• Mittwoch, 18. Juli 2012
  • von Constanze Troitzsch

50 Jahre Gropiusstadt

Jubiläum im Bauhaus-Stil

  • Gropiusstadt
    Das Panorama der Gropiusstadt ist von Hochhäusern geprägt. Foto: dapd - ©Fabian Matzerath/ddp

Happy Birthday, Gropiusstadt. Der Neuköllner Stadtteil im Bauhaus-Stil wird stolze fünfzig Jahre alt und begeht sein Jubiläum mit vielen Veranstaltungen.

Die Gropiusstadt feiert Geburtstag: Von Weitem mutet sie noch immer an wie ein amerikanischer Finanzdistrikt. Doch in all den Hochhäusern leben Menschen – und das seit 50 Jahren. 1958 wurde The Architects Collaborative (TAC) mit der Planung des Satellitenwohngebiets betraut. Deren Gründer Walter Gropius setzte dann endlich am 7. November 1962 zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Willy Brandt den ersten Spatenstich.

Der Acker südlich von Berlin sollte - gut begrünt - rund 15.000 Menschen in helle Wohnungen aufnehmen. Durch die Errichtung der Mauer mussten die Häuser stark zusammenrücken. Die Bebauung wurde dichter und höher als anfangs geplant. Das Ideal-Hochhaus, das 1968 noch im Beisein von Walter Gropius Richtfest feierte, wurde mit dreißig Stockwerken eines der höchsten Wohnhäuser in Europa. Viele Familien mit Kindern zogen in das Gebiet. Grundschulen ersetzten die geplanten Parks. Insgesamt 50.000 Menschen nahmen sich damals im südlichen Zipfel West-Berlins eine Wohnung.

Orte der Begegnung

Da praktisch keine kleineren Orte der Zusammenkunft im Bezirk geplant waren, fehlt es noch heute an Möglichkeiten, Nachbarn kennenzulernen. Die Anonymität der Großstadt wird hauptsächlich durch das weitläufige Gemeinschaftshaus am Bat-Yam-Platz 1 in Zaum gehalten. Auch zum goldenen Jubiläum des Bezirks im Bauhaus-Stil mischt das traditionsreiche Haus mit. Der 5. Kunstsommer in der Gropiusstadt wird von der Kulturstätte organisiert. Sieben kreative Workshops, die sich um Bauhaus und die Geburtstagszahl Fünfzig drehen, finden dieser Tage statt. "Die Workshop-Teilnehmer präsentieren die Früchte ihrer Arbeit ab dem 10. August um 18 Uhr in der Galerie des Hauses", sagt Karin Korte, Leiterin des Gemeinschaftshauses.

"Wir sind aber nicht die Einzigen, die bei Veranstaltungen für das Jubiläum mitwirkten. Auch das Wohnungsbauamt, das Bezirksamt, zu dem wir gehören, verschiedene Vereine und Einzelpersonen tragen dazu bei", fährt Korte fort. Das Gemeinschaftshaus sei das größte Kulturzentrum im südlichen Neukölln und vermiete auch Räume für Vereine und manchmal kurzzeitige Projekte. Deshalb stünde das Haus auch externen Veranstaltern und Künstlern zur Fünfzig-Jahr-Feier zur Verfügung, erläutert sie.

Feste feiern

Das große Fest läuft langsam an: Ab heute, Mittwoch, den 18. Juli, findet wöchentlich ab 19 Uhr ein "Blauer Mittwoch" auf dem Lipschitzplatz statt. Die Veranstaltung soll einer "Fahrt ins Blaue" gleichen, bei der man hingeht, keinen Eintritt bezahlen muss und für ein paar Stunden das Gefühl einer lauen Sommernacht auf einer Piazza genießt, erläutert Korte das Konzept. "Eigentlich sollte auf den Flyern auch gar nicht stehen, wer auftritt, aber man weiß ja nie", sagt sie. Das Thema des heutigen Abends sei "Lateinamerika".

Am letzten Augustwochenende  wird das Hauptfest des Gropiusjahres begangen. Dann werden die Highlights wie die Fassaden-Klettershow "Höhenflüge"  oder die traditionell "längste Kaffeetafel der Gropiusstadt" die Besucher aus dem Bezirk anlocken. Auch Streetart-Künstler stellen dann ihre Werke zu Schau – im hohen Ideal-Gebäude.

Nach 50 Jahren Bauhaus-Geschichte, die durch die Mauer auf engsten Raum gedrängt wurde, stellt sich die Frage: Wie lebt es sich in solch einem architektonischen Kunstwerk? Korte selbst wohnt nicht hier, weiß jedoch von einer Kollegin zu berichten, die den Blick aus ihrem Fenster im Ideal-Hochhaus sehr schätzt und meint: "Die Wohnungen sind auch gut geschnitten. Was will man mehr?"

Weitere Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums finden Sie auf der Seite des Quartiersmanagments Gropiusstadt

Lesen Sie hier mehr zur Gropiusstadt:

400 Wohnungen in Neukölln

Gemeinschaftshaus Gropiusstadt

Bat-Yam-Pl. 1
12353 Berlin

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Quelle: QIEZ
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