• Montag, 27. August 2012
  • von Constanze Troitzsch

Wettbewerb Mittendrin Berlin!

Wundertüte Rixdorf

  • Kreative Gesellschaft Berlin GbR
    Tanja Dickert und Norbert Kleemann von der Kreativen Gesellschaft Berlin präsentieren ihre Neukölln-Souvenirs. Foto: QIEZ - ©QIEZ

Die Zentren-Initiative "Mittendrin Berlin!" zeichnet seit 2005 kiezbezogene Stadtentwicklungsprojekte aus. In diesem Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto "Laufend Neues erleben" und acht Projekte kamen im Juni in die Endauswahl. QIEZ.de stellt ihnen die Standortinitiativen im Rennen um ein Fördergeld von 100.000 Euro vor. Das Projekt „Wundertüte Rixdorf - Das besondere Einkaufserlebnis: Flanieren, Shoppen, Verweilen“ will mit einer Mischung aus Tradition und Moderne punkten.

Die Wundertüte aus Kindertagen: Wer kennt sie nicht? Man weiß vorher nie, was drin ist, aber man freut sich jedes Mal darüber, wenn man eine der bunten Tüten mit geheimnisvollem Inhalt bekommt. So sieht auch die Kreative Gesellschaft Berlin GbR (KGB44) ihren Heimatstandort in Neukölln. Mit dem Projekt "Wundertüte Rixdorf - Das besondere Einkaufserlebnis: Flanieren, Shoppen, Verweilen" nimmt die Organisation nahe dem Richardplatz am Wettbewerb "Mittendrin Berlin!" teil. "Die meisten kennen Neukölln nicht wirklich und wenn sie dann nach Rixdorf kommen, bekommen sie den Mund nicht zu", sagt Norbert Kleeman, einer der Gesellschafter der KGB44. Rixdorf biete aber nicht nur Neuankömmlingen Überraschungen, sondern auch Alteingesessene fänden jeden Tag etwas Neues, Unbekanntes im Kiez. Daraus sei die Idee zur Wundertüte erwachsen, erzählt Kleeman.

Jeden Tag neue Nachbarn

Tatsächlich stellt sich das beschauliche, dörflich anmutende Rixdorf ganz anders dar, als das gängige Bild Neuköllns Besucher glauben machen könnte. Hier sind die Straßen noch mit Kopfsteinen gepflastert und um den Richardplatz drängen sich hübsche Gaststätten, während in der Mitte des grünen Fleckchens die alte Schmiede mit Landhauscharme glänzt. Rundherum in den Seitenstraßen haben sich viele kleine Gewerbe etabliert. Darunter ist ein Buchbinder, ein veganes und vegetarisches Café, ein Kutschbockbauer und ein Architektenduo, das Häuser aus Stroh baut. Mit diesen Nachbarn und anderen Dienstleistern wolle die Kreative Gesellschaft ein dreiteiliges Programm zur Förderung des Rixdorfer Gewerbes auf die Beine stellen, erzählt Mitbegründerin Tanja Dickert.

Die Wundertüte ist bereits unter den ersten acht Wettbewerbsbeiträgen, die von der Fachjury am 15. Juni unter allen Einsendungen ausgewählt wurden. "Einige Partner haben wir schon, da sonst der Antrag nie so weit gekommen wäre", sagt Dickert, "aber ein paar Details sind noch offen." Schließlich fände die Veranstaltung erst im August des nächsten Jahres statt und neue, interessante Gewerbe, die man ansprechen könne, kämen wöchentlich dazu, erklärt sie. Den Abgabetermin am 12. Oktober werden sie natürlich einhalten müssen, aber das Konzept stehe ja bereits.

Die dreifache Wundertüte

Die Gesellschaft, die von drei festen Mitarbeitern betrieben und von zehn ehrenamtlichen Helfern unterstützt wird, kooperiert mit den Handwerkern, Boutiquen und Dienstleistern des Kiezes. Die KGB44 hilft den Akteuren, sich zu finden und bietet eine Plattform für Ideen. Im nächsten Sommer sollen dann die Aktionstage starten. Es werde eine wortwörtliche Wundertüte geben, die mit Produkten der örtlichen Gewerbe bestückt sei. Ein beschaulicher Markt soll Mittelpunkt eines Volksfestes sein. "Dabei kommt nichts Gewerbliches hin, nur Vereine und ein traditioneller, slowakischer Bäcker", sagt Kleeman, der das Konzept an das des Rixdorfer Weihnachtsmarktes anlehnt.

Auch das jährliche, vom tschechischen Botschafter unterstütze Popráci, Strohballenrennen, gehört zum Programm, aber mit einer Besonderheit: Die Gewerbetreibenden treten gegeneinander an. Wie jedes Jahr zählen eher die Grazie, der Sportsgeist und die Originalität des Kostüms und nicht so sehr, wer eigentlich zuerst ins Ziel kommt. "Aber das ist bestimmt wieder die tschechische Truppe aus Usti nad Orlici. Voriges Jahr kamen sie als Bierflaschen verkleidet", lacht Dickert.

Günstig, nicht billig

Neben Rennen und Überraschungen sorgt als drittes Standbein eine Schnitzeljagd nach dem "günstigsten Preis" mit Detektiv Borscht für Aufregung. Auch hier involviere der KGB44 die Gewerbe, welche mit ihren Produkten die Gewinne stellen. "Wir legen darauf wert, dass es nicht "billig" ist, was wir anbieten. Es haben sich einige hoch qualitative Geschäfte im Kiez angesiedelt, die gute Ware zu einem fairen Preis anbieten", betont Dickert, die selber im Souvenirshop der Gesellschaft kleine Kunstwerke verkauft. Neukölln sei eben nicht nur "billig", sagt sie. Von diesem Image wollten sie mit der Kampagne wegkommen.

Und was, wenn sie gewinnen? "Dann bricht erst einmal keine Panik aus", versichert Kleeman. Man brauche zwar das Geld als Anschubfinanzierung, setze aber auf Nachhaltigkeit: "Wir brauchen nicht noch mehr "Blinke Blinke", sondern wollen die bestehenden Strukturen stärken", fügt er hinzu.

Adresse

Hertzbergstraße 1
12055 Berlin

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Quelle: QIEZ
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