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Piratenschiff Gode Wind klar zum Entern

Piratenschiff Gode Wind klar zum Entern
Noch ist Toni Kaiser auf der "Gode Wind" allein. Zur Foto-Galerie
Rummelsburg - Toni Kaiser kämpft – und das mit Erfolg. Wie es aussieht, kann er im Frühjahr 2015 seine Kogge "Gode Wind" am Ufer des Rummelsburger Sees als Restaurantschiff eröffnen. Vorerst.

An diesem Tag meint es die Sonne besonders gut. Es ist allerschönstes Herbstwetter, an die 22 Grad. Normalerweise könnte Toni Kaiser jetzt noch ein gutes Geschäft machen und Gäste auf der „Gode Wind“ bewirten. Das Piratenschiff, das er eigens dafür aus dem Baltikum nach Lichtenberg bringen ließ, hat gemütliche, rustikale Sitzecken und am Oberdeck eine unbezahlbare Sicht auf die Skyline von Berlin. Bislang aber musste Kaiser die phänomenalen Sonnenuntergänge an Bord seines Restaurantschiffs alleine mit seiner Freundin genießen. Kaiser darf keine Gäste auf das Schiff lassen und nicht bewirten. Die Behörden haben Kapitän Kaisers Route durchkreuzt. Oder um es klar zu sagen: Sie haben bislang verhindert, dass ein Piratenschiff eine neue Berliner Attraktion wird.

Toni Kaiser ist ein umtriebiger Geschäftsmann, der seit fünf Jahren das Unternehmen Hauptstadtfloß betreibt: Auf den hölzernen Booten bietet er Touren über Berlins Gewässer an. Zu Kaisers Unternehmen gehört auch die MS Charleston, ein 1941 gebautes Fahrgastschiff. So richtig durchstarten aber wollte Kaiser dieses Jahr mit der „Gode Wind“, die eigentlich gar kein Schiff ist. Auf einem Ponton entstand seinerzeit der Nachbau eines Piratenschiffs, der die Kulisse für einen Film über den Seeräuber Klaus Störtebeker bildete.

Verweigerte Genehmigung

Als ihm die „Gode Wind“ zum Kauf angeboten wurde, zögerte Kaiser nicht lang. Er schlug zu, organisierte den Transport nach Berlin und ließ die „Gode Wind“ in Rummelsburg vor Anker gehen. „Hier befindet sich das Herz unseres Unternehmens“, sagt Kaiser. Außerdem findet er, dass Lichtenberg nicht gerade reich an Sehenswürdigkeiten ist und mit der „Gode Wind“ eine neue Attraktion gebrauchen kann. Kaiser ließ das Schiff zum Restaurant umbauen. Er stellte Personal ein und wollte im Frühjahr dieses Jahres eröffnen. Doch die Behörden verweigerten ihm die Genehmigung.

Der Bezirk hat sich erst nach zähem Ringen dazu entschlossen und gab vor Kurzem grünes Licht: Bis Ende 2015 darf Kaiser das Restaurantschiff vorerst betreiben. Doch damit ist die Odyssee noch nicht vorbei. Jetzt fehlen noch Genehmigungen der unteren Wasserbehörde. Kaiser hofft, dass er sie in den nächsten Monaten erhält und kündigt für April 2015 eine Riesen-Eröffnung an. Diese Saison aber ist für Kaiser eine Nullnummer gewesen. Das eingestellte Personal musste er wieder entlassen. Die „Gode Wind“ hat er zudem winterfest gemacht und die Segel eingeholt.

Immerhin, Werbung gab es für das Schiff bislang reichlich. Selbst die Berliner Touristenwerber Visit Berlin haben die „Gode Wind“ schon auf ihrer Internetseite. Und auch sonst kann sich Kaiser nicht beklagen. Doch was bringt die beste Werbung, wenn die „Gode Wind“ ein Geisterschiff bleibt? Bislang zahlte Kaiser nur drauf, für Umbauten, Gutachten und Anträge. Doch er blickt nach vorn: Wenn er vom kommenden Jahr an Gäste mit frischen, regionalen Fisch- und Fleischspezialitäten bewirten wird, rechnet er mit einem wahren Ansturm auf die Kogge. Die Anwohner wähnt der Schiffsbesitzer auf seiner Seite: Aus der Nachbarschaft hat er bislang nur Unterstützer für sein Projekt wahrgenommen.

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt von bezirks-journal.de

Foto Galerie


Quelle: Bezirks-Journal

Piratenschiff Gode Wind klar zum Entern, Hauptstraße 6T, 10317 Berlin

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