Gastro-Tipp

Neu in Wilmersdorf: Scharfe Cocktails und Levante-Küche im Mored

Mored Berlin
Unweit des Preußenparks in einer prächtigen Villa, die früher ein Edelbordell beherbergt hat, sorgt der ehemalige Bellboy-Chef Yotam Alon nun für eine besondere Dinner-Experience. Wir verraten dir, was hinter dieser Neueröffnung steckt.

Laute Musik und ordentlich Partystimmung: In den israelischen Restaurants unserer Hauptstadt ist immer etwas los. Hier wird gerne getrunken, gefeiert und getanzt – in großen Gruppen oder zu zweit. Doch wer sich nach einem entspannten Abend jenseits der Massen sehnt, sollte das Restaurant Mored besuchen. Hier geht es nicht nur um sehr gute Kulinarik, sondern um das Gesamterlebnis. „Wir wollen die Top-Adresse werden für eine unvergleichliche Dinner-Experience“, sagt Inhaber Yotam Alon, der als ehemaliger CEO der Bellboy Bar am Gendarmenmarkt die idealen Voraussetzungen mitbringt, um einen Ort für besondere Momente zu erschaffen.

Das Konzept klingt nach einer trendigen Location, die viele in Mitte oder Kreuzberg vermuten würden, aber diese Neueröffnung befindet sich ganz überraschend im gediegenen Wilmersdorf. Wer vom U-Bahnhof Konstanzer Straße in die Münstersche Straße abbiegt, steht vor einer schicken Villa, die wie der Wohnsitz einer reichen Familie wirkt, weniger wie ein Restaurant. Wir laufen über das große, schneebedeckte Grundstück einmal um das Haus herum, wo sich die Eingangstür zum Mored befindet. Das Service-Personal begrüßt uns herzlich, nimmt uns die Mäntel ab und vertreibt die Kälte direkt mit einem herrlich warmen und frisch zubereiteten Welcome-Drink. So geht Gastfreundschaft!

Von Tel-Aviv nach Berlin kam Alon, um die „Bellboy Bar“ am Gendarmenmarkt aufzubauen.

Im Restaurant herrscht gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre: Runde Holztische, edle Kronleuchter und silberne Kerzenständer verleihen dem Raum einen herrschaftlichen Touch, während die langen dunklen Vorhänge die Außenwelt vergessen machen. Wir lassen uns auf das besondere Erlebnis ein! Der Blick auf die Cocktail-Karte verrät, dass es hier kaum bekannte Klassiker gibt, sondern der Fokus auf ungewöhnlichen Kreationen liegt. Mit Ausnahme einiger ausgewählter Spirituosen der Premium-Marke Beam Suntory werden alle flüssigen Zutaten wie Arrak oder Liköre in der eigenen Küche hergestellt. Dass man diese Sorgfalt schmecken kann, beweisen uns eindrucksvoll ein Persian Gimlet – persische Limette, Rosenblätter, Sumac und Ruko Gin – und ein Shakshuka Martini, der sich dank Tomaten-Vodka, Rhabarber und Miso-Vermouth als idealer Aperitif erweist. Von Israel über Marokko bis nach Syrien: Im Mored kommen die Aromen der Levante eben nicht nur auf den Teller, sondern auch ins Glas.

Wir starten mit einem warmen Brioche-Challah, ein hausgemachtes, süßes und traditionell jüdisches Brot, das mit Labneh, eingelegtem Gemüse und Matbucha, einem kräftig gewürztem Tomatendip mit Minze, serviert wird. Dazu bestellen wir ein Lamm-Tatar (17 Euro), das überraschend mild im Geschmack ist und durch Tomaten, Auberginen, Rettich, Koriander und Datteln eine angenehme Frische und Süße erhält. Als zweite Vorspeise wählen wir den Blauflossenthunfisch (19 Euro), der mit Gazpacho, Bulgur, fermentierten Chilis und nativem Olivenöl durch ein überraschend rauchiges Aroma überzeugt.

Alon mixt Aromen, bis sie eine überraschend perfekte Einheit bilden, und kombiniert Zutaten, die sich vorher nie begegnet sind.

Zum Hauptgang wird uns eine unfassbar zarte und aromatische Entenkeule (33 Euro) serviert, die durch Kartoffeln, Trockenfrüchte und einen Chateau Musar Rotwein für vorweihnachtliche Stimmung sorgt. Wer Lust auf Fisch hat, bestellt die Caramelle (31 Euro), eine Pasta, die von der Form her an Knallbonbons erinnert und im Mored mit Wolfsbarsch, Zwiebeln, Tomaten und Koriander gefüllt wird. Den krönenden Abschluss des zauberhaften Abends liefert dann Malabi, ein Milchpudding, ähnlich der Panna cotta. Dank getrockneter Aprikosen, einem lieblichen Rotwein, Kadaif und Pistazie übertrifft die Levante-Variante den italienischen Klassiker. Die Bar und das Restaurant sind nur der Anfang: Sobald es wieder wärmer wird, eröffnet im großen Garten der Villa die Terrasse. Auch ein schickes Boutiquehotel im Gebäude soll folgen, das mit Sicherheit ebenfalls mit einem einzigartigen Ambiente überzeugen wird.

MORED by Yotke, Münstersche Straße 11, 10709 Berlin

Telefon 0176 3658 2965

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Donnestag bis Samstag von 18:00 bis 00:00 Uhr

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