Party für mehr Energieeffizienz

Unser Club soll grüner werden

Unser Club soll grüner werden
Die Clubmob-Mitarbeiter wollen den Yaam Club klimafreundlicher machen.
Stralauer Platz – Anfang Juni ist das Yaam in die Räumlichkeiten des früheren Clubs Maria an der Schillingbrücke gezogen. Schnell war klar: Energieeffizient lässt sich die Lokalität nicht ohne Weiteres betreiben. Deshalb haben sich die Macher mit dem "Clubmob" zusammengetan, um mit einer Party Geld für Energie- und Wassersparmaßnahmen zu sammeln.

Das Yaam ist nicht der erste Fall für den Clubmob. Die Initiative, hinter der zehn ehrenamtliche Mitarbeiter und zwei Energieberater des BUND Berlin stehen, hat bereits mit dem legendären SO36 in Kreuzberg, dem M.I.K.Z. in Friedrichshain und dem Fuchs und Elster in Neukölln zusammengearbeitet. In der Regel funktioniert das so: Die Experten der Umweltschutzorganisation machen in den Räumen der Clubs einen Energie-Check und listen mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz auf. Wenn nötig wird dann mit einer gemeinsamen Crowd-Feieraktion – auch Party genannt – Geld für die klimafreundliche Umgestaltung gesammelt.

Die neuen Hallen des Yaam an der Schillingbrücke bestehen aus einfachem, nicht isoliertem Stahlbeton. Den Betreibern war daher klar, dass die Energiebilanz im kommenden Winter nicht gut ausfallen würde. Nach Angaben von Clubmob-Mitarbeiterin Annekathrin Otto möchten sie ihren Club sogar klimaneutral gestalten. Die Prüfung durch die Energieberater ergab, dass es vor allem an einer vernünftigen Heizung mangelt. Hier steht die Abhilfe bereits unmittelbar bevor: Im Dezember wird die Öl- durch eine Dunkelstrahlerheizung ersetzt, die 30 Prozent sparsamer sein soll. Weitere Vorschläge der BUND-Experten sind energieeffiziente Kühlschränke, die Umrüstung auf LED-Lampen und Wassersparmaßnahmen wie die Installation von Strahlreglern.

Mehr Gäste, mehr Klimaschutz

Durch die Umsetzung der Maßnahmen könnten pro Jahr 10.279 Kilowattstunden Strom eingespart werden – was dem durchschnittlichen Verbrauch von fünf Einpersonenhaushalten in Deutschland entspricht. Bei der Finanzierung sollen nun die Besucher helfen: Am Samstag, 29. November, wird vor Ort für die Umwelt gefeiert. Ab 21 Uhr spielt die Band Yza Ya und DJ Barney Millah, ein alter Bekannter des Yaam, legt auf. Je mehr Gäste kommen, desto mehr Vorschläge kann der Club umsetzen. Die neue Heizung bezahlen die Macher aus eigener Tasche. Ein weiterer Vorschlag der Clubmobber könnte wohl ohne finanziellen Aufwand realisiert werden: Die Ernennung eines/r Klimaschutzbeauftragten, der/die die Thematik dauerhaft im Auge behält.

Die Idee, mit Hilfe von Kunden einen Laden oder Club umweltgerechter zu gestalten, ist nicht ganz neu. Den Clubmob gibt es seit 2011, doch einige der Aktivisten aus der BUND-Jugend waren schon zuvor an sogenannten Carrot Mobs beteiligt. In deren Folge wurden unter anderem die während des Aktionszeitraums erzielten Erlöse eines Kreuzberger Spätshops für dessen energieeffiziente Umgestaltung ausgegeben. Annekathrin Otto erklärt die Idee zum Clubmob so: „Unser Anliegen ist, das Thema Umweltschutz und Energiesparen gegenüber den jungen Leuten in der Clubszene zu kommunizieren – aber ohne erhobenen Zeigefinger.“

Weitere Informationen zur grünen Party im Yaam bekommt ihr auf deren Facebook-Event-Seite.

Yaam Club, An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin

Telefon 030 6151354

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