Wer das neue the Main in der Französischen Straße besucht, merkt schnell, dass hier nicht allein das Essen im Mittelpunkt steht. Während ein DJ House- und Lounge-Sounds auflegt und an der Bar Cocktails gemixt werden, sitzen Gäste noch lange nach dem letzten Gang zusammen. Das Restaurant im TITANIC Gendarmenmarkt erinnert damit weniger an klassische Berliner Hotelgastronomie als an Konzepte aus Metropolen wie London, New York oder Dubai.
Qiez zu Google hinzufügenMehr als zehn Jahre lang befand sich hier der Beef Grill Club by Hasir, stadtweit bekannt für seine Fleischgerichte. Anfang des Jahres wurde das Restaurant vollständig umgebaut und konzeptionell neu ausgerichtet. Der neue Name ist dabei bewusst gewählt: Neben weiteren Standorten wie dem Beef Grill Club am Leipziger Platz oder am Adenauerplatz soll the Main künftig stärker als das Mutterschiff der Marke funktionieren – dort, wo alles begann.
Statt rustikalem Steakhouse-Flair dominieren heute schwarze Hochglanzflächen, dunkles Holz, Spiegel, rotes Leder und ein fast futuristisch wirkendes Lichtkonzept den Raum. Über den Tischen zieht sich eine geometrische Decke mit roten Lichtfeldern, die dem Restaurant etwas von einer sehr schicken Lounge verleiht, ohne dabei kühl zu wirken.
Zum Einstieg landen cremige Burrata mit gegrillter Artischocke, Trüffel, Haselnuss und Petersilienpesto auf dem Tisch – leicht, sommerlich und deutlich feiner als erwartet. Das Tokyo-Style-Tatar mit Ponzu, Eigelbcreme und Nori bringt dagegen eine moderne, fast japanisch inspirierte Frische hinein. Und selbst Gerichte wie Aki Kaviar aux Pommes Anna mit Sauerrahm und Schnittlauch zeigen, wie unkompliziert Luxus hier wirken kann.
Die Bar setzt den Style und die Genusskultur des Restaurants fort. Quelle/ Copyright: the MainDie Bar setzt den Style und die Genusskultur des Restaurants fort. Quelle/ Copyright: the Main
Die französische Handschrift von Chefkoch David Creuzet zeigt sich in Gerichten wie Lobster Thermidor und den intensiven Saucen, während Sous Chef Matteo De Angelis mit Rigatoni alla Vodka italienische Einflüsse hineinbringt. Gleichzeitig bleibt die Küche zugänglich und verzichtet auf unnötiges Chichi.
Ganz verschwunden ist die alte DNA trotzdem nicht. Die Steaks bleiben der eigentliche Main Act des Abends. Große Angus Cuts werden direkt am Tisch präsentiert, erklärt und vor den Gästen tranchiert – fast wie eine kleine Inszenierung, auf die der Abend langsam hinarbeitet. Wir bestellen medium rare. Mehr braucht es hier eigentlich nicht. Ein wenig flaky salt obendrauf, dazu die Röstaromen des Fleisches.
Das Drei-Gänge-Menü kostet 99 Euro pro Person und zeigt ziemlich gut, worum es hier geht: weniger klassisches Fine Dining, sondern ein Abend, den man gemeinsam erlebt. Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts werden bewusst zum Teilen serviert. Zum Abschluss gibt es New York Cheesecake mit Beeren, Pistazien-Tiramisu mit Mascarpone und Amaretto sowie Baklava mit Vanilleeis – hier kommt also ordentlich viel auf den Tisch. Wer sich nicht für das Menü entscheidet, kann die Gerichte auch einzeln à la carte bestellen.
Traditionellertürkischer Tee setzt schließlich einen kleinen Schlusspunkt und erinnert gemeinsam mit dem Baklava an die Wurzeln der Hasir-Gruppe. Wer Lust auf gute Steaks, starke Drinks und ein Restaurant hat, das nach dem Dessert nicht sofort Schluss macht, dürfte im the Main genau richtig sein.
the Main
TITANIC Gendarmenmarkt Berlin
Französische Straße 30
10117 Berlin
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