Kreative Kiez-Kunst

In Spandau wird's bunter

Verewigt im Kiez: BSR-Mitarbeiter Markus Wiesenthal und seine Helferlein.
Verewigt im Kiez: BSR-Mitarbeiter Markus Wiesenthal und seine Helferlein. Zur Foto-Galerie
Wilhelmstadt – Am 8. August luden die Künstler der Potsdamer Creative Stadt GmbH um Hartmut Lindemann zusammen mit Bezirksstadtrat Carsten Röding zur Einweihung ihres neuen Wandkunstwerkes am Metzer Platz.

Nach dreijähriger Vorbereitungphase und zwei Monaten malerischen Engagements haben die Künstler der Creative Stadt GmbH eine einst unansehnliche Brandwand in der Spandauer Wilhelmstadt in ein faszinierendes Wandbild in XXL-Format verwandelt. Das Kunstwerk soll einen Ort der Identifikation der Kiezbewohner mit ihrer Wilhelmstadt erschaffen.

Initiiert und unterstützt wurde das ambitionierte Vorhaben im Rahmen des Sanierungsprogrammes „Aktive Zentren“ von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, dem zuständigen Bezirksamt Spandau, der Berliner Stadtreinigung sowie dem 1927 in Spandau gegründeten Traditionsunternehmen Florida-Eis. Aber auch die Anwohner selbst durften in einem Workshop der Stadtteilvertretung Wilhelmstadt zur Motiv- und Themenfindung beitragen.

Mut zur Kreativität

„Wir haben den Mut – was man uns manchmal nicht zutraut –, auch in Spandau kreativ zu sein und wir glauben durchaus, dass die Spandauer überraschen können“, resümierte schließlich Bezirksstadtrat Carsten Röding am Ende zahlreicher Lobaussprüche und Danksagungen an alle Beteiligten.

Eine Überraschung, die durchaus gelungen erscheint: Der ehemalige „Schandfleck“ in der Pichelsdorfer Straße 114 lädt nun statt zum Weggucken zum genaueren Betrachten ein. Denn erst der berühmte zweite Blick offenbart, dass es sich bei jenen „Wilhelmspassagen“ bloß um gemalte Fiktion handelt, die auf der Architektur einen verblüffend realen, lebhaften und vor allem bunten Raum entstehen lässt.

Neben Details vergangener Spandauer Geschichte, wie etwa Kaiser Wilhelm I., der ein wenig versteckt am linken Ende des Bildes auf seiner Drehorgel spielt und dem Modellschiff der „Prinzessin Charlotte von Preußen“, ist auch der bekannte Spandauer Puppet Comedian Sascha Gramme vertreten, dazu reale Kiezbewohner, die für das Wandbild Modell stehen durften.

Farben- und freudebringende Kiez-Kunst

Das Wandbild solle Generationen verbinden und vor allem Freude schaffen, erklärte Andreas Wunderlich, Geschäftsführer der Creative Stadt GmbH, enthusiastisch im Interview. Die allgemeine Stimmung bei der Eröffnung schien seine Erwartung und die der Sponsoren zu erfüllen. Die Menge diskutierte angeregt, es regnete Danksagungen und Komplimente und insbesondere alt eingesessene Spandauer waren sich einig, dass Kunstprojekte dieser Art das allgemeine Straßenbild verschönern und das Leben in Spandau ein bisschen bunter und heimeliger machen.

Und künftig soll es noch bunter werden: Die „Wilhelmspassagen Spandau“ in der Pichelsdorfer Straße bilden nur den Auftakt einer breit angelegten Aufwertung des Stadtbildes. So stellte die Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH im Auftrag des Bezirksamtes Spandau bereits im Februar 2012 ein Gutachten mit insgesamt 125 weiteren verschönerungswürdigen Brandwänden vor, von denen letztlich 36 Projekte ausgewählt und 10 priorisiert wurden.

Foto Galerie

In Spandau wird's bunter, Pichelsdorfer Straße 114, 13595 Berlin

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