Helfer gesucht

100 Apfelbäume für Pankow

  • NABU Berlin Apfelbäume
    Einzigartiges Biotop: Die geschützte Streuobstwiese am Tegeler Fließ. Foto: externe Quelle - ©NABU / Gehring

Am 27. Oktober werden im Naturschutzgebiet "Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ" 100 Apfelbäume gepflanzt. Sie sollen nicht nur dem Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft, sondern auch der Bewahrung alter Apfelsorten dienen. Fleißige Helfer sind herzlich willkommen!

Auralia, Breuhahn oder Geheimrat Oldenburg - diese und mehr klangvolle Namen tragen die Apfelsorten, die am Samstag im Naturschutzgebiet am Köppchensee in Blankenfelde gepflanzt werden. Mit den jungen Bäumchen soll die im Jahr 1950 angelegte Obstplantage an der Südseite des Sees, die sich nach dem Bau der Mauer zu einem artenreichen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelte, aufgeforstet und  gestärkt werden.

Die Pflanzung ist eine Gemeinschaftsaktion von der NABU-Aktionsgruppe Pankow, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und der Revierförsterei Blankenfelde. Seit der Wende unterstützt der Naturschutzbund die zuständigen Forstbehörden bei der Pflege und dem Erhalt des Naturschutzgebiets Niedermoorwiesen. "Eine solch große Biotopvielfalt, wie sie die Streuobstwiese aufweist, ist im Berliner Raum äußerst selten", so Anja Sorges vom NABU Landesverband Berlin. "Deshalb setzen wir uns in besonderem Maße für den Erhalt der ehemaligen Apfelplantage am Tegeler Fließ ein."

Der Natur ihren Lauf lassen

Im Zuge der Aufforstung sollen die ursprünglichen, nun altersschwach gewordenen Apfelbäume so weit wie möglich erhalten bleiben: Sie stellen einen wichtigen Lebensraum für Insekten, Pilze und Höhlenbewohner dar. Darüber hinaus möchte man mit dem Anpflanzen neuer und dem Beschneiden der alten Apfelbäume den einzigartigen Charakter der Landschaft und ihren Artenreichtum bewahren - ohne dabei zu stark in die natürlichen Prozesse einzugreifen.

Auf dem Gelände am Tegeler Fließ werden dabei ausschließlich alte, häufig in Vergessenheit geratene Apfelsorten gepflanzt. "Bei der Anlage der Obstplantage gehörte die Vielfalt der Sorten zum Alltag. Die jeweils am besten geeignete Art wurde zum Einkochen, als Tortenbelag oder zur Saftgewinnung verwendet. Dabei kam es auf unterschiedliche Eigenschaften der Äpfel wie Haltbarkeit, Geschmacksintensität oder Süße an", erklärt Pressesprecherin Sorges. Erst seit der "Supermarkt-Revolution" der vergangenen Jahrzehnte bestehe nahezu ausschließlich eine Nachfrage nach frischen Äpfeln zum Sofortverzehr. "Die Artenvielfalt ist dabei verloren gegangen."

Apfelsaft aus Pankow

Erfolgreiche Ernte Erfolgreiche Ernte

Auch diesem Verlust wollen die Naturschützer mit ihrem Engagement am Tegeler Fließ entgegenwirken. Ihre Arbeit erweist sich als erfolgreich: Die ersten, vor zwei Jahren gepflanzten 150 Bäumchen haben sich gut entwickelt und viele der alten Apfelbäume brachten in diesem Jahr erstmals wieder einen reichen Ertrag. Bei der gemeinsamen Ernte von Anwohnern und Unterstützern wurden vor wenigen Wochen viereinhalb Tonnen Äpfel eingebracht. Der daraus gewonnene Saft kann in der NABU-Landesgeschäftsstelle erworben werden.

Auch bei der Pflanzaktion am Wochenende sind freiwillige Helfer herzlich willkommen. Insgesamt sollen 100 junge Bäumchen am Köppchensee eine neue Heimat finden. Für das leibliche Wohl der Unterstützer wird gesorgt.

Treffpunkt für die Pflanzung der neuen Apfelbäume ist das Apfelrevier im Naturschutzgebiet am Schildower Weg. Los geht es am 27. Oktober um 10 Uhr.

Landesgeschäftsstelle NABU-Landesverband Berlin, Wollankstraße 4, 13187 Berlin, berlin.nabu.de

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Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ
13159 Berlin

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Quelle: QIEZ
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