Buddhistisch inspiriert

Neu in Mitte: Veganes, japanisches Fine Dining im Oukan

Einer unserer Lieblingsgänge und definitiv was fürs Auge: Kartoffel und Trüffel.
Einer unserer Lieblingsgänge und definitiv was fürs Auge: Kartoffel und Trüffel.
Rein pflanzenbasierte Wohlfühlküche aus Japan gepaart mit buddhistischem Minimalismus sollen im Oukan für einen ganzheitlichen Glückszustand sorgen. Dieses neue Restaurant ist wirklich ein Fest für die Sinne.

Was Huy Thong Tran Mai hinter einer roten Tür in einem Hinterhof in der Ackerstraße gezaubert hat, verdient zunächst mal ein staunendes „Wow“. Denn dieses Restaurant ist anders als alles, was wir sonst so kennen. In verschiedenen Schwarztönen gehalten und von japanischem Minimalismus und buddhistischer Einfachheit inspiriert, soll es ein Ort der Ruhe sein, ein Ort, an dem wir runterkommen. Das geht sicher am besten in einem der Séparées, die hinter schweren Tauen verschwinden. Du kannst aber auch an einer großen Tafel sitzen, gleich neben dem riesigen Bonsai-Baum. Viele Spiegel laden zur Selbstreflexion ein. Dass Tran Mai in seinem Lokal die Gäste nicht nur mit Essen und Trinken zufriedenstellen mag, sondern ein ganzheitliches Konzept entwickelt hat, das alle Sinne berührt, kommt ganz schnell bei uns an.

 

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Tran Mai, ein Modedesigner mit vietnamesischen Wurzeln, hatte designtechnisch unter anderem schon im Si An und im ChénChè-Teehaus seine Finger im Spiel. 2011 gründete er den Concept-Store Oukan als Charity-Projekt; der
Store schloss 2019, der Name blieb. Mit der Eröffnung des Ryong im Jahr 2016 und dem Restaurant Con Tho 2017 in der Hasenheide wurde er zum Gastronomen. Inzwischen hat er zwei weitere „Ryongs“ und das Oukan Tea.

Eine weitere Besonderheit im Oukan, neben dem perfekten Interior mit Wow-Effekt, ist die Konzentration auf veganes Fine Dining in Kombination mit Tee, der hier auch kalt in Weingläsern serviert wird und nicht einfach nur Tee ist, sondern gewissermaßen geadelt wird. Zwei Tee-Meister*innen, einer zuständig für die japanischen Varianten, eine für die chinesischen, heben unser Tee-know-how auf eine andere Ebene.

Veganes Fine Dining auf hohem Niveau

Bei der Küche, für die Martin Müller (Tisk, u.a.) verantwortlich zeichnet, steht „Shōjin Ryōri“ als Konzept im Mittelpunkt: Dem Körper soll genau das gegeben werden, was er braucht. Neben Regionalität und Saisonalität der Produkte, Verzicht auf weißen Zucker und Mehl, spielt auch die Harmonie der fünf Farben, der fünf Geschmacksrichtungen und der fünf Zubereitungsarten eine Rolle. Das perfekte Zusammenspiel kannst du dir für die außergewöhnliche Fine Dining-Experience in Menü-Form schmecken lassen – sechs Gänge für 79 Euro, entweder mit Tee- (35 Euro) oder mit Weinbegleitung (51 Euro). Dann landen etwa Kuzu und Paprika, Kartoffel und Trüffel oder Yuba und Rettich auf dem Teller, der natürlich auch nicht einfach nur ein Teller ist, sondern handgemacht und super hübsch aus Ton, Steingut, Holz oder Porzellan. Und es ist wahrlich verblüffend, wie aus zwei, teils sogar sehr simplen, Komponenten eine derartige Geschmacksexplosion entstehen kann. Besonders ist der Gang mit der Krausen Glucke (einem Pilz), der auf einem Moosbett und unter einer Glasglocke (mit Nebel) daherkommt, und dem fermentiertem Blumenkohl. Nach dem Cheesecake mit Quitte, für dessen optimale Konsistenz der Küchenchef ein halbes Jahr getüftelt hat und der definitiv der beste vegane Cheesecake ist, den wir je gegessen haben, sind wir uns nur eins: im Zen-Zustand.

Gut zu wissen: Du kannst hier aber auch à la carte essen, Gyoza gibt’s für 10 Euro, Hauptgerichte für 22 bis 26 Euro oder Ramen für 18 Euro. Die probieren wir beim nächsten Mal.

Alle Infos auf einen Blick

Adresse: Ackerstr. 144, 10115 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag ab 18:00 Uhr

Weitere Infos findest du auf der Website von Oukan.

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