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Er ist wieder da: Kurt Krömers hörbares Comeback

Er ist wieder da: Kurt Krömers hörbares Comeback
Lange nicht gesehen? Seit zwei Jahren steht Kurt Krömer lieber auf der Bühne als vor einer Kamera.
Eigentlich war er nie weg, nur die Fernsehnation muss seit Ende 2014 auf den besten Entertainer der Stadt verzichten, der seither lieber auf der Bühne steht. Aber jetzt kann die Welt aufhorchen: Kurt Krömer im schrulligen Podcast.

Konzeptlos will Kurt Krömer sich ab sofort an die Jugend ranwanzen, die Alten habe er schließlich längst im Sack. So frech wie das klingt, so wahr ist es: Kurt Krömer erfreut sich allgemeiner Beliebtheit bei der nach oben altersoffenen 30-plus-Generation, die seine rebellische Art, seinen Spagat zwischen subtilem Humor und unfassbaren Plattheiten so wie seine direkte Ehrlichkeit zu schätzen weiß.

Wer als Künstler aber mit der Zeit gehen möchte, kommt an einem Podcast kaum noch vorbei. In sechs Folgen testet nun also auch Kurt Krömer, der so gar nichts auf Trends gibt, zusammen mit dem Schriftsteller und Psychiater Jakob Hein das moderne Medium aus. Es hilft dem Programm, dass die beiden befreundet sind, denn Zwei Männer, drei Welten ist kein gängiges Talk-Format, es ist kreativer Freestyle inklusive sprunghaften Themenwechseln und chaotischer Gesprächsführung. Die Gäste zählen natürlich auch nicht zu der erprobten Top-Ten der Massenmedien, dabei darf offiziell jeder bekannte und unbekannte Kulturschaffende Werbung für sein neues Produkt machen und es eine ganze Minute schweigend hochhalten.

In diesem Podcast hat niemand Angst vor Dreistigkeiten, Frotzeleien oder Geschmacklosigkeiten, wenn man einigen Hörern dabei ein Schmunzeln entlocken kann. So provoziert man mit Thesen, dass zum Beispiel Veganer wie die Feministinnen früher seien: Themenlieferanten für Kabarett-Programme, weil sie sich gegen etwas auflehnen, dass angeblich nur natürlich sei. Dabei wird nicht ständig von allen Seiten auf das Gleiche eingehackt, es gibt durchaus kontroverse Meinungen, die im Podcast offen vertreten werden. Gedruckter Kack gehöre abgeschafft, meint zum Beispiel Krömer, während Hein Zeitungen durchaus noch etwas abgewinnen kann.

Darüber hinaus erfährt man gelegentlich sogar skurrile News, wie die, dass Salman Rushdie jemanden bezahle, der ihn durch Schläge auf den Hinterkopf vom Surfen abhalte. Jede Folge Zwei Männer, drei Welten ist anders, jede hat eigene Qualitäten – wobei die Konzeptlosigkeit besser aufgeht, je mehr Themen Krömer und Hein eröffnen können wie in der biografischen Sendung mit Gabriele Völsch. Hier bewährt sich das abwechslungsreiche von Höcksken-auf-Stöcksken-Prinzip hervorragend.

Wie kann er nur… fragten sich viele, als Kurt Krömer Ende 2014 verkündete, er werde keine TV-Shows mehr machen, um sein Publikum wieder mit „Substanz und gut ausgefeilten Inhalten“ auf der Bühne unterhalten zu können. Die Fernsehwelt, die sich als Olymp der Unterhaltungsbranche empfindet, staunte nicht schlecht über so viel Chuzpe, die Karriere nahezu vorzeitlich-analog auszurichten. Ob dieser Schritt ein finanzieller Erfolg war, wissen wir nicht. Aber wir freuen uns, Kurt Krömers rebellischen Charme wieder bequem von der Couch aus genießen zu können. Und das noch mindestens vier weitere Folgen lang!

Die neuen Folgen von Zwei Männer, drei Welten erscheinen freitags um 7:05 auf der Website von Radioeins.

Radioeins, Marlene-Dietrich-Allee 20, 14482 Potsdam

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