Stadtentwicklung im Südosten

Köpenick könnte Berlins neuer Mode-Hotspot werden

Eingang zum Campus Wilhelminenhof in berlin Oberschöneweide
An der Hochschule für Technik und Wirtschaft wird unter anderem Modedesign studiert.
Ein ehemaliger Industriestandort und eine Menge Kreativität treffen in Oberschöneweide aufeinander. Jetzt soll der Ortsteil auch noch zum Modemekka Berlins werden. Der Anfang ist längst gemacht ...

Berlin ist Modemetropole. Das wird uns jedenfalls während der Fashion Week aus allen Ecken der Stadt entgegengerufen. Trotzdem haben es Nachwuchslabels in Berlin nicht immer leicht. Ein Netzwerk in Oberschöneweide könnte das jetzt ändern und den Kiez zu einem Dreh- und Angelpunkt der Textilbranche machen.

Die HTW Berlin, das für Oberschöneweide zuständige Regionalmanagement Südost und der Bezirk Treptow-Köpenick haben schon im Jahr 2016 vorgeschlagen, die Mode- und Textilwirtschaft vor Ort ordentlich anzukurbeln sowie Hochschulabsolvent*innen und Start-ups in der Fashion-Branche zu fördern. Von Flächen für junge Modelabels, Coworking Spaces, neuer Computertechnik, Beratungsangeboten und Coachings war damals schon in einem Newsletter des Regionalmanagements die Rede. Seither ist zwar viel Zeit vergangen, es wurde aber auch fleißig weiter an dem Projekt gearbeitet.

Warum Oberschöneweide zum Place to be für die Mode wird

Eine vom Regionalmanagement Südost in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass sich Oberschöneweide besonders gut als Standort für die innovative Mode- und Textilindustrie eignet: Berlin im Allgemeinen sei immerhin nicht nur bestens angebunden und mit Kreativen versorgt, auch Forschungseinrichtungen und Institute, viele Start-ups und Gründerzentren sind hier vertreten. Für Schöneweide im Speziellen spricht der dortige Standort der HTW Berlin, an dem neben Modedesign auch der Studiengang Bekleidungstechnik und Konfektion angeboten wird.

 

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Die Idee des Regionalmanagements Südost ist nämlich, in Schöneweide nicht nur die Modeindustrie zu stärken: Ein neuer TextilHub könnte „sich als zentrale Innovationsplattform etablieren, die als Brücke für Design, Industrie und Wissenschaft fungiert“. Auch Produkt- und Industriedesigner, alle an einer Lieferkette für die Modeindustrie beteiligten Branchen und Architekten sollen in Schöneweide einbezogen werden, um Innovationen hervorzubringen. Denn da es laut der in Auftrag gegebenen Bedarfsstudie zum Projekt bisher in Sachen Mode noch keinen Standort gibt, an dem alle Gewerke der Branche vernetzt sind und zusammenarbeiten, könnte genau das die große Stärke im von seiner Industriegeschichte geprägten Oberschöneweide sein.

Wer denkt, dort sei in Sachen Kunst und Kreativität nicht viel zu holen, liegt ohnehin völlig daneben. Die beiden von kreativen Köpfen besiedelten Coworking Spaces Bett und KAOS mitsamt regelmäßig stattfindenden Events, einige Galerien und Ateliers, die Kunstfestivals Kunst am Spreeknie und Transformart oder CharLe, das nachhaltige Modelabel für Kinderklamotten, haben den Grundstein für Oberschöneweide als Designstandort längst gelegt. Auch wenn OSW ein bisschen wie der Wedding ist: So richtig kommt die Gegend nicht, auch wenn seit Jahren alle davon reden.

 

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Immerhin, die Idee vom TextilHub ist mittlerweile bis ganz oben durchgedrungen: Die Berliner Wirtschaftsverwaltung von Ramona Pop hat im neuen Doppelhaushalt 2020/2021 Gelder zur Verfügung gestellt, um weiter an dem Projekt zu arbeiten und einen Betreiber und Personal für das Vorhaben zu finden, heißt es in einer Meldung vom Regionalmanagement Südost: „Wir schätzen uns glücklich, dass die Umsetzung nun Step by Step durch die Politik und weitere Stakeholder angegangen wird.“ Viel mehr, als dass jetzt Gelder fließen, ist allerdings noch nicht klar. Dass das Haus des Lehrers als zentrales Fashion-Zentrum für den TextilHub gehandelt wird (wie in der Morgenpost zu lesen war), wollte man uns dort nicht bestätigen. Wir dürfen also gespannt bleiben, wann Oberschöneweide so richtig in Mode kommt.

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