Spielerisch Deutsch lernen im Wedding

Neue Sprachförderung an Brennpunktschulen

Deutsche Sprache spielerisch lernen: Schulleiterin Katrin Baumhöver (Mitte) mit Kindern aus dem Projekt MITsprache in der Vineta Grundschule im Brunnenviertel.
Deutsche Sprache spielerisch lernen: Schulleiterin Katrin Baumhöver (Mitte) mit Kindern aus dem Projekt MITsprache in der Vineta Grundschule im Brunnenviertel. Zur Foto-Galerie
Ein Sprachförderprogramm im Wedding wird zum Erfolgsmodell: Das Projekt MITsprache, entwickelt von der Stiftung Fairchance und mitgetragen vom Sprachförderzentrum Berlin-Mitte, hilft seit einem Jahr 62 Schülern erfolgreich beim Erlernen der deutschen Sprache. Nun soll es bis 2016 auf 600 Kinder in Grundschulen und Kitas ausgeweitet werden.

„Wir haben super tolle Kinder“, berichtet Katrin Baumhöver, Rektorin der Vineta Grundschule im Brunnenviertel und Projektleiterin von MITsprache voller Stolz. „Sie kommen mit viel Potenzial zu uns, nur leider passt ihr Sprachschlüssel nicht immer in das Bildungssprachen-Schloss der Schule.“ Baumhöver betreut nun seit einem Jahr das Projekt, das neben ihrer Schule noch an vier weiteren Grundschulen im Wedding läuft.

„MITsprache ermöglicht Kindern aus unterschiedlichen Herkunftsländern die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse. Dies geschieht spielerisch in Kleingruppen und findet vier Mal wöchentlich nach dem regulären Schulunterricht statt“, erläutert Baumhöver weiter. Das Besondere an dem Programm seien der systematische Nachvollzug des Spracherwerbs, die starke Einbeziehung der Eltern und das kita- und schulübergreifende Konzept.

Gute Bilanz aus erstem Jahr

Grundlage für dieses Konzept ist das Lehrprogramm „Deutsch für den Schulstart“ der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Dies wurde jedoch verändert, erweitert und den Gegebenheiten im Bezirk angepasst – und das recht erfolgreich.

Die Bilanz aus dem ersten Jahr sieht gut aus. 20 Lehrer wurden intensiv geschult, 62 Kinder können jetzt schon besser Deutsch sprechen. Eltern wurden mithilfe eines eigens dafür angestellten Sozialarbeiters aktiv in den Förderprozess eingebunden, und vor kurzem gab es sogar einen Preis beim Wettbewerb „Ideen für die Bildungsrepublik“.

Prominenter Förderer des Projektes MITsprache: Bundestrainer Joachim Löw.

Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke (SPD), der das Sprachförderzentrum Berlin-Mitte vor knapp zwei Jahren ins Leben rief, unterstützt die Initiative der privaten Familienstiftung Fairchance mit Begeisterung und lobt die gute Zusammenarbeit: „Das Sprachförderzentrum freut sich über die erfolgreiche und vertrauensvolle Kooperation.“

Das Projekt wächst

Im kommenden Jahr sollen nun vier Kindertagesstätten und jeweils ein zweiter Jahrgang an den fünf Schulen, die an dem Förderprogramm teilnehmen, hinzukommen. Dabei betonen sowohl Hanke als auch Baumhöver die Wichtigkeit der Beteiligung der Kitas: „Das Zeitfenster für fröhlichen und leichten Spracherwerb liegt in der Kita-Zeit“, stimmen beide überein.

Bis 2016 will man die durchgängige Sprachförderung von der Kita bis zum Ende des zweiten Schulbesuchsjahres sichern und damit das Problem der Spracharmut im Einzugsbereich der Weddinger Schulen bekämpfen. Bezirksbürgermeister Hanke betont in dem Zusammenhang: „Die notwendige Förderung eines Kindes liegt nicht in seiner deutschen oder nicht-deutschen Herkunft; es handelt sich hier um ein Bildungsproblem, das durch gravierende soziale Schwierigkeiten hervorgerufen wird, nicht um ein kulturelles Problem.“

Foto Galerie

Neue Sprachförderung an Brennpunktschulen, Demminer Straße 27, 13355 Berlin

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