• Donnerstag, 14. März 2013
  • von Sandra Prophet

Streit in Heinersdorf

Widerstand gegen Fleischfabrik

  • Rinderhälften
    Am laufenden Band, 24 Stunden täglich, soll in der Fabrik Fleisch von Rind, Lamm, Kalb und Geflügel angeliefert, verarbeitet und ausgeliefert werden. Foto: dapd - ©Michael Latz

60 Meter breit, 328 Meter lang und zwölf Meter hoch – eine geplante riesengroße Fleischfabrik versetzt die Heinersdorfer seit einigen Monaten in helle Aufregung. Und nicht nur die Vegetarier.

Fast so groß wie das Tropical Island in Brand/Brandenburg soll die Halle werden, in der 24 Stunden am Tag Rindfleisch, Kalbfleisch, Lamm und Geflügel angeliefert, zerlegt, verarbeitet und ausgeliefert werden soll. Investor ist die Projektgesellschaft Kazan mbH im Auftrag der Hazilar GmbH (Fleisch- und Nahrungsmittelgroßhandel) und der BOLU Lebensmittel GmbH (Zentrallager für Lebensmittelhandel). Beide Firmen sitzen zurzeit in der Berliner Beusselstraße. Da die Kapazitäten dort nicht mehr ausreichen, soll der Umzug nach Heinersdorf erfolgen. Die 195 Arbeitsplätze sollen mit nach Pankow verlagert werden.

Anwohner haben ökologische Bedenken

Doch viele Heinersdorfer Anwohner lehnen das Bauprojekt, das direkt neben einem Wohngebiet starten soll, ab. Etwa 1000 Einwände gingen beim Bezirksamt bisher ein. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, die die Befürchtungen der Anwohner zusammenträgt. Vor allem ökologische Bedenken kommen hier zur Sprache, denn durch das Bauprojekt würden über 20.000 Quadratmeter Grundfläche lückenlos versiegelt werden. Und das, obwohl das gesamte Planungsgebiet innerhalb eines Vorranggebiets für den Klimaschutz liegt.

Der LKW-Verkehr ist ein weiteres Sorgenkind. Der Investor plant 44 Laderampen, um 102 LKW-Bewegungen pro Tag stemmen zu können. Der Initiative erscheint die Anzahl der Rampen für diese Anzahl von Fahrten weit überdimensioniert und man befürchtet, dass die Zahl der An- und Abfahrten im Vorfeld mit Absicht zu niedrig angesetzt wurde. Mit einer Forderung, die Betriebszeiten auf 6:00 bis 20:00 zu begrenzen, kommen sie den Plänen der Projektleitung für eine 24-stündige Produktionszeit in die Quere.

Wohnungsbau statt Fleischfabrik

Doch auch mit dieser Einschränkung würde sich der Lärm für die Anwohner des benachbarten Wohngebietes stark verschärfen. Der Schwerlastverkehr überlastet die Blankenburger Straße heute schon, kritisiert die Bürgerinitiative.

Die Nutzung des Areals muss in Einklang mit der Nachbarschaft und den umliegenden Flächen liegen, lautet die Forderung. Vor allem angesichts der zunehmenden Wohnungsknappheit, insbesondere in Pankow, fordern die Anwohner, statt der Fleischfabrik eher den Wohnungsbau voranzutreiben.

 

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Zukunftswerkstatt Heinersdorf

Romain-Rolland-Straße 112
13089 Berlin

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Quelle: QIEZ
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