Nachtleben in Neukölln

Tanzen in der Brauerei

Tanzen in der Brauerei
Jana Reiche, 28, und Oliver Lucas, 41, gehören zu den Betreibern des Cube im früheren Vollgutlager der Kindl-Brauerei im Rollbergkiez.
In historischen Neuköllner Industriegemäuern wurde Anfang März das Cube eröffnet. Der neue Club in der alten Kindl-Brauerei soll Rock- und Techno-Fans gleichermaßen begeistern. Doch neben langen Nächten auf der Tanzfläche ist noch einiges mehr geplant.

Die Genehmigung kam in letzter Minute. Erst einen Tag, bevor der Club Cube im Rollbergkiez eröffnen sollte, gaben die zuständigen Ämter grünes Licht. So konnte Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky wie geplant seine Ansprache halten und den neuen Tanzpalast im Vollgutlager der Brauerei den Clubbern überlassen. Neben dem Clubbetrieb soll das Gelände als Eventcenter dienen – unter anderem wird an Vernissagen und Betriebsfeiern gedacht.

Betreiberin Jana Reich, 28, berichtet vom Interesse der Modemesse Bread & Butter. In der Mitte des Raumes verlaufen leicht erhöhte Betonplatten, die als Laufsteg dienen könnten. Früher befanden sich dort Maschinen zur Reinigung der Flaschen. Direkt daneben liegt eine Konzertbühne, darüber erlaubt eine Galerie an der Wand den Blick auf die Feiernden. Einige Schritte weiter stößt man auf den Altbau, der bis zu sieben Meter hoch ist und zwei Meter dicke Mauern hat; an den Wänden sind noch alte Stahlträger zu sehen. Club und Lounge befinden sich dort, wo früher die Abfülltanks standen – hier sollen 600 Gäste Platz finden. Jeden Freitag ist elektronische Musik geplant, samstags wird es rockig. Die Räumlichkeiten sind für insgesamt 2400 Besucher ausgelegt, sagt Reich.

Idealer Standort, vielfältig genutzt

Sie und ihre Mitstreiter Oliver Lucas und Stephanie Haus haben nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Euro ins Cube investiert, seit September 2011 wurde gebaut. Über mangelnde Unterstützung können sie sich nicht beklagen. Die Brauerei gewährte ein hohes Darlehen, der Bezirk half mit Beratern. Es sei gar nicht so einfach gewesen, noch ein leerstehendes Gebäude in Berlin zu finden, sagt Reich. Vom jetzigen Standort ist sie überzeugt. „Neukölln wird zum Szenebezirk, alles schwappt rüber“, sagt sie. Bisher galt der Rollbergkiez als sozialer Brennpunkt.

Neben dem Cube sollen in der Brauerei, die vor sieben Jahren nach 133-jähriger Nutzung geschlossen wurde, weitere Ideen und Unternehmungen verwirklicht werden, der Club ist nur ein Puzzleteil. Im selben Gebäude, in dessen Erdgeschoss sich bereits eine Kartbahn befindet, soll ab 2013 das Kulturzentrum „Vollgutlager“ mit Theater, Kneipe, Konzerten, Künstlercafé und Arbeitsräumen entstehen. Auch das Sudhaus, das unter Denkmalschutz steht, möchten dessen Käufer aus der Schweiz kulturell nutzen. Im Keller wird sogar wieder Bier gebraut: Wilko Bereit hat sich dort 2009 mit seiner Privatbrauerei Am Rollberg angesiedelt.

An der Ecke zur Mainzer Straße werden ab 2013 Dialyse-Patienten behandelt. Das KfH-Nierenzentrum errichtet einen 3200 Quadratmeter großen Neubau mit 56 Behandlungsplätzen, 2013 soll der Umzug aus der Sonnenallee erfolgen. Nebenan, wo bisher regelmäßig ein Flohmarkt stattfand, sind laut dem Sprecher der dänischen Geländeeigentümer Wohnungen geplant.


Quelle: Der Tagesspiegel

Cube, Rollbergstraße 26, 12053 Berlin


Freitag und Samstag

Cube

Jana Reiche, 28, und Oliver Lucas, 41, gehören zu den Betreibern des Cube im früheren Vollgutlager der Kindl-Brauerei im Rollbergkiez.

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