Der Tag nach der Einigung in Kreuzberg

Polizei rückt aus Gebiet um Gerhart-Hauptmann-Schule ab

Polizei rückt aus Gebiet um Gerhart-Hauptmann-Schule ab
Dieses Transparent hing am 2. Juli noch an einem Haus ganz in der Nähe der Schule.
Ohlauer Straße - Über eine Woche dauerten die Absperrungen rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg an. In der Nacht zu Donnerstag zog sich nun die Polizei zurück. Straßen sind wieder passierbar, auch der M29 fährt wieder. Die Kreuzberger Grünen melden sich zu Wort und verurteilen Morddrohungen gegen Herrmann und Panhoff.

+++Gebiet um die Ohlauer Straße nicht mehr gesperrt+++

Die Polizei hat die Sperrungen in der Nacht zu Donnerstag um die Gerhart-Hauptmann-Schule aufgehoben und sich fast komplett zurück gezogen. Lediglich vor dem Eingang der Schule in der Ohlauer Straße stehen noch vier Mannschaftswagen. Das berichtet unsere Reporterin vor Ort. Einige Unterstützer haben nahe der Schule die Nacht verbracht und liegen mit Schlafsäcken auf dem Bürgersteig. Auch der Busverkehr der Linie M29 verkehrt wieder regelmäßig – an der Bushaltestelle stehen die ersten Fahrgäste. Die BSR säubert die Straßen und kehrt den angefallenen Müll zusammen.

+++Kreuzberger Grüne erleichtert – Verurteilung von Mordandrohungen gegenüber Herrmann und Panhoff+++

Die Kreuzberger Grünen erklärten in einer Pressemitteilung am späten Mittwochabend: „Wir sind sehr froh, dass eine einvernehmliche Lösung auf dem Verhandlungsweg und ohne eine gewaltsame Räumung erreicht werden konnte. Wir haben immer auf Verhandlungen gesetzt und auch in den vergangenen Tagen immer wieder versucht, zwischen allen Beteiligten – Flüchtlingen, Bezirk, Senat und Polizei – einen Kompromiss zu finden.“ Darüber hinaus verurteilt das Schreiben „aufs Schärfste die Bedrohungen bis hin zu Gewaltaufrufen und Mordandrohungen, die sowohl Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) als auch der zuständige Stadtrat Hans Panhoff (Grüne) in den vergangenen Tagen erfahren mussten“.

+++ Bezirk nimmt am Mittwochabend das Räumungsersuchen zurück +++

Die Polizei teilte kurz nach der Einigung mit, dass das Räumungsersuchen des Bezirks zurückgenommen wurde. Im Verlauf der Nacht sollen die Absperrungen an der Schule abgebaut werden. Einige Polizisten sollen aber auf Wunsch des Bezirkes noch an der Schule bleiben.

+++ Flüchtlinge unterschreiben Einigung +++

Gegen 21.30 Uhr am Mittwochabend war es soweit: Die Flüchtlinge in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule unterschrieben ein Angebot, das eine Räumung abwendet und ihnen erlaubt in der besetzten Schule zu bleiben. Es wurde vereinbart, dass die Feuerfluchtwege frei geräumt werden. Die ehemalige Schule soll ab morgen renoviert werden. Begonnen wird im Erdgeschoss, die Flüchtlinge müssen das Gebäude dabei nicht verlassen. Es werden Duschen eingebaut. Außerdem wird es in Zukunft Hausausweise sowie einen privaten Sicherheitsdienst geben. Die Flüchtlinge werden nicht wegen Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht verfolgt. Bezirk und Flüchtlinge werden sich in Zukunft die Schule teilen. Ein Flüchtling sagte zur Einigung: „Wir werden das Haus teilen. Wir reichen der Politik die Hand. Wir sind müde und wir unterschreiben unter Druck.“


Quelle: Der Tagesspiegel

Gerhart-Hauptmann-Schule, Bruno-Wille-Str. 37, 12587 Berlin
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