Der QIEZ-Clubtest

Probe-Zappeln in der neuen Magdalena

Probe-Zappeln in der neuen Magdalena
Das Design des Stempels der Magdalena ist ebenso minimalistisch wie das des Clubs selbst. Zur Foto-Galerie
Stralauer Kiez - Die Magdalena ist wieder da und sie sieht schwarz. Wir waren beim Re-Opening des Techno-Clubs und verraten, ob sich ein Besuch lohnt.

Ein Techno-Club in einem ehemaligen Kraftwerk, das hat was. Das kennt man. Ich habe die alte Magdalena zwar nie gesehen, der neue Ort scheint mit allerdings sehr passend. Seit Ende Februar 2016 wird in der neuen Magdalena wieder gefeiert. Ich bin beim Partywochenende zur Wiedereröffnung zwischen Strobolichtern und Techno dabei.

Der Weg ins Innere

Anders als in der Weyde vor einer Woche erwartet die Besucher der Magdalena eine Schlange. Geschätze Wartezeit: 20 Minuten. Eine Türpolitik lässt sich nicht erkennen. Das Publikum reicht vom tätowierten Pumper bis zum netten Mädchen von nebenan, das Durchschnittsalter liegt irgendwo in den Zwanzigern. Techno kann eben jeder.

Hinter dem Kontrollzelt folgt ein geräumiger Vorhof mit mehreren Ticket-Häuschen, die eher an einen Weihnachtsmarkt erinnern. Von dort aus geht es dann in einen langen, hell erleuchteten Gang mit Garderobe, der irgendwas zwischen Baustelle und Flugzeughangar sein will.

Techno und Minimal(ismus)

Wir lassen die Lichter hinter uns und verschwinden in der Dunkelheit. Im unteren Stockwerk finden wir den größeren von zwei Floors. Kahler Boden, schwarze Wände und freiliegende Abluftrohre. Dazu Lichteffekte in Lila und Türkis. Insgesamt lässt die Optik nicht darauf schließen, dass der Club gerade eröffnet wird. Minimalistisch ist auch der Sound, der aus den riesigen Boxen in den Ecken kommt. Die einen würden ihn als hart und gradlinig, die anderen als eintönig beschreiben. So oder so, der Bass geht gut rein.

Eine halbe Treppe weiter oben kann man in einem kleinen, verwinkelten Raum chillen. Die hölzernen Sitzmöglichkeiten mit Sitzkissen aus Schaumstoff sind ebenfalls komplett schwarz. Bei aller Funktionalität – richtig einladend finde ich das nicht. Viele andere offensichtlich schon. Wir gehen weiter zur Bar im oberen Stockwerk. Ein langer Tresen, dahinter farbig leuchtende Kühlschränke. Für ein 0,3 Liter Bier zahlt man 3,50 Euro. Wer kein Becks oder San Miguel mag, bekommt einen halben Liter Franziskaner für vier Euro. Für Longdrinks muss man sieben oder acht Euro springen lassen. Der Andrang ist groß. Das Personal, das auch als Besucher durchgehen würde, trotzdem sehr freundlich.

Auch an der Bar im Club Magdalena erwartet die Besucher kaum Beleuchtung. ©Jarek Voss
Wer mit dem Getränk in der Hand an der Bar steht oder im Chillout-Bereich davor sitzt, hört die Musik vom zweiten Floor rechts nebenan. Mir fallen dort sofort die überraschend niedrigen Decken auf. Der Klang ist für einen Dubstep-Freund wie mich deutlich melodischer und tanzbarer. Meine Meinung scheint geteilt zu werden, der Raum ist komplett voll. Wir bleiben und tanzen. Bis die Nebelmaschine alles gibt.

Mein Fazit, als ich mich gegen 4 Uhr auf den Heimweg mache: Techno-Fans haben auch in der neuen Magdalena sicher ihren Spaß. Viele treue Fans loben, dass die Atmosphäre ähnlich geblieben sei. Ich persönlich kann mit Techno und Techhouse nicht allzu viel anfangen und bin deshalb eher enttäuscht. Ein Alleinstellungsmerkmal kann ich nicht so recht ausmachen. Für die 14 Euro Eintritt bekomme ich andernorts mehr geboten. Positiv überrascht bin ich allerdings von der Stimmung. Jeder tanzt für sich, keiner kommt dem anderen doof. Drogen werden mir auch nicht an jeder Ecke angeboten. Hand aufs Herz: Wiederkommen werde ich wahrscheinlich trotzdem eher nicht. Die Warnung „geht da bloß nicht rein“, die ich am Eingang erhalten habe, ist dann aber doch ein bisschen hart.

Foto Galerie

Club Magdalena, Alt-Stralau 1, 10245 Berlin
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