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Alles außer Kunst: Skurrile Auktionen in Berlin

Alles außer Kunst: Skurrile Auktionen in Berlin
Sogar die Schokoherzen: Das Inventar von Air Berlin kann ab sofort online ersteigert werden.
Was haben Schokoherzen, Kleinwagen und ungeöffnete Koffer gemeinsam? Alles wird versteigert! Zoll, Polizei, Fundbüros, BVG und S-Bahn wollen schließlich regelmäßig Überflüssiges loswerden. Wir zeigen dir, wo und wann du was abgreifen kannst!

Testprodukte der Stiftung Warentest (Schöneberg)

Ein Sieg bei der Stiftung Warentest ist ein Ritterschlag, der Oscar der Testbranche. Fernseher, Bügeleisen, Mixer, Kopfhörer nichts, was noch nicht getestet wurde. Unter den mehr als zweitausend Produkten überstehen einige die Testphase nicht. Waagen, die unter zu viel Gewicht brechen zum Beispiel. Alles, was die knallharten Prüfer nicht kaputt kriegen, wird versteigert. Vier Mal im Jahr, immer in Berlin. Gezahlt wird bar oder mit EC-Karte.

Wo: Auktionshaus AssetOrb
Wie oft: einmal je Quartal 2018 (24. März., 23. Juni, 29. September, 24. November)
Mehr Infos: Versteigerung und Produktliste

Zentrales Fundbüro Berlin (Schöneberg)

Ein Blick auf die Seite vom Auktionshaus AssetOrb lohnt doppelt. Dort werden nämlich auch Sachen aus dem Zentralen Fundbüro in Tempelhof versteigert. Da landet eine ganze Menge Kram, vom herrenlosen Fahrrad über Portemonnaies bis hin zum prall gefüllten Rucksack. Sie alle warten sechs Monate lang auf ihren Besitzer. Meldet der sich nicht, darf der Finder den kleinen oder großen Schatz abholen. Und wenn der auch kein Interesse zeigt, wandern die Fundsachen zur Versteigerung. Dort kannst du sie am Aktionstag von 8 bis 10 Uhr besichtigen, bevor sie gegen Bargeld unter den Hammer kommen. Immer im März gibt es außerdem eine extra Versteigerung nur für Fahrräder!

Wo: Auktionshaus AssetOrb
Wie oft: mehrmals im Jahr 2018, nächster Termin: 28. August
Mehr Infos: Auktionen bei AssetOrb

Fundsachen der BVG (Tempelhof)

Wer noch nie etwas in Bus oder Bahn hat liegenlassen, der Werfe den ersten Stein! Wer es eilig hat, vergisst eben mal seine Mütze. Oder seinen Rucksack. Oder das Fahrrad. Passiert alles. Die BVG bewahrt Fundsachen aber nur sechs Wochen in ihrem Fundbüro auf. Es kommen täglich 300 Gegenstände zusammen und findet sich dafür kein Eigentümer, muss das Zeug eben unter den Hammer. Wer will, kann sich vor der Auktion von 8 bis 10 Uhr alles angucken.

Wo: Auktionshaus Beier
Wie oft: einmal pro Quartal 2018 (18. Januar, 19. April, 12. Juli, 18. Oktober)
Mehr Infos: Auktionshaus Beier

Münzen (Neukölln)

Alle Münzenfreunde aufgepasst: Zum 300. Mal versteigert das Auktionshaus Künker wieder rare Münzen. Mit dabei sind numismatische Güter aus aller Welt, der Schwerpunkt liegt bei Russland, Großbritannien und Altdeutschland. Im Rahmen der Berlin-Auktionen findet am 7. und 8. Februar auch die eLive Premium Auction 303 statt, bei der online ab 18 Uhr mitgeboten werden kann.

Wo: Hotel Estrel
Wann: 1. Februar 2018
mehr Infos: Künker

Verwahrloste Fahrzeuge (Pankow)

Tatsächlich stehen in Berlin einige verwaiste Autos herum. Die Stadt schleppt sie ab und versteigert die Karre irgendwann vorausgesetzt der Halter ist unbekannt oder kann und möchte das Fahrzeug nicht mehr tragen. Zuständig ist dafür das Bezirksamt Lichtenberg, das die Auktionen mehrmals im Jahr organisiert. Welche Fahrzeuge zur Auswahl stehen, kannst du eine Woche vorher einsehen; gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro vor Ort oder kostenlos online. Und einen Tag vor dem Verkauf stehen die Autos sogar zur Besichtigung frei.

Wo: BVV-Saal vom Bezirksamt Pankow
Wie oft: mehrmals jährlich (nächster Termin 23. November 2018)
mehr Infos: Berlin.de

Immer wieder werden vergessene Autos gefunden - und versteigert. Foto: Unsplash ©Kevin Clark

Und dann sind da noch die Online-Auktionen:

Auktionen sind knallhartes Business. Deshalb haben vor allem Bund und Länder einen Großteil ihrer Versteigerungen ins Internet verlagert.

Air Berlin versteigert nun vom 15. Januar bis 1. Februar diesen Jahres nach Insolvenz sein Inventar – mit dabei sind Tassen, Buddybären, Sitze, Servicewagen und natürlich auch die bekannten Schokoherzen. Abholen kannst du das Inventar allerdings nur selbstständig, und zwar in Hamburg.

Die VEBEG kümmert sich beispielsweise um ausgemusterte Bestände von Bundeswehr und anderen öffentlichen Auftraggebern. Das heißt: Mulchgeräte, Schweißmaschinen und Eggen tummeln sich neben Hubschraubern, Müllwagen und Booten. Das meiste steht zur Abholung frei, einiges kann man sich auch liefern lassen.

Immer beliebt und echte Fundgruben sind die Versteigerungen des Zolls. Diese laufen mittlerweile nur noch online ab. Pokerkoffer, Wodka, Diamanten, Plüschteddys der Zoll erfüllt dir so ziemlich jeden Wunsch. Nur die Auswahl des Hauptzollamts Berlin lässt aktuell etwas zu wünschen übrig.

Genauso offiziell läuft es bei der Justiz-Auktion ab. Eingerichtet vom Justizministerium in NRW verticken hier alle öffentlichen Stellen und Gerichtsvollzieher aus Deutschland und auch Österreich gepfändete oder zwangsvollstreckte Sachen. Dazu kommen Fundsachen oder alte Büroausstattungen aus öffentlicher Hand. Ein echter Geheimtipp.

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