Neuer Blog: Berlin ab 50

50+ und im Netz

50+ und im Netz
Was hat Berlin zu bieten? Nicht nur das junge Volk findet Antworten darauf im Netz.
Richard-Wagner-Platz - Aus Charlottenburg versuchen fünf Frauen ein Internet-Portal für die ältere Generation zu gestalten. Im Blog "Berlin ab 50" sammeln sich Erfahrungsberichte und Ausgehtipps. Die große Überraschung: Mitnichten tummeln sich ausschließlich ältere Semester auf der Seite - die Redaktion ist mit Twenty-Somethings und Best-Agern gut durchmischt.

„Best-Ager“ ist ein Wort, das auf Berlinab50.com häufiger fällt. Doch auch wer mit dem Anglizismus nichts anfangen möchte, wer Generation 50+ ist oder – aufgepasst – wer auch ohne Altersbeschränkung Tipps für Feinschmecker und über die neue „Markthallen“-Kultur posten will, ist in dem Blog richtig. Es finden sich schon einige Artikel in dem frischen Portal, darunter solche, die eher betagte Internetaffine ansprechen („Das erste Weihnachtsfest im Pflegeheim“), aber auch zeitlose Ausgeh- und Restauranthinweise. Hier mischen sich die Gedankenwelten von Opas Blog mit den kulinarischen Szenetipps auf QIEZ.

Die fünf Betreiberinnen von „Berlin ab 50“ stellen mehrmals in der Woche einen neuen Artikel online, mal über die Markthalle IX, mal über den letzten Tratsch mit ihren Freundinnen. Und nicht erst da kommt’s raus: Die Bloggerinnen sind mitnichten alle in Rente. Wenn Kate Katharina von ihren Treffen mit ihrer Freundin Lotta berichtet, dann fällt schon mal der Nebensatz „Ich bin 26 Jahre alt und Lotta 94.“ Gül ist dermaßen multinational aufgewachsen, dass man gerne mehr lesen würde – Istanbul, Österreich, Bayern. Alleine letzteres bietet genug Zündstoff für ein paar ordentliche Posts im Berliner Blog. Auch Ingrid gehört zu den älteren Semestern in der Blogosphäre, war Lektorin und hält sich nach ihrem Gehörverlust besonders gerne in den Weiten der virtuellen Sprache auf. Der Twenty-Something Katherine und die seit 1968 in Berlin lebende Giuditta vervollständigen die offene Redaktion.

Offen, weil prinzipiell jeder den Blog gestalten kann. Hier soll Leben herrschen, Kommunikation, Erfahrungs- und Wissensaustausch über eine Hauptstadt, die schneller im Wandel ist, als es selbst die jüngsten Semester fassen können. Woran es dem jungen Medium für alte Leute fehlt, ist jedoch genau das: Partizipation – das bedauern die fünf Betreiberinnen selber und das merkt man den Seiten auch ein wenig an. Das Portal arbeitet mit der Abteilung Arbeit und Soziales des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf zusammen – ein Schelm, wer Muffiges denkt. Aber ihr Menschen im Netz: Bloß nicht von der simplizistischen, blau-violetten und leider ziemlich bildlosen Oberfläche entmutigen lassen! Wer teilhat auf Berlin ab 50, der hat auch Gestaltungshoheit. Also: Fleißig die Zukunft gestalten, wir sind doch noch so jung – sozusagen im besten Alter.

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