Von Charlottenburg bis Lichtenberg

Neues Buch stellt die schönsten Kieze vor

Neues Buch stellt die schönsten Kieze vor
Szene aus der Kreuzberger Oranienstraße im Kiez SO 36. Zur Foto-Galerie
Autor Sebastian Petrich hat 20 Streifzüge durch mal mehr, mal weniger bekannte Wohnviertel der Hauptstadt unternommen. In seinem reich bebilderten Band "Die schönsten Berliner Kieze" schreibt er über ihren speziellen Charme und historische Hintergründe. QIEZ hat sich das Kiez-Buch angesehen.

Wer die vermeintlich schönsten Ecken einer Stadt wie Berlin zusammenstellt, wird unweigerlich auch Widerspruch ernten – schließlich sind hier ziemlich viele Menschen ziemlich überzeugt von ihrem Kiez. Autor Sebastian Petrich gesteht ein, dass er natürlich – und glücklicherweise – noch viel mehr gut erhaltene oder gesund gewachsene, lebenswerte Viertel hätte vorstellen können. Er hat sich auf 20 beschränkt, die er in kenntnisreichen Porträts dem Leser näherbringt.

Wenn man möchte, kann man seine Auswahl aus geographischer Sicht kritisieren. Petrich stellt nur innenstädtische Kieze vor, wie man sehr gut auf der Übersichtskarte sehen kann. An der fehlenden Schönheit der Berliner Außenbezirke kann es kaum liegen, aber natürlich haben viele der dortigen Viertel nicht dieselbe gewachsene Struktur sowie Dichte und Lebendigkeit, die einen Kiez ausmachen. Schlussendlich bleibt es eine Definitionsfrage.

SO 36 und Kollwitzkiez

Die Gegenden, die Petrich sich ausgesucht hat, porträtiert er auf jeweils sechs Seiten mit kleineren und größeren Bildern des bekannten Fotografen Jürgen Henkelmann. Vertreten sind bekannte Viertel wie Kollwitz-, Savigny- oder Bergmannkiez, aber mit Victoriastadt oder Sprengelkiez auch Gegenden, die noch nicht jeder kennt. Den Texten gelingt es fast durchgehend, auch den viel beschriebenen Ecken noch die eine oder andere Anekdote hinzuzufügen. In jedem Fall schaffen sie eine schöne Balance zwischen Geschichtlichem und der Beschreibung des Ist-Zustands, des ganz speziellen Charmes eines Kiezes. Besonders gut klappt das etwa beim Kapitel über SO 36 in Kreuzberg, wo Petrich die Zusammenhänge zwischen Gestern und Heute genau unter die Lupe nimmt.

Dissonanzen werden nicht ausgespart – der Autor beschreibt auch kleinere und größere Konflikte in den Vierteln. Noch mehr Authentizität bekommen die Kapitel durch kleine Textboxen, in denen eingefleischte Kiezbewohner ihre Geschichten erzählen. „Die schönsten Berliner Kieze“ eignet sich vorzüglich als Geschenk für Berlin-Besucher und Neubewohner. Aber auch jene Leser, die in der Stadt schon einiges miterlebt haben, werden sich womöglich wundern, wie viel sie über manche Kieze noch nicht wussten.

„Die schönsten Berliner Kieze. 20 Streifzüge durch die Stadt“ von Sebastian Petrich ist im Elsengold Verlag erschienen.

Foto Galerie

Neues Buch stellt die schönsten Kieze vor, Oranienstraße, Berlin
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