Berlin-Charlottenburg

Neues Kranzler-Eck erneuert sich

Neues Kranzler-Eck erneuert sich
Das Neue Kranzler-Eck soll von Vorbauten am Ku’damm befreit werden. Als großer Ladenmieter zieht eine britische Modekette ein, das berühmte Café bleibt.

Wirklich neu ist das Neue Kranzler-Eck längst nicht mehr, die Eröffnung des vom Architekten Helmut Jahn gestalteten Glaspalasts am Kurfürstendamm liegt 15 Jahre zurück. Jetzt aber ändert sich dort einiges, was Passanten bereits am Auszug mehrerer Läden erkennen konnten. Am Dienstagabend wurden die Pläne im Stadtentwicklungsausschuss der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf vorgestellt.

Dabei geht es nicht um Jahns Hochhaus, sondern um den zweistöckigen Altbau aus den 1950er Jahren. Architekten des Berliner Büros „nps tchoban voss“ streben wieder eine „klare Architektursprache“ an, die durch „Bausünden“ verloren gegangen sei. Gemeint sind vor allem gläserne Vorbauten unter der großen Markise im Erdgeschoss und ein Wintergarten auf dem Balkon darüber. Diese Teile gehörten nicht zum Originalgebäude und waren erst später als zusätzliche Ladenflächen entstanden.

Die Modekette Gerry Weber zieht Ende Februar aus ihren zwei Verkaufsetagen aus, im April bis Mai schließt nebenan der „Schuhhof“. Die Räume beider Geschäfte übernimmt die britische Modemarke „Superdry“, die voraussichtlich gegen Ende kommenden Jahres einen großen „Flagship-Store“ eröffnet.

Superdry will auch das berühmte Café Kranzler in der Rotunde mit der rot-weißen Markise betreiben. Es war zuletzt von Gerry Weber bewirtschaftet worden und muss wegen dessen Wegzug ebenfalls Ende Dezember schließen. Die Wiedereröffnung ist für Anfang 2017 geplant. Bis dahin erhält das Café einen neuen Zugang über eine Treppe in den Verkaufsräumen darunter.

Neue Cafés und H&M im Innenhof

Im Innenhof soll von 2017 bis 2018 ein Erweiterungsbau entstehen. Damit vergrößern sich die Filiale der Modehandlung H&M und der „Ampelmann“-Shop, der mehr Plätze in seinem eigenen Café schaffen will. Außerdem kommen im Hof vier weitere Cafés und Lokale hinzu.

Seit drei Jahren gehört das Neue Kranzler-Eck dem französische Versicherungskonzern Axa und einem norwegischen Staatsfonds. Ein Axa-Manager sagte, es werde künftig als „Kranzler-Eck Berlin“ ohne den Zusatz „Neues“ vermarktet.

Das seit 1932 am Ku’damm bestehende Café Kranzler war für seine Tische und Stühle unten am Boulevard berühmt. Den größten Ansturm auf die Ecke Ku’damm und Joachimsthaler Straße gab es beim Mauerfall 1989. Als West-Berliner Wahrzeichen zog das Kranzler-Eck viele tausend Ost-Berliner an. Doch seit der Eröffnung des Neubaus im Jahr 2000 ist nur noch die Rotunde übrig.

Braucht es weitere Cafés?

Die Bezirkspolitiker im Ausschuss reagierten mit gemischten Gefühlen und wollen im November weiter über den Bauantrag beraten. Gelobt wurde die Orientierung an der Originalarchitektur, bezweifelt wurde aber unter anderem, ob viele Cafés im zugigen Innenhof sinnvoll seien.

Zur Anlage zählen auch das Lindner Hotel und Karstadt sports an der Ecke Kant-/Joachimsthaler Straße. Helmut Jahns gläserner Neubau, dessen Spitze am Ku’damm einem Schiffsbug ähnelt, misst 54 Meter und gilt als wegweisend für spätere Hochhausprojekte in der Nähe wie das „Zoofenster“ und den Turm „Upper West“, der gerade am Breitscheidplatz entsteht.


Quelle: Der Tagesspiegel

Café Kranzler, Kurfürstendamm 18, 10719 Berlin

Telefon 030 887183925
Fax 030 887183922

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