Neuer Krimi "Abschiedskonzert"

In der Klassik-Szene wird gemordet

In der Klassik-Szene wird gemordet
Kristina Herzog ist auch Mitglied bei den "Mörderischen Schwestern" - einem Zusammenschluss von Krimi-Autorinnen.
Heiligensee / Gendarmenmarkt – Die Berliner Juristin Kristina Herzog hat sich aus der Berufspraxis in die Fiktion verabschiedet und schreibt nun Krimis. Der erste Fall ihres jungen Ermittler-Duos Rosenberg und Neubauer führt in den Mikrokosmos des Konzerthauses am Gendarmenmarkt. Hinter den Kulissen gibt es dort jede Menge Reibereien, Eifersucht und einen Mord. Alles nur erfunden, versteht sich.

„Wir sind häufige Besucher des Konzerthauses. Ich fand das Flair dort immer sehr schön“, beeilt sich Kristina Herzog auf unsere Frage nach ihrer Beziehung zu der Berliner Klassik-Institution zu versichern. Denn im neuen Krimi „Abschiedskonzert“ geht es in dem beeindruckenden Bau am Gendarmenmarkt alles andere als friedlich zu. Die Putzfrau stößt beim Saubermachen im Foyer auf den abgetrennten Kopf des Dirigenten – und bald stellt sich heraus, dass vor Ort noch einiges mehr im Argen liegt.

Dass es in der Klassik-Szene besonders giftig zur Sache geht, will die Autorin aber gar nicht behaupten. Zumal die zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen in ihrem Buch sich vor allem um die universellen Themen Liebe und Geld drehen. So kommt schnell ein dubioser Instrumenten-Fonds ins Spiel, bei dem der tote Dirigent seine Finger im Spiel hatte. Mit der Aufklärung des Falles werden zwei jüngere Kriminalisten betraut. Alexander Rosenberg ist neu in der Stadt, hat in Heidelberg Jura studiert, sich dann aber für eine Laufbahn bei der Berliner Polizei entschieden. Gewisse Parallelen zu seiner Schöpferin (Studienort und Abschied von den Rechtswissenschaften) sind erkennbar. Seine Partnerin wird die Ur-Berlinerin Kathleen Neubauer, die es als alleinerziehende Mutter nicht einfach hat, ihren Beruf mit den familiären Aufgaben zu verbinden. „Ich wollte gerne ein junges Ermittlerteam, das auch junge Probleme hat“, erklärt Herzog die Wahl ihrer Protagonisten.

Mehr vom Norden

Neben dem Schauplatz Konzerthaus kommt im „Abschiedskonzert“ auch Frohnau, der Wohnort des Opfers, zur Geltung. Herzog weiß, wovon sie schreibt: Die gebürtige Berlinerin lebt ebenfalls im Norden der Hauptstadt, im grünen Heiligensee, das dem benachbarten Frohnau nicht unähnlich ist. „Es gibt nicht viel, das im Norden angesiedelt ist“, sagt sie über die literarische Repräsentation ihrer Gegend. Zeit, das zu ändern. Die Krimiautorin schafft es dabei, dass sich Lokalkolorit und die gut ausgedachte Handlung ausgewogen ergänzen. Über ihre Heimatstadt sagt sie: „Berlin ist sehr vielschichtig und das macht für mich auch die Faszination aus.“

„Abschiedskonzert“ ist Herzogs erster echter Krimi. Ihr 2013 erschienener Thriller „Führers Vermächtnis“ handelte von einer Verschwörung zur Wiedererrichtung des Dritten Reichs. Beim neuen Werk kommen ihr das Faible für Logik und die sorgfältige Planung zugute. So ist das „Abschiedskonzert“ eine runde, unterhaltsame Sache geworden, selbst wenn der eine oder andere Charakter etwas überzeichnet wirkt und Kommissar Rosenbergs Backofen die Pizza in Rekordzeit verbrennt. Eine Fortsetzung mit dem Ermittler-Duo Rosenberg / Neubauer ist laut Herzog übrigens schon in Arbeit. Außerdem schreibt die Autorin und passionierte Krimileserin gerade an einem Kinder-Krimi für 9- bis 12-Jährige.

Und was empfiehlt Kristina Herzog im Berliner Nordwesten? Gastronomisch kommt ihre Vorliebe für die asiatische Küche zum Vorschein. Neben der Sushi Bar I-Ke-Su Kaiten in den Hallen am Borsigturm rät sie zum Restaurant Rüan Thai in Alt-Tegel. Ihr Ausflugstipp für die Gegend, vor allem natürlich im Sommer: der Tegeler See. Ob der wohl bald zum nächsten Tatort wird?

„Abschiedskonzert“ von Kristina Herzog erscheint am 18. November bei Edition Oberkassel zum Preis von 11,99 Euro. Die Premierenlesung findet am 24. November um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Hennigsdorf, Am Bahndamm 19, statt. Weitere Termine und Infos findest du auf der Webseite der Autorin.

Konzerthaus Berlin, Gendarmenmarkt 2, 10117 Berlin

Konzerthaus Berlin

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