Neue Radverkehrsstrategie

Der weite Weg zum Radler-Paradies

Es muss noch viel geschehen, damit Radfahren in Berlin zu einem uneingeschränkten Vergnügen wird.
Es muss noch viel geschehen, damit Radfahren in Berlin zu einem uneingeschränkten Vergnügen wird.
Der Senat hat eine neue Radverkehrsstrategie für Berlin beschlossen. Sie soll dazu beitragen, das Radfahren in der Hauptstadt attraktiver und sicherer zu machen.

Ausgehend von einer Vorlage von Michael Müller, dem Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, konnten sich die Abgeordneten am 5. März auf 75 Maßnahmenvorschläge einigen. Dabei wurden die Ideen des unter anderem aus Vereinen, Verkehrsbetrieben, Wissenschaftlern und Polizeibeamten zusammengesetzten „FahrRats“ einbezogen.

In seinen Grundzügen beruht das Maßnahmenpapier auf der ersten Radverkehrsstrategie aus dem Jahr 2004. Die damals gesteckten Ziele wurden laut Angaben des Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar gegenüber dem Tagesspiegel teils klar verfehlt: Die Zahl der Schwerverletzten bleibe konstant, das geplante Hauptroutennetz sei zu großen Teilen noch immer unbeschildert.

Das Fahrrad als echte Alternative

Im Gegensatz dazu betont die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Erfolge, die bisher verbucht werden konnten: Durch die Sanierung von Radwegen, neue Fahrradstellplätze und Fahrradstreifen sei es gelungen, „das Fahrrad als gesundes und leistungsfähiges Verkehrsmittel für Alltag und Freizeit stärker in das Bewusstsein der Stadtbewohnerinnen und -bewohner zu rücken“. Ein Beweis dafür sei ein steigender Radverkehrsanteil.

Dieser Trend soll mit den neuen Maßnahmen weiter verstärkt werden. Als Ziele wurden unter anderem ein weiterer Ausbau des Radwegenetzes, ein „Masterplan Fahrradparken“ für eine sichere und gut zugängliche Unterbringung des eigenen Drahtesels sowie die Förderung von fahrradfreundlichen Konzepten im öffentlichen Nahverkehr – z.B. in Form von Bike & Ride oder Fahrradmitnahme – formuliert. Auch regelmäßige Instandsetzungen der Radwege, eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit sowie zielgruppenorientierte Kampagnen sollen die Attraktivität des Fahrrads als Fortbewegungsmöglichkeit weiter erhöhen.

An verschiedenen Modellprojekten werden darüber hinaus die Potenziale fahrradfreundlicher Einkaufsstraßen und Ampelschaltungen sowie innovative Ansätze bei der Führung des Radverkehrs getestet. Alle Maßnahmen sollen laut Senator Müller „dazu beitragen, die Lebensqualität in der Stadt auf Dauer zu erhalten und zu verbessern.“

 

Lesen Sie mehr:

STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin

Weitere Artikel zum Thema

Wohnen + Leben
Abschleppdienst für Fahrräder
Verrostete Drahtesel stehen in Berlin an jeder Ecke: abgeschlossen und aufgegeben, häufig ausgeweidet. Die Schrotträder […]