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Genuss fördern: Berlin Beer Academy

Genuss fördern: Berlin Beer Academy
Es geht hier um Bier als Kulturgut. Zur Foto-Galerie

Friedrich-Wilhelm-Stadt - Die Ein-Raum-Location gegenüber dem Friedrichstadtpalast ist schlicht gehalten. Das Erzeugnis, um das es hier geht, soll ganz im Zentrum stehen: Bier.

Das, was einem in Berlin an jeder Ecke in Massen begegnet, in Kneipen, in Kiosken, in der U-Bahn und als zerbrochenes Überbleibsel auf dem Radweg, soll in der Berlin Beer Academy von einer ganz anderen Seite beleuchtet werden – es geht um Bier als Kulturgut.

Gründer sind die internationale Bier-Autorin und Bier-Sommelière Sylvia Kopp und der in Kalifornien lebende deutsche Brauer Olav Strawe. Im Hype, der um die neue Craft-Beer-Bewegung in Berlin und im ganzen Land herrscht, will die Einrichtung vor allem zwei Dinge leisten: Biergenuss fördern und zeigen, wie vielfältig die Bierlandschaft ist, und im Zuge dessen auch die Kompetenz zur Beurteilung dieser Biere stärken. Man denke an Wein: Hier versteht sich jeder im Bekanntenkreis ein Stück weit als Kenner oder hat zumindest Vorlieben für bestimmte Sorten. Und beim Bier? Eben.

Die Akademie will Bier-Wissen auf allen Stufen vermitteln: „Wir richten uns an Leute, die gerne Bier trinken, aber noch nicht wissen, was eigentlich ein Pils ist. An Kenner, die ihr Wissen über Bier, Stil und Tradition vertiefen wollen und natürlich Profis aus Handel und Gastronomie, die mit den erweiterten Sortimenten umgehen und Fragen beantworten können müssen: Was ist das für ein Bier und wie schmeckt es?“, so Sylvia Kopp bei der kleinen Eröffnungsfeier.

Gute Ausbildung in Sachen Bier

Das Angebot verteilt sich folglich auf drei Ebenen: „Spaß am Genuss“, „Erlebnis und Wissen“ für Einsteiger und Liebhaber sowie die „Bierverständiger Fachseminare“ für Branchenprofis werden angeboten. Unternehmen aus Gastronomie und Handel können sich für ihre Mitarbeiterschulung einen individuell abgestimmten Kurs zusammenstellen zu lassen – sehr sinnvoll, denn in der Regel ist es nicht der Chef einer Gastronomie, der das Produkt an den Gast verkaufen können muss, sondern sein Serviceteam. Und hier ist Schulung in hohem Maße gefragt, denn während die „neue Bierszene“ heftigst darüber diskutiert, was ein Craft Beer ist und was nicht, ist das Thema beim Endkonsumenten in der Gastronomie, geschweige denn im Handel, noch so gut wie gar nicht angekommen. Im Startmonat Dezember gibt es u.a. Kurse zur „Deutschen Klassik“, zum „Traumpaar Bier und Käse“ sowie „Achtung, Craft!“

Berlin Beer Academy. (c)nomyblog
In seinem Grußwort wurde Günther Guder, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels, überraschend deutlich: „Seit 2008 registrieren wir als Getränkefachgroßhandel, dass Bier in Deutschland als Frequenzbringer für Getränkemärkte des Lebensmittelhandels verkommt.“ Damit spielte er auf die Tatsache an, dass eine Kiste Premiumbier nicht selten für unter zehn, mitunter unter neun Euro angeboten wird. „Der deutsche GFGH hat höchstes Interesse an diesen neuen Bieren, weil er damit eine Chance sieht, dem Endverbraucher das Kulturgut Bier mit neuen Geschmäckern nahe zu bringen und den Werte– und Imageverlust wieder aufzuholen. Wir werden mit allem, was wir können, diese Akademie unterstützen, damit wir dann vielleicht in drei bis fünf Jahren eine Bierlandschaft haben, wie wir sie uns vor zehn Jahren noch nicht hätten vorstellen können.“ Ob der meist so logistikgetriebene und in Regalplätzen denkende Fachgroßhandel auf der anrollenden Bier-Innovationswelle tatsächlich schwungvoll mitsurfen wird, wie es hier anklingt?

Es wäre schön, damit viele Menschen in den Genuss dessen kommen können, was die Berlin Beer Academy zum Forschungsgegenstand macht. Einen spannenden Hinweis gab es zum Schluss der Auftakt-Worte vom amerikanischen Autor, Journalisten und Bier-Fan Evan Rail: Berlin solle nicht nur das, was in den USA längst kultiviert ist, nachahmen und sich auf das Brauen von hippen IPA-Sorten beschränken, sondern mit der Wiederentdeckung lokaler Sorten auch dafür sorgen, dass Bierfans aus aller Welt hierhin kommen: „Make the beer scene more local, use local ingredients and local techniques“, rät der Kenner. Sorten wie Berliner Braunbier, Danziger Bier oder eine Berliner Weisse der originären Art kenne doch fast niemand mehr. 

Und um diese Sorten wiederzubeleben, ist aus seiner Sicht vor allem eines wichtig: Ausbildung. Dafür hat Berlin jetzt ja einen neuen Anlaufpunkt.

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt von nomyblog

 

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Quelle: nomyblog

Berlin Beer Academy, Claire-Waldoff-Straße 4, 10117 Berlin

Berlin Beer Academy

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