Sommer-Workshop

Parkour: Hindernisse, die Kindern gut tun

Parkour: Hindernisse, die Kindern gut tun
Schirmherrin und Wahl-Berlinerin Katia Saalfrank (l.) war beim Auftakt des Förderprogramms in der Nähe des Potsdamer Platzes dabei. Zur Foto-Galerie
Potsdamer Platz / Nordkiez – Unter der Schirmherrschaft von "Super Nanny" Katia Saalfrank verausgaben sich in diesem Sommer sechs- bis zwölfjährige Kinder, teilweise aus sozial benachteiligten Familien, beim trendigen urbanen Hindernislauf Parkour. In Zusammenarbeit mit dem Verein Arche und engagierten Trainern geht es auf die Straßen Friedrichshains – der Startschuss zur Aktion fiel jedoch am Potsdamer Platz.

Unter blauem Himmel und vor urbaner Hochhaus-Kulisse erhielten am vergangenen Freitag rund 15 Kinder von drei Trainern eine erste Einweisung in die Welt des Parkour. Das aus Frankreich stammende Phänomen ist weniger eine (Trend-)Sportart mit Wettkampfgedanken als vielmehr eine sportliche Fortbewegungsmethode, um ein Ziel auf andere Art und Weise zu erreichen, als von den Gegebenheiten des städtischen Raums vorbestimmt. Die Überwindung von Hindernissen stellt dabei einen zentralen Reiz dar. Und so durften sich die Nachwuchsläufer nach der Einführung direkt an die nach riesigen Wippen aussehenden Balken begeben, die an der Gabriele-Tergit-Promenade fest installiert sind.

Es handelte sich jedoch nur um den Auftakt einer Reihe von sommerlichen Workshops, die von der Bepanthen-Kinderförderung in Kooperation mit dem christlichen Kinder- und Jugendwerk Arche e.V. in mehreren deutschen Städten veranstaltet werden. Als prominente Schirmherrin fungiert (Fernseh-)Pädagogin Katia Saalfrank, die sich seit letztem Jahr auch inhaltlich in die Arbeit der Kinderförderung einbringt. Alle zwei Jahre veröffentlicht die vom Mutterkonzern Bayer finanzierte Organisation eine Kinder- und Jugendstudie, 2013 zum Thema „Gewalt“.

Parkour als Grenz- und Körpererfahrung

Mit der „Arche“ besteht seit rund fünf Jahren eine Zusammenarbeit; auch ein Konflikttraining wurde bereits veranstaltet. Bernd Siggelkow, Gründer des Vereins und Bundesverdienstkreuzträger, erzählt, dass die Idee hinter dem Parkour-Programm gewesen sei, einmal ein Angebot speziell, aber nicht exklusiv für Jungs zu machen. „Es ist wichtig, dass sie sich körperlich abreagieren und ihre Probleme vergessen können“, so Siggelkow. Auch der Umgang mit dem eigenen Körper und die Grenzerfahrung beim Parkour könnten dabei helfen, den Kindern ihre Potenziale zu zeigen. In die Arche kommen Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Problemlagen, etwa fehlendem Selbstwertgefühl, schwachen Schulleistungen oder einem finanziell schwachen Elternhaus. Die Einrichtung bietet ihnen nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern versucht vor allem, über eine sinnvolle Freizeitgestaltung die Probleme der jungen Besucher anzugehen.

Katia Saalfrank ist von den gemeinsamen Workshops, die an mehreren Terminen bis Mitte August rund um die Arche Friedrichshain stattfinden, überzeugt. Sie betont das Gemeinschaftliche am Parkour-Projekt, das ohne traditionellen Leistungsgedanken auskommt: „Die Kinder machen wunderbare Beziehungserfahrungen mit sich selbst und auch in der Gruppe mit anderen. (…) Es geht nicht um Regeln, sondern um Werte. Beispielsweise Respekt oder Wertschätzung, vor anderen und sich selbst.“

Die Pädagogin Saalfrank, die durch die RTL-Sendung „Super Nanny“ bekannt wurde, wohnt selber seit vielen Jahren in Berlin, inzwischen in Wilmersdorf. An der Hauptstadt schätzt sie unter anderem ihre Vielfältigkeit, das Wasser und den Tiergarten „mit seiner Weitläufigkeit und dem Grün“. In die City West ist Saalfrank auch der Familie wegen gezogen und fühlt sich dort sehr wohl: „Für mich ist der Ku’damm schon so ein bisschen das Zentrum, wo sich einiges mischt und Leben ist.“ Als störend empfindet sie höchstens den ständigen Baulärm in der Gegend. – „Aber auch das gehört wohl zu Berlin.“

Weitere Informationen zur Arche gibt es auf deren Homepage.

Foto Galerie

Parkour: Hindernisse, die Kindern gut tun, Gabriele-Tergit-Promenade 17, 10963 Berlin
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