Berlin
QIEZ-Experte Jürgen Pranschke

Neue Regelungen für Führerscheine

Für alle Führerscheine, die nach dem 19.01.2013 in Deutschland ausgestellt werden, gelten neue Regelungen. QIEZ-Rechtsexperte Jürgen Pranschke gibt einen Überblick und wertvolle Tipps für die Praxis.

Wichtig ist zunächst die Befristung der Führerscheine auf 15 Jahre. Diese bedeutet aber nicht, dass die Berechtigung zur Fahrerlaubnis entfällt, lediglich das Dokument als solches ist nach Ablauf der Frist nicht mehr gültig. Nach 15 Jahren muss daher ein neuer Führerschein ausgestellt werden, bei dem dann Aktualisierungen (wie z.B. Namensänderungen) berücksichtigt werden können. Auch ein neues Lichtbild ist immer erforderlich. Weitere Voraussetzungen, wie z.B. ärztliche Untersuchungen, Prüfungen etc. müssen nicht erfüllt werden, um den neuen Führerschein zu erhalten. Inhaber alter Führerscheine können ihre Bescheinigung behalten, auch wenn sich z.B. der Name des Inhabers geändert hat. Ist dagegen der alte Führerschein verlorengegangen oder gestohlen worden, muss jetzt eine neue, befristete Bescheinigung beantragt werden.

Praxistipp:

Wer die Befristung künftig vermeiden möchte, sollte das alte Dokument so lange wie möglich behalten, bei persönlichen Veränderungen besteht keine Umtauschpflicht.

Einfachere Vorschriften für Anhänger

Eine Erleichterung gibt es jetzt für die Inhaber der Führerscheinklasse B (Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3,5 t), die mit einem Anhänger unterwegs sind; die Vorschriften sind deutlich vereinfacht worden: Bisher können Führerscheininhaber der Klasse B einen max. 750 kg schweren Hänger ziehen. Der Hänger durfte nur dann schwerer sein als 750 kg, wenn das Gespann nicht mehr als 3500 kg wog.

Dies gilt grundsätzlich auch weiterhin, wobei die bisherige Beschränkung, dass das Gesamtgewicht des Hängers das Leergewicht des Zugfahrzeuges nicht übersteigen darf, entfällt. Zusätzlich ist geregelt, dass der Anhänger auch schwerer sein darf als 750 kg, wenn die Gesamtmasse des Gespanns 4,25 Tonnen nicht übersteigt. In diesem Fall – Gespanne zwischen 3,5 Tonnen und 4,25 Tonnen Gesamtmasse – benötigt man aber einen Zusatz: die Schlüsselzahl 96 auf seinem Führerschein. Um diese Schlüsselzahl zu erlangen, muss man eine Fahrerschulung nachweisen, für die jedoch keine besondere Prüfung erforderlich ist.

Praxistipp:

Fahrer von Wohnwagengespannen, die insgesamt 3500 kg Gesamtmasse überschreiten, sollten sich an eine Fahrschule wenden, um sich über Einzelheiten der erforderlichen Fahrerschulung zu informieren.  

Neu ist auch eine Verschiebung der PKW- und LKW-Klassen. Fahrer von Fahrzeugen zwischen 3500 kg und 7500 kg benötigen künftig eine Fahrerlaubnis der Klasse C 1, zugunsten der alten Führerscheininhaber der Klasse 3 gibt es Besitzstandsregelungen.

Veränderte Führerscheinklassen bei Krafträdern

Bei Motorrädern werden die einzelnen Klassen teilweise neu definiert und geändert. Zusammengefasst gilt zunächst Folgendes:

Klasse AM: Mopeds bis max. 45 km/h und 50 ccm (bei Elektromotoren 4 KW)
Klasse A 1: Leichtkrafträder bis 11 KW und max. 125 ccm
Klasse A 2: Krafträder bis 35 KW
Klasse A: alle Krafträder und 3rädrige Kraftfahrzeuge.

Dabei bleibt der bisherige „Stufenführerschein“ für Krafträder bestehen: Wer mit einem Leichtkraftrad bis 11 KW 2 Jahre fährt, muss für die nächste Klasse (Kraftrad bis 35 KW) nur noch eine praktische Prüfung ablegen, eine theoretische Prüfung ist für den Aufstieg in die höhere Klasse nicht erforderlich.

Diese Erweiterungen gelten auch für Altinhaber.

Motorisierte Dreiräder (so genannte Trikes) werden den Motorrädern gleichgestellt, so dass der PKW-Führerschein künftig nicht mehr ausreichend ist. Nach Angaben des ADAC soll für PKW-Führerschein-Inhaber der Klasse B, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt wurden, noch kein Motorradführerschein erforderlich sein.

Neue Regelungen für Führerscheine, Bundesallee 23, 10717 Berlin

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