Frauen seien hinzugekommen und hätten versucht, Christiane F. festzuhalten, es kam zu einer Rangelei. „Da habe ich gesagt, dass ich mich wie in einem Mob in Neu-Delhi fühle“, sagt F. Als rassistisch habe sie das nicht empfunden. Wer sie kenne, wisse, dass sie nicht fremdenfeindlich eingestellt sei.

Schließlich sei sie so verzweifelt gewesen, dass sie versucht habe, die Frau zu beißen. „Ich bin mir sicher, die wollte einfach meinen Hund stehlen und mich fertig machen, weil ich eben Christiane F. bin.“ Sie habe aus gesundheitlichen Gründen aber nicht zubeißen können und die Frau deshalb auch nicht verletzt, erklärt Christiane F. Nun will sie selbst Anzeige erstatten.

 

Christiane F. hat sich zurückgezogen

Christiane F. trieb sich Ende der siebziger Jahre als heroinabhängige Jugendliche am Bahnhof Zoo herum. 1978 erschien ihre Biografie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, die vor allem in Deutschland, aber auch weltweit für Aufsehen sorgte. Das Buch wurde später verfilmt, 2013 veröffentlichte Christiane F. ein Buch über ihr Leben danach. In den vergangenen Jahrzehnten soll sie immer wieder Rückfälle gehabt haben und verlor zeitweise das Sorgerecht für ihren Sohn. Anfang 2014 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück, der Grund dafür sei vor allem ihr Gesundheitszustand, gab sie damals an.


Quelle: Der Tagesspiegel

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