Berliner Online Galerie

Sie klatschen Instagram an die Wand

Sie klatschen Instagram an die Wand
Warum sollte dieses Bild nur ein Mal durch den Feed tickern und dann in Vergessenheit geraten? Bei Post Collective gibt's den Blick vom Klunkerkranich für die Wand.
Oranienburger Vorstadt - Instagram ist Kunst. Daran glaubt man jedenfalls bei der Online Galerie "Post Collective". Das Start-up aus Berlin ist weltweit das erste, bei dem man ausschließlich Art Prints von Instagram-Fotos kaufen kann.

Wer pleite ist, kann keine Kunst kaufen. An die Wand hängen kann er bestenfalls ein Poster von Bob Marley, Marilyn Monroe oder aus dem Museumsshop. Das hat Ferdinand Prinz während seines Studiums in London festgestellt: „Gerade in London habe ich so viel wunderbare Kunst gesehen und konnte sie nicht kaufen“, erinnert er sich. Dabei wird doch jeder Smartphonebesitzer von Fotokunst nahezu verfolgt. Im Schlafzimmer, in der Küche, immer wieder. Dank Facebook und anderen Social Media Plattformen, vor allem aber dank der Fotocommunity Instagram.

„Und da habe ich mich gefragt: Warum gibt es online so viel schöne Kunst, aber man kann sie sich nicht ins Zimmer hängen?“, erzählt Ferdinand und liefert prompt die Antwort: Weil es für viele Fotografen zu teuer und aufwändig ist, selbst einen Onlineshop aufzubauen. Und weil es bisher niemand für sie übernommen hat.

 

Ein von Andrea (@andrewandryou) gepostetes Foto am

Ein Jahr später arbeiten sieben Leute im Berliner Mitte an der Online Galerie „Post Collective„. Wie in jeder anderen Galerie kennt man auch hier die Künstler genau. Sie stellen sich mit ein paar Sätzen vor und schreiben einen Kommentar zu jedem Bild – weit weg von Hashtags und Smileys. Die ausgestellten Bilder passen auch für kunstinteressierte Studenten ins Budget: Los geht es bei 24,95 Euro für ein hochwertig gedrucktes und gerahmtes Foto. Je nach Größe – zwischen 20 und 80 Zentimetern Seitenlänge – steigt der Preis. Die Fotodateien kommen direkt vom Künstler, der auch die Hälfte des Gewinns bekommt. Sechs Berliner Instagramer hat Ferdinands Post Collective bisher im Repertoire: @andrewandryou, @jeissonmartin und @konaction gehören dazu. Bald sollen es noch mehr werden.

Berlin, du bist so instagrambar

Sie zu finden ist nicht schwer. „Berlin ist eine instagrambare Stadt: jung, kreativ und mit einer extrem starken Internet Community. Man kann viel entdecken, irgendwo hingehen, wo es eigentlich verboten ist. Das ist anders als zum Beispiel in München“, erklärt Ferdinand.

Zu den Berliner Artists gehört auch der Autor George Pavlopoulos. Er hat schon drei Novellen veröffentlich, erzählt seine Geschichten aber auch mit Fotos. Rund die Hälfte der Post Collective Künstler lebt offline ganz von der Fotografie, andere fotografieren nebenbei auf Hochzeiten und Geburtstagen. In Ferdinands Online Galerie schaffen sie es durch zwei Kriterien: viele Follower und einen unverwechselbaren Stil. Egal ob sie ausschließlich Bilder im Dunkeln, zarte Naturaufnahmen oder Bilder von alten Frauen in Metropolen posten. Jetzt werden sie aus dem Social Media-Strom gefischt und schön an die Wand genagelt.

Post Collective Kunstdrucke UG, Torstraße 177, 10115 Berlin
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