Raus ins Grüne!

Natur erleben mit Kindern

girl playing on body of water
So schön das Leben in einer Metropole auch ist: Das Thema Natur kommt bei vielen Familien ein wenig zu kurz. Das ist auch deshalb schade, weil für Kinder Naturerlebnisse wichtig sind. Allerdings kann man diese auch in und um Berlin herum entdecken ...

Dass immer weniger Kinder sich in der Natur auskennen, ist eine Erkenntnis, die es bereits seit geraumer Zeit gibt, wie auch das Wissenschaftsmagazin Spektrum berichtete. Damit einher geht auch die Tatsache, dass viele Kids grundlegende Dinge über die Natur nicht mehr kennen – und selbst die Frage, wo eigentlich die Sonne aufgeht, nicht mehr beantworten können.

Ein Stück Natur in die Stadt bringen

Dabei ist es gar nicht so schwer, ein Stück Natur auch in die Großstadtwohnung zu bringen. Das beginnt bei Kleinigkeiten, wie etwa dem gemeinsamen Bau eines Vogelhäuschens für den Balkon. Mit der Hilfe von praktischen Klebstoffen können auch die Kleinen daran tatkräftig mitwirken.

Wenn das Vogelhaus dann erst einmal hängt, dauert es meist nicht lange, bis die ersten gefiederten Gäste eintreffen. Bereits hier können Kinder durch Beobachtung viel über das Thema Vögel lernen. Welche Art ist das, die gerade eingeflogen ist? Wie viel fressen Vögel eigentlich und wie lange bleiben sie durchschnittlich am Vogelhäuschen? Diese Fragen lassen sich durch Beobachtung und einen kindgerechten Vogel- oder Naturführer, von denen es mittlerweile so einige gibt, leicht klären.

Raus ins Grüne mit den Kids!

So oft es geht, sollten Eltern mit ihren Kindern zudem raus ins Grüne fahren. Denn der Aktionsradius des Nachwuchses beschränkt sich zunehmend auf Innenräume – und auf Entdeckungsreisen via Internet.

Der amerikanische Autor Richard Louv hat für sein Buch „Last Child in the woods“ (Das letzte Kind im Wald) dieses Phänomen untersucht und dafür auch etliche Kinder befragt. Eine Antwort ist typisch: „Ich spiele lieber drinnen, weil es da Steckdosen gibt“.

Gründe für diese Entwicklung gibt es viele. Naturgebiete, in denen man beispielsweise Wandertouren mit Kindern unternehmen kann, liegen nicht mal eben direkt vor der Haustür. Solche Unternehmungen benötigen Zeit und Planung.

Bisweilen spielt allerdings auch die elterliche Angst eine Rolle, den Kids könnte im „wilden Wald“ etwas passieren. Stattdessen organisieren Eltern das Leben ihrer Sprösslinge komplett durch, schaffen vom Judokurs bis zum Geigenspiel immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten – und bleiben mit der Familie doch lieber in der Stadt.

Wie spannend Kinder allerdings die Natur finden, zeigt sich schon an Testreihen mit Säuglingen: Wenn man ihnen bei ihren Beobachtungen die Wahl lässt zwischen einem echten Tier und einem tierischen Holzspielzeug, betrachten sie grundsätzlich das echte Tier länger und intensiver. Auch mit fortschreitendem Alter verlieren Tiere als Bestandteil der Natur nichts von ihrer Faszination auf Kinder.

Ein besonders überzeugendes Beispiel dafür ist das Pferde-Virus, das vor allem Mädchen bereits im Vorschulalter befällt und dafür sorgt, dass die Wände des eigenen Zimmers mit bunten Pferdepostern geschmückt werden. Die größte Freude kann man solchen Kindern mit einem Besuch auf einem Pferdehof machen, in dem es nicht nur ums Reiten geht, sondern auch darum, die Natur der Vierbeiner zu begreifen.

Entdeckungsreise Waldspaziergang

Bisweilen jedoch muss es gar nicht der Ausflug auf den Ponyhof sein, der Kids glücklich macht. Das leistet auch ein simpler Waldspaziergang. Denn hier schalten Kinder alle Sinne auf Empfang. Sie hören den Vögeln zu, entdecken Pflanzen und Blumen, finden vielleicht sogar Tierspuren: Die Natur bietet endlose Spiel-Ideen. Der Hirnforscher Professor Gerhardt Hüther sieht deshalb auch die Natur als idealen, lebendigen Entwicklungsraum für Kids.

Darüber hinaus fördert das Spiel in der freien Natur auch Dinge wie Mut oder Geschicklichkeit: Über einen Bach springen, einen Baum erklettern oder auf einem Holzstapel balancieren – das ist besser als jede Sportstunde. Das alles trainiert zudem nicht nur die Motorik, sondern auch das Selbstbewusstsein der Kinder.

Im Freien zu spielen oder einfach nur einen Spaziergang zu unternehmen, hilft Erwachsenen und Kindern außerdem gleichermaßen beim Stressabbau. Untersuchungen haben gezeigt, dass Nachwuchs, der viel in der Natur unterwegs ist, nachweislich weniger unter Angststörungen oder kindlichen Depressionen leidet als sogenannte Stubenhocker.

Damit so ein Spaziergang zum kindgerechten Abenteuer wird, kann man ihn mit Spielen oder kreativen Ideen anreichern. So entpuppen sich viele Kids als begeisterte Forscher, wenn man ihnen eine Lupe gibt, mit denen sie das versteckte Leben auf dem Waldboden untersuchen können. Auch eine kleine Schatzsuche, bei der es darum geht, etwas Rundes, ein ovales Blatt oder eine Vogelfeder zu finden, macht Kindern jede Menge Spaß – und bringt sie näher an die so wichtige Natur.

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