Musikszene in Berlin

Neu in Friedrichshain: Musik satt im House of Music

Neu in Friedrichshain: Musik satt im House of Music
Die Proberäume im "House of Music" sind mit einem Drumset, einer Musikanlage und Mikrofonen ausgestattet und stehen klangtechnisch einem Tonstudio in nichts nach.
Auf dem RAW-Gelände wird's jetzt noch lauter. Mit dem "House of Music" gibt es hier nämlich ab sofort einen neuen Treffpunkt für Musikschaffende und die Szene drumherum. Mit Proberäumen, Tonstudios, Workshops und einer Musik-Uni ...

Eine der ältesten Berliner Industriehallen wird zum Stundenhotel für Musiker mit dem besonderen Etwas. In der historischen Radsatzdreherei neben dem Haubentaucher finden Musikschaffende und Kreative ab sofort moderne, voll eingerichtete Proberäume und Räume für ihr Zusammentreffen mit der Szene. Aber auch für Amateure im Business gibt es interessante Angebote – nämlich Seminare vom Bristish and Irish Modern Music Institute (BIMM Institute Berlin) mit seinen Studiengängen zum Thema Musik oder Workshops wie dem Intensivkurs Electronic Music Production am 9. April. Und auch ein neuer Spot für intime Konzerte könnte der Ort auf dem RAW-Gelände werden, immerhin beherbergt das Haus auch eine kleine Livebühne, vor der rund 200 Besucher*innen Platz haben. Und was darf für die jungen Kreativen auf gar keinen Fall fehlen? Na klar, ein eigener Späti.

Bereit zum Meetup: Im Foyer treffen sich Musikaffine und Mitarbeiter aus Unternehmen der Sparte.

Die Berliner Firma Noisy Musicworld stellt gleich fünf verschiedene Einheiten im Haus: die 23 Proberäume, mit der noisy Acedemy eine Schule für elektronische Musik, eine Vermietung für Tourbusse, die Musikschule Jam School und eine Agentur mit Musikevents. Das BIMM Institute Berlin, an dem du deinen Studienabschluss in Songwriting oder Schlagzeug machen kannst, ist der zweitgrößte Mieter im Haus. Und dann wäre da noch der Music Pool Berlin, eine Beratungsstelle für Berliner Musikschaffende, die zum Beispiel kostenlose Workshops zum Thema GEMA gibt oder Künstler*innen vernetzt.

Dass sich so viele Gewerke aus derselben Szene unter einem Dach finden, ist für Musikschaffende sicher mehr als praktisch – kurze Wege zum Erfolg können nicht schaden. Damit sich die unterschiedlichen Mieter aber nicht schon vor dem Kennenlernen auf die Nerven gehen, sorgt ein gut durchdachter Schallschutz dafür, dass bei Bedarf alle ihre Ruhe voreinander haben.

Wer jetzt denkt, das sei mal wieder viel zu teuer, schick und gentrifiziert für das gute alte RAW-Gelände, wird sich über diese Ankündigung vom noisy-Geschäftsführer Christian Rüsenberg freuen: In den kommenden fünf Jahren werden alle Gewinne dafür genutzt, dass die Proberäume günstig zur Miete angeboten werden, alle Mitarbeiter sollen tariforientiert bezahlt und außerdem soziale Projekte unterstützt werden. Denn er weiß: „Im Zentrum von Berlin wird es für Musikerinnen und Musiker immer schwieriger, Studios zum Proben zu finden. Mit dem House of Music möchten wir der Stadt wieder mehr Raum für Musik geben.“

Aus diesem alten Gemäuer wurde das moderne Haus für Musik.

Ob das House of Music damit dazu beitragen kann, das Problem der fehlenden Proberäume zu lösen? Beispielsweise sind seit diesem Monat auf einen Schlag rund 1000 Musiker*innen quasi obdachlos geworden, weil das größte Haus für Musiker in Berlin dichtmachen musste: das Rockhaus in Lichtenberg. Wer dort, teilweise seit Jahren, probt und musiziert, wird sich jetzt nicht automatisch im hippen Musikerhaus auf dem RAW-Gelände einmieten können, in dem man einen Proberaum stundenweise bucht und für maximal eine Woche am Stück belegen kann. Für die florierende  internationale Musikszene in Berlin ist das House of Music aber ganz bestimmt eine Anlaufstelle, die bisher gefehlt hat.

Mehr Infos findest du auf der Webseite vom House of Music. Was außerdem gerade auf dem RAW-Gelände passiert, steht in unserem Artikel Der Ballermann an der Revaler soll endlich weg.

House of Music, Revaler Straße 99, 10245 Berlin

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