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Mittagessen#2 im Agora

Mittagessen#2 im Agora
Arbeiten und entspannt essen: im Agora in Neukölln geht beides.
Coworking-Spaces gibt es in Berlin mittlerweile wie Sand am Meer, vom Klassiker Betahaus über reine Plugin-Klitschen für Digitalnomaden bis hin zu Projekten mit Mission, wie dem "Agora Collective" auf dem Mittelweg in Neukölln.
Das liegt etwas abseits, hinter jetzt wieder grünen Bäumen in einem Garten versteckt. Es ist nicht nur ein Arbeitsort für freie Kreative, sondern bietet auch viele Workshops und Events, bei den es im weitesten Sinne um Nachhaltigkeit geht, von Meetups bis zu Partys. Früher hätte man das „soziokulturelles Zentrum“ genannt.
 
Besonders nachhaltig geht es heute im hauseigenen Café-Restaurant im Erdgeschoss zu. Es ist Freitag und heute macht Pepe Dayaw, wie jeden Freitag, seinen „Resto – Leftover Slam“. Pepe, der eigentlich Joseph Patricio heißt, ist ein sehr sympathischer junger Mann und zeigt mir in der Küche, was er gerade kocht: Improvisiertes nämlich aus umliegenden Märkten, was sonst weggeworfen würde. Das kauft er den Händlern zu einem günstigen Preis ab und kann so bei geringem Wareneinsatz der grassierenden Lebensmittelverschwendung etwas Substantielles entgegensetzen – ein Mittagsmenü nämlich, das drinnen und draußen schon viele Gäste zu sich nehmen.
 
Es schmeckt fantastisch, und das nicht nur, weil man mit gutem Gewissen reinhauen kann: Kartoffel-Pilz-Joghurt-Madras mit schön scharfer Currysauce, Kardamom-Reis, Granatapfel-Salat mit würzigem Rharbarber-Dressing und vegetarische Buletten aus Kichererbsen, Spinat, Mais, Semmelbröseln und Butterkeks. Ungewöhnlich und gut.
 
„Es ist jedes Mal improvisiert, ich weiß ja vorher nie, was ich bekomme, und deswegen schreibe ich auch erst fünf Minuten, bevor wir öffnen, das Menü an die Tafel, weil ich manchmal noch kurzfristig etwas ändere“, erklärt Pepe, der in seinem eigenen Projektlabor „Nowhere Kitchen“ sozusagen eine angewandte Foodwissenschaft betreibt sowie Performances und Dinner-Events veranstaltet. Das kannte ich noch nicht und mir wird klar, dass ich neben klassischen Gastronomiebesuchen noch viel mehr in diese kreative Welt der unabhängigen Köche/Küche eintauchen muss.
 
Zum Mittagessen bin ich heute mit Susanna Glitscher verabredet. Sie kennt sich in dieser Independent-Kochszene hervorragend aus. Bis vor kurzem hat sie nämlich „Kitchensurfing Berlin“ gemanagt, bis vor kurzem saß sie auch im gleichen Gemeinschaftsbüro mit mir. Jetzt nicht mehr, der Berlin-Ableger des US-Portals wurde eingestellt, trotz Erfolg. Schön, dass wir uns mal wiedersehen. Die Idee einer Plattform für Köche, die sich auf eine Food-Richtung spezialisiert haben und für große und kleine Events gebucht werden können, verfolgt sie weiter. Denn das Berliner Köche-Netzwerk ist groß und die Nachfrage vorhanden.
 
„Nobugo“, das steht für „Nothing but gourmet“, heißt die neue Seite, die sie zusammen mit zwei Co-Gründern aus Frankreich gelauncht hat. Vom Prinzip her ist es auch eine Online-Vermittlung für Partyservice, aber im modernen Gewand. „Klassisches Catering ist eher unflexibel und unsere Kunden wollen auch kein Zelt, das bei ihnen aufgebaut wird“, erklärt Susanna. Die gebuchten Köche kochen vielmehr direkt in den Küchen ihrer Kunden; Zutaten und Material bringen sie zum großen Teil selbst mit. So entsteht ein „gastronomisches Event“ in den eigenen vier Wänden. Auch Firmen können das für ihr Mittagessen nutzen. Und demnächst werden auch Jigger, Spoons, Strainer und Eis zu den Kunden angeschleppt – denn mit „Nobugo“ bietet man auch die Vermittlung von Bartendern für Events an. Köche, die mitmachen wollen, liefern zunächst eine Kochprobe ab (ich durfte zu Kitchensurfing-Zeiten praktischerweise öfter mal probieren, weil ich gleich nebenan saß). Ob dann auch die Bartender dem Team erst ihre Drinks vorstellen müssen? Das habe man noch nicht entschieden, antwortet Susanna lachend. Falls ja: Ich prüfe gerne mit.
 
Mittagessen im Agora Collective: 5 Werktage, 5 unterschiedliche Köche, 5 Euro pro Essen.
 
Dieser Text stammt aus der Reihe „Mittagessen“: Jan-Peter Wulf unterhält sich mittags in Restaurants mit deren Betreibern, mit anderen interessanten Menschen oder isst einfach alleine und in Ruhe sein Mittagessen.
 
Dieser Artikel wurde uns vom nomyblog zur Verfügung gestellt.

Quelle: nomyblog

Agora, Mittelweg 50, 12053 Berlin

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