Durch den Kiez

Patrick Mölleken: Zwischen Potse und City West

Patrick Mölleken: Zwischen Potse und City West
Patrick Mölleken ist gerade 22 Jahre alt, aber schon seit 12 Jahren als Schauspieler und Sprecher unterwegs. Zur Foto-Galerie
Im Kino ist Patrick Mölleken gerade als böser Ritter zu sehen. Uns hat sich der Schauspieler in Charlottenburg von der netten Seite gezeigt und über sein Faible für düstere Rollen, Lieblingsorte in Berlin und sein Ventil für den stressigen Alltag gequatscht.

Nein, ein waschechter Berliner ist unser Gast diesmal nicht. Eigentlich kommt er aus Nordrhein-Westfalen. Nach Berlin zu ziehen, das steht aber schon lange auf seiner To-Do-Liste. Immerhin pendelt der super-sympathische Schauspieler zwischen Sets in Berlin und anderen Drehorten im In- und Ausland. Bisher kommt er hier im Hotel oder bei Freunden unter.

Wir treffen Patrick Mölleken im Restaurant Jules Verne, in dem es trotz der Lage am S-Bahnhof Savignyplatz an diesem Samstagnachmittag angenehm entspannt ist. „Wenn ich in Berlin bin, zieht es mich häufig an vertraute Orte und zu diesen Lieblingsplätzen gehört auch das Jules Verne mit seinem leckeren Frühstück“, sagt er. Denn der 22-Jährige kennt viele Ecken abseits der Touristenpfade. Schon als Kind kam Patrick oft nach Berlin, weil sein Vater aus beruflichen Gründen jahrelang in Frohnau gelebt hat.

Ganz lässig: Wir haben Patrick Mölleken in Berlin-Charlottenburg getroffen. ©Eve-Catherine Trieba

Jeder Kiez ist seine eigene Welt

Toll findet der große junge Mann mit den tiefblauen Augen dabei, dass „jeder Kiez eine ganz eigene Welt“ ist. „Berlin ist so vielfältig, dass ich denke, ich entdecke jeden Tag einen neuen Ort“, schwärmt er weiter. Dem „pulsierenden Potse“ oder dem „aus der Zeit gefallenen Europa Center“ am Breitscheidplatz stattet Mölleken trotzdem immer wieder einen Besuch ab. Kulturell zieht es ihn ins Programmkino Cinema Paris, in die Komödie am Kurfürstendamm oder in den Zoo Palast. Bestimmt auch, weil nur in Berlin so etwas passieren kann: In dem Premierenkino am Ku’damm hat der Jung-Schauspieler schon mit Kult-Regisseur Quantin Tarantino geredet.

Auch jede Menge Lieblingsrestaurants zählt uns Mölleken begeistert auf. Zu ihnen gehören der Japaner Daitokai im schon erwähnten Europa Center, das Grill Royal mit Blick aufs Wasser oder das charmante Gasthaus Florian – „ein echter Geheimtipp in der City West“. Im angesagten Soho House ist der Schauspieler ebenfalls immer mal wieder anzutreffen. „Ein Kumpel von mir ist da Mitglied und wenn ich nach Berlin ziehen würde, würde ich mich dort auch anmelden – die Aussicht ist einfach toll“, berichtet er. Für einen entspannten Drink mit Freunden geht es dann aber doch eher in die Grace Bar im Erdgeschoss des Hotel am Zoo oder in die Paris Bar. Der „Place to be for Bierchen“ ist für Patrick aber Harry’s New York Bar am Lützowufer.

Aber nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Patrick hält sich natürlich nicht nur durchs Ausgehen fit. „Sport ist mein Ventil für den Alltag“, verrät er. Oft hat er eine Stange für Klimmzüge im Gepäck, die er in jeden Türrahmen klemmen kann. Dann heißt es: Musik an, Umwelt aus und trainieren bis die Muskeln zittern.

Wenn die Leidenschaft zum Beruf wird

An seine Grenzen geht Patrick aber vor allem in der Schauspielerei – auch wenn er außerdem als Hörbuch-, Hörspiel-, Werbe- und Synchronsprecher arbeitet. Schon mit zehn Jahren stand er das erste Mal vor der Kamera und hat darin bis heute seine Leidenschaft gefunden. Darum kommen wir auch immer wieder auf seinen Beruf zu sprechen. Wir erfahren, dass Mölleken „total gerne mit Jungregisseuren arbeitet“, dass er das „Schubladendenken“ in der Branche ablehnt und dass er so oft es geht komplizierte Rollen spielt.

Böse gucken und Böses spielen kann er, der Patrick. Hier auf dem Plakat zu "König Laurin". ©Promo

Ein querschnittsgelähmter Junge, ein Autist und ein Amokläufer standen schon auf Patricks Spielplan. In solchen Rollen könne er sich wirklich ausleben und zeigen, was er auf dem Kasten hat, erklärt er. Und findet: „Genau diese Herausforderungen machen den Beruf des Schauspielers auch aus.“ Und das sagt er ganz ohne Eitelkeit. Denn ganz wichtig ist unserem freundlichen Gegenüber, „down to earth“ zu bleiben. „Dass man mit Arroganz schnell auf die Nase fällt, habe ich in der Branche leider schon beobachtet“, erklärt er.

Dabei hat Patrick schon viele Erfolge und große Rollen eingeheimst. Zum Beispiel mit dem Kurzfilm Eine gute Geschichte (A Good Story) von Regisseur Martin-Christopher Bode. Der war sogar als Film of the Festival beim Raindance Film Festival für den Oscar 2015 qualifiziert. Besonders stolz ist Patrick auch auf die Rolle eines geheimnisvollen Jonas Stiehler im Tatort Hundstage. „Ich hätte mir in den Hintern gebissen, wenn ich die nicht bekommen hätte“, lacht Patrick. Genauso sei es auch bei der Rolle des bösen Wittich in der Sagen-Verfilmung König Laurin gewesen. Der hat schon vor seinem Kinostart am 1. September einige Preise abgeräumt. Unter anderem den Goldenen Spatz 2016 und den Weißen Elefant 2016, die wichtigsten Preise für Kinder-Medien. Dabei ist der Film eine tolle Geschichte für jede Altersklasse, so Patrick. Ein richtiges „Familienerlebnis“. Hier der Trailer:

Übrigens: Patricks absoluter Lieblingsfilm ist Der Pate. Wegen ihm interessiert er sich überhaupt für Filme. „Deshalb würde ich natürlich gern mal in einem Mafiafilm mitspielen. Dafür kam bisher aber kein Angebot“, schmunzelt er. Obwohl, eine Parodie auf den Paten hat er schon gedreht. Aber nur zum Spaß mit einem Kumpel. Wie Patrick sich als Mafioso macht, kannst du hier beurteilen.

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