Neue Mitte Tempelhof

Ein Kiez zum Andersmachen

Ein Kiez zum Andersmachen
Neue Wege gehen: Das Betreten der Rasenflächen am Stadtbad Tempelhof ist eigentlich untersagt. Auch so eine Sache, die man im Kiez verändern könnte. Zur Foto-Galerie
Tempelhofer Damm - Noch bis zum 28. Juni lädt das Festival MakeCity dazu ein, sich ein Bild von der Stadtplanung der Zukunft zu machen. Und dem Für und Wider neuer Gestaltungsmöglichkeiten für unsere Stadträume nachzuspüren. Besonders gut funktioniert das etwa im Quartier Götzstraße, einem noch recht unerschlossenen Kiez hinter dem Rathaus Tempelhof.

Schon vor einigen Monaten haben wir euch von den frischen Ideen für die Neue Mitte Tempelhof berichtet. Bislang prägen hier unter anderem eine bröckelnde Bibliothek, ein ziemlich unheimliches weil verwildertes Wäldchen, ein Schwimmbad mit unfreundlichen Öffnungszeiten und gewohnt un-einladende Kleingärten das Bild. Doch das Quartier hat eine Menge Potenzial. So lädt der weitläufige Franckepark (in dem sogar Damwild lebt) zum Spazierengehen ein und mit Schulen, Kitas, Spiel- und Sportplätzen, Polizei, Rathaus sowie der besagten Bibliothek und dem benachbarten Schwimmbad hat der Kiez eigentlich eine außergewöhnlich gute vorhandene Infrastruktur. Doch die müsste eben noch besser erschlossen werden. Gerade im Hinblick auf die Möglichkeiten des Wohnungsneubaus.

Das finden zumindest Architekt Christopher Weiß vom Projektentwicklungsbüro glockenweiß und sein Kollege Klaus de Winder, die an diesem wechselhaften Sommernachmittag interessierte Anwohner und Kiezbesucher durch das Quartier führen, für dessen Belebung sie sich bereits seit vielen Monaten stark machen. Ihr Konzept sieht unter anderem den Umzug der Bibliothek in ein moderneres Gebäude gleich nebenan, eine öffentliche Grünfläche mit hoher Aufenthaltsqualität rund um die Schwimmhalle, ein gelichtetes Wäldchen oder die Schaffung einer Markthalle mit Wochenmarkt vor. Neue, gemeinschaftlich genutzte Areale (etwa fürs Urban Gardening) sollen dem Kiez weitere neue Impulse geben und etwa die hermetisch abgeschlossenen Kleingärten zumindest ein Stück weit ersetzen.

Gentrifizierungs-Ängste

MakeCity schafft ein Plenum für den Kiez.
Das alles soll mit einer sensiblen Strategie und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit geschehen. Die in diesem Falle eben nicht erst beginnen soll, wenn schon fertige Konzepte vorliegen, sondern früher ansetzt. Dort, wo Bürger noch eigene Wünsche und Ängste äußern können – und diese auch gehört werden. Wie viel Diskussionsbedarf besteht wird auch bei der Führung durch das Quartier Götzstraße im Rahmen des MakeCity-Festivals klar. Denn natürlich hört sich das alles einerseits recht schön an. Markthalle, Gemeinschaftsgärten, familienfreundliche Parklandschaften – wer will das nicht. Doch andererseits ist da auch immer die Angst vor der Gentrifizierung, vor der Veränderung. Denn für viele Anwohner haben schöne Ideen auch ihre Schattenseiten. Neue Mieter in neuen Wohnungen, mehr Menschen im Franckepark und ein plötzlich gar nicht mehr so verträumtes Fleckchen Erde zum Beispiel.

Ob man die Entwicklung des Quartiers also als positiv oder negativ begreift, ist wie so oft eine ganz schön subjektive Einstellungsfrage. Und inwieweit die Stadtplanung von morgen wirklich alle glücklich machen kann, diese Frage stellt nicht nur das MakeCity-Festival im Kleinen immer wieder neu.

Zum Programm des Festivals MakeCity kommst du hier.

Foto Galerie

Stadtbad Tempelhof, Götzstraße 14, 12099 Berlin

Telefon 030 7568730

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Mittwoch 06:30 bis 15:00 Uhr
Freitag 06:30 bis 16:00 Uhr

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