Pandas für Berlin

Schwarzweiße Hoffnung

Schwarzweiße Hoffnung
Ein Pavillon für die Pandas. So stellt sich der Zoo das neue Heim für die Bären aus China vor. Nicht nur den Tieren dürfte die Anlage gefallen.
City West - Bei ihrem China-Besuch 2015 kündigte die Kanzlerin zwei neue Pandas für Berlin an. Jetzt reiste Zoochef Knieriem deswegen nach Peking.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der Zoologische Garten im Zeichen des Großen Pandas stand. Das war Anfang März, als anlässlich der Premiere von Kung Fu Panda 3 im Zoo-Palast ein Familien-Event im benachbarten Zoo gefeiert wurde. Wer wollte, konnte sich dabei natürlich auch den früheren Panda-Käfig ansehen – allein, er ist seit Langem verwaist. Immerhin stand die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihres China-Besuchs im Oktober 2015 im Raum, dass der Zoo erneut Pandas bekommen werde. Nur wann, wusste bisher niemand.

Jetzt scheint der Termin näherzurücken: Am Dienstag sind Zoodirektor Andreas Knieriem, der zoologische Leiter Ragnar Kühne sowie Kieran Stanley, Geschäftsführer des Berliner Büros Dan Pearlman Erlebnisarchitektur, nach Peking geflogen, um erste Gespräche über den Umzug eines Panda-Pärchens nach Berlin zu führen. Seit der Ankündigung der Kanzlerin laufen die Planungen für eine neue großzügige Panda-Anlage, teilte der Zoo mit, kündigte auch an, dass es „ein artgerechtes sowie naturnahes Zuhause für die sympathischen Artenschutzbotschafter“ werden solle.

„Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich für die neue Panda-Anlage realisieren können, sodass wir schon im kommenden Jahr die Bären nach Berlin holen können“, sagte Knieriem. Man werde mit den chinesischen Behörden abstimmen, welche Tiere Berlin erhalten werde und vor allem, wann sie in ihr neues Zuhause geholt werden können. In freier Wildbahn leben laut der letzten großen Zählung 2014 noch mindestens 1864 Tiere, das sind 17 Prozent mehr als 2004, doch gilt der Große Panda noch immer als stark gefährdet.

Bikini-Haus-Planer schaffen Panda-Paradies

Für die Anlage gibt es einen ersten Entwurf, der sich an die Architektur des ehemaligen chinesischen Musik-Pavillons anlehnt, den es auf dem derzeitigen Hirsch-Areal früher gab und der im Krieg zerstört wurde. Dort ist es schön schattig, das mögen die Pandas, und Bambus wächst auch in der Nähe. Nach dem Aufenthalt in Peking fliegt die kleine Delegation nach Seoul weiter, um sich im dortigen Zoo die vor wenigen Tagen eröffnete Panda-Anlage anzusehen. Auch sie stammt von den Architekten des Büros Dan Pearlman, die in Berlin bereits den Umbau des an den Zoo grenzenden Bikini-Hauses verantworteten.

Der Zoo stellte gestern auch seine jahrzehntelange Erfahrung in der Haltung von Pandas heraus. Diese begann am 5. November 1980, als das erste Panda-Pärchen Bao Bao und Tjen Tjen als Staatsgeschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt in Berlin eintraf. Hoffnungen, aus den beiden Pandas könnte ein dritter entstehen, zerschlugen sich aber endgültig, als Tjen Tjen (Himmelchen) im Februar 1984 starb.

Erst im April 1995 erhielt der seither solo lebende Bao Bao wieder weibliche Gesellschaft: Yan Yan (Die Schöne). Die neue Zweisamkeit lockte die Berliner schlangenweise an, aber der Babysegen blieb bei den Bären auch diesmal aus, trotz aller Versuche, ihm mit diversen Tricks auf die Sprünge zu helfen. Im März 2007 starb auch Yan Yan, Ursache war eine Darmverstopfung, während Bao Bao sich am 22. August 2012 in die ewigen Bambusfelder verabschiedete – mit 34 Jahren schon ein wahrer Methusalem, der älteste männliche Zoo-Panda der Welt. 2015 waren Bao Bao und Yan Yan als Dermoplastiken noch einmal in der Sonderausstellung Panda im Naturkundemuseum zu sehen. Aber was sind die schon gegen leibhaftige Bären.


Quelle: Der Tagesspiegel

Zoo Berlin, Hardenbergplatz 8, 10787 Berlin

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