Die 21. Echo-Verleihung in Berlin

Küsse, Stars und noch mehr Stars

Küsse, Stars und noch mehr Stars
Helene Fischer mit ihrem Echo für deutschsprachiger Schlager Zur Foto-Galerie
Es war DAS Klassentreffen der Musikbranche: Die 21. Echo-Verleihung am Donnerstagabend im Palais am Funkturm.

Gleich zum Auftakt erlaubten sich Moderatorin Barbara Schöneberger, die mit pinkfarbenen Glitzer-High Heels über die Bühne stöckelte, und Co-Moderatorin Ina Müller einen kleinen aufsehenerregenden Schabernack und tauschten einen langen Zungenkuss aus. Ganz nach den Vorbildern Madonna und Britney Spears bei den MTV Music Awards vor neun Jahren. Wie erwartet gab es dann jede Menge Musik und Stars mit Auftritten von Rammstein, Sean Paul, Katy Perry und den Toten Hosen.

Von Reggae-Stars und Rappern

Reggae-Sänger Shaggy war zum ersten Mal beim Echo und schwärmte vom Berliner Nachtleben. Sein Plan war es, in der Echo-Nacht viel zu trinken, wie er erklärte. Nur als Letzter werde er die Party nicht verlassen, er sei ja nicht mehr der Jüngste. Sein Kumpel, Reggae-Star Sean Paul, kreuzte mit hochfrisiertem Irokesenschnitt auf. Sein Wissen über Deutschland war eher auf das Repertoire der meisten Kurzzeittouristen beschränkt: „amazing place, Berlin“, tolle deutsche Nationalmannschaft, Oktoberfest.

Der Berliner Rüpel-Rapper Sido kam in Wollmütze, Jeans, Sonnenbrille und mit Freundin Doreen. Er erhielt mit Rapper-Kollege Bushido für „So mache ich es“ wie im letzten Jahr den Echo fürs beste Musikvideo. Und wollte dann vor allem eines: sich mit Jägermeister betrinken. Bushido konnte sich einen Seitenhieb auf Peter Maffay nicht verkneifen. Der hatte die Verleihung des Bambis an Bushido Ende letzten Jahres kritisiert und beendete ein gemeinsames Projekt mit Sido und Bushido.

Sido neckte dafür Lindenberg. Er finde es unfair, wenn jemand nach dem Preis fürs Lebenswerk – den hat Lindenberg bereits vor 18 Jahren gekriegt – noch mehr Preise bekomme, witzelte er. Nach 1992 und 2009 räumte Udo am Donnerstag aber gleich weitere zwei Mal ab, als bester Künstler Rock / Pop National und für das Album des Jahres. Im Anschluss stellte er mit Sänger-Kollege Jan Delay den Hit „Reeperbahn“ vor und flitzte nach Friedrichshain, wo er in der O2-World noch ein Konzert gab.

Die Favoriten des Abends

Die Fans warteten vorher schon stundenlang geduldig auf die Stars. Die Favoriten des Abends waren klar: Die Berliner Rocker Rammstein und Marilyn Manson. „Dass man Marilyn Manson noch mal in Deutschland sehen kann“, freute sich Vanessa, 19, die extra mit Freundinnen aus Nordrhein-Westfalen gekommen war. Aber der Friedrichshainer Tim Bendzko sei auch ganz süß. Selbst der düstere Schock-Rocker Marilyn Manson raunte „Rrrrammstein“ auf die Frage, auf wen er sich am meisten freue. Den Berlinern durfte er dann auch gleich den Preis als beste deutsche Rocker überreichen. Rammstein heimsten außerdem den Preis als erfolgreichste deutsche Musiker im Ausland ein. „Es freut uns, die Achse des Bösen geht weiter“, sagte Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz im goldenen Glitzer-Ganzkörperkostüm.

Der Friedrichshainer Tim Bendzko bekam von Lena Meyer-Landrut den Echo als bester Newcomer überreicht. Damit blieb der Sängerin die Übergabe des Preises an den ebenfalls nominierten Kreuzberger Rapper Casper erspart. Mit dem hatte sie es sich verscherzt, nachdem die beiden zusammen für eine Fernsehsendung durchs Berliner Nachtleben zogen. Denn Lena stellte sich zum Leidwesen Caspers zickig an, fand seine Wohnung dreckig, seine Tattoos hässlich und äffte seine Fans nach.

Nach der Verleihung feierten die Gäste im Palais am Funkturm weiter. Auf zwei Etagen flossen Wodka und Bier bis zum Morgengrauen.

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Quelle: Der Tagesspiegel

Palais am Funkturm, Hammarskjöldplatz 1, 14055 Berlin

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