Trendsportart: Neuer Padel Club eröffnet

Aufschlag zwischen Tennis und Squash

Aufschlag zwischen Tennis und Squash
Gern auch nach der Arbeit: Ein frisches Match in der Abenddämmerung.
Johannisthal - Das Ballrückschlagspiel Padel erobert langsam aber sicher Berlin. Noch ist der einfach zu erlernende Hybrid aus Tennis und Squash eher in Lateinamerika bekannt. Am Sterndamm 241 hat im September eine Freiluft-Padel-Anlage aufgemacht und verspricht mit Flutlicht spannende Doppel bis spät in den Abend.

Die spanischsprachigen Länder haben uns ordentlich was voraus. Von den Szenevierteln in Bueno Aires bis in die kleinste Villa Miseria spielt zum Beispiel Argentinien „Padel“. Dort ist der Kassenschlager „Fußball“ seit geraumer Zeit schon abgelöst als größtes Sportevent – laut Vorsitzenden Tim Kölling des Padel Club Berlin.

Zwei gegen zwei Spieler schießen sich dabei auf einem Spielfeld von 20 mal 10 Metern eine Art Tennisball übers Netz, der Ball darf nur einmal den Boden berühren, 6 Spiele pro Satz – man kennt sowas vielleicht vom Tennis, Dauer und Regeln des Matches sind so ziemlich die gleichen. Spannend wird es, wenn Squash-Elemente eingearbeitet werden: An den Stirnseiten des Spielfeldes befinden sich hohe Wände, tippt der Ball einmal den Boden an, darf er noch die Wand berühren. Außerdem gilt Aufschlag von unten.

Sonderlich kompliziert ist das alles nicht, auch wenn man noch nie Tennis oder Squash gespielt hat. Padel erlernt man erstaunlich spielerisch, in geselliger Runde, gerade weil im Doppel gespielt wird. Es ergeben sich schnelle Ballwechsel und temporeiche Spiele – auch für Neulinge. Dazu trägt maßgeblich der mit einer Kunststoffhaut bespannte Schläger bei, für den man weit weniger Übung braucht als für bespannte Tennisschläger.

Hoher Frauenanteil

Padel hat also nichts mit Kanufahrten auf der Spree zu tun. Der schnelle Freiluftsport-Hybrid aus Tennis und Squash könnte gerade für gestresste Workaholics der neue Trendsport werden. Da ausschließlich im Doppel mit- und gegeneinander angetreten wird, kann man nach dem mühsamen Hedgefonden seine angestaute Energie loswerden und statt einem öden Kaffee-Meeting oder Saunabesuch das nächste Jointventure am Netz besiegeln. Gerade Frauen können hier ihre Überlegenheit unter Beweis stellen, in Spanien sind über 40 Prozent der Padelspielenden weiblich – welche andere Sportart kann das schon von sich behaupten?

Obwohl technisch möglich, sind die Felder in Johannisthal nicht überdacht – im Herbst könnte es also kühl um die Beine werden. Dafür entschädigt eine Flutlichtanlage mit astreiner Ausleuchtung bis 22 Uhr. Es gibt auch eine Padel-Anlage im Wiesenweg am Ostkreuz, doch die Nische und die Nachfrage dürften groß genug werden für noch ein paar weitere 20×10-Sportfelder.

Padel-Spielen kann man von 9:00 bis 16:00 Uhr, ein Feld kostet zwischen 20 und 26 Euro, je nachdem, ob Flutlicht in die Dämmerung gestrahlt werden muss. Bringt man drei Neulinge mit zur Anlage, spielt man selbst übrigens kostenfrei. Die Anwerbepreise gelten zumindest bis Ende 2013.

Padel Club Berlin, Sterndamm 241, 12487 Berlin

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